MORGARTEN: Ein Hoch auf die jung gebliebene Schule

Unterrichtet wird hier schon ewig. Doch ein Schulhaus gab es lange nicht. Heute ist das Gebäude aus der Ortschaft nicht mehr wegzudenken.

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Morgartens Schülerinnen und Schüler bringen dem 50-jährigen Schulhaus ein Ständchen. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Morgartens Schülerinnen und Schüler bringen dem 50-jährigen Schulhaus ein Ständchen. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Der Himmel ist noch grau verhangen am Samstagmorgen, die Oberägerer Harmoniemusik steht bereit auf der Treppe vor dem malerisch gelegenen Schulhäuschen am oberen Teil des Ägerisees. Geschäftig laufen Frauen mit leckeren Kuchen zum Büffet. Kinder – die einen in speziell bemalten T-Shirts und andere bunt geschminkt – mischen sich unter das Festpublikum.

«Ich bin gerade aus der Schule gekommen, als in das neue Schulhaus gezügelt wurde», sagte Albert Meier. «Meine Kinder und Grosskinder sind hier zur Schule gegangen. Es ist etwas Wichtiges, eine eigene Schule zu haben.» Doris Müller-Duss hat von 1987 bis 2000 hier unterrichtet. «Jetzt gehen meine eigenen vier Kinder hier zur Schule», sagt sie.

Die Schule hat Geschichte – von 1790 bis 2008
Wo einst, als dieser Ort noch Hauptsee hiess, eine Kiesgrube war, steht nun seit 50 Jahren die Dorfschule von Morgarten. Die Geschichte der Hauptseer Schule hat allerdings schon viel früher angefangen. «1790 hat der Lehrer Blattmann am Gallusbach ein Haus gebaut, in dem er bis 1842 unterrichtete», erzählt Schulpräsident Andreas Meier während der Eröffnungsrede.

Später ist die Schule in der Kaplanei erst vom Kaplan und dann von Schwestern geführt worden. 1908 hat die Schule ein zweites Zimmer bekommen und die Poststelle Hauptsee wurde in Morgarten umgetauft. 1954 hat man sich überlegt, ob man die Kaplanei umbauen soll, das Ganze aber wieder verworfen und beschlossen, ein eigenes Schulhaus zu bauen, das 1958 bezogen werden konnte. 1999 wurde ein zweigeschossiger Anbau realisiert.

5 Franken fürs Mittagessen und den Quadratmeter Land
Den Reigen der Ansprachen beendete Rektor Rolf Bucher. Er sprach über den Wandel der Schulkultur, vom Lehrer als Respektperson, von der Mitsprache der Eltern und davon, dass das altersdurchmischte Lernen, wie es in Morgarten seit jeher stattfinde, heute wieder modern sei.

Inzwischen hat sich die Sonne aus den Wolken befreit, und die Morgärtler bedienen sich am Apérobüffet. Ein Mittagessen gibt es für 5 Franken, was dem damaligen Quadratmeterpreis des Baulands für das Schulhaus entsprach.

Amélie Steffen

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Zuger Zeitung.