Leserbrief

Mohrenköpfe gegen den Fortschritt

Zur Diskussion über die Bezeichnung einer beliebten Süssspeise

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Vor kurzem haben Mitglieder der Jungen SVP in Zug Schokoköpfe verteilt, um ein Zeichen zum Erhalt dessen langjährigen, uns allen bekannten Namens zu setzten.

Ich persönlich gebe zu, dass mich der Name Mohrenkopf lange Zeit nicht gestört hat, da ich mir dachte, dass seine Namensgebung zum Erfindungszeitpunkt der Süssspeise keinen rassistischen Hintergrund hatte. Fakt ist aber, dass der Name Mohr ein diskriminierender Begriff und dieser in unserer Gesellschaft längst nicht mehr zeitgemäss ist.

Wir erleben in den letzten Wochen, wie verschiedene Unternehmen ihre Namen und Logos zeitgemäss erneuern. Der Lebensmittelkonzern Uncle Ben’s, die Brauerei Mohren aus Österreich oder das Café Mohrenkopf in Zürich sind einige Beispiele. Selbst traditionelle Vereine wie Basler Fasnachtsguggen haben bereits ihre langjährigen Namen geändert und zeitgemäss angepasst.

Ich verstehe nicht, weshalb sich einzelne Gruppierungen der zeitgemässen Namensanpassung entgegensetzen und somit die Bekämpfung des Rassismus bewusst ausbremsen. Ich wünsche mir für meine Lieblingssüssspeise, dass sie mit dem Fortschritt gehen kann und unter einem zeitgemässen Namen weiterlebt.

Rafael Schenkel, ALG, Baar