Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

MORGARTEN: Eine geschichtsträchtige Schiessübung

Wieder einmal fand das traditionsreiche Morgartenschiessen statt und lockte Besucher aus der ganzen Schweiz an. Während die einen es einfach schätzen, dort auf altmodische Art schiessen zu können, geht es bei anderen um viel Tradition und Werte.
Julian Koller
Liegend schiessen sie auf die 300 Meter entfernte Zielscheibe. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Morgarten, 15. November 2017))

Liegend schiessen sie auf die 300 Meter entfernte Zielscheibe. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Morgarten, 15. November 2017))

Julian Koller

redaktion@zugerzeitung.ch

Wenn man sich am Mittwoch dem Morgartendenkmal nähern wollte, dann am besten nur mit Gehörschutz und aus der vorgegebenen Richtung. Denn am Morgartenschiessen wurde gehörig geschossen, und Schützenvereinsmitglieder aus der ganzen Schweiz bekamen wieder einmal die Gelegenheit, ihr Können an Pistole und Sturmgewehr unter Beweis zu stellen. Die Kombination aus Patriotismus und Herausforderung entpuppt sich dabei als Erfolgsrezept des Anlasses.

Seit 1914 habe man nahezu jedes Jahr eines durchgeführt, ­erklärte John Hüssy aus Zürich, Vizepräsident der Morgartenschützenkommission. Einzig 1919 und 1943 sei es undurchführbar gewesen, da im Zuge des Weltkrieges keine Munition zur Verfügung gestanden habe.

Tradition an die nächste Generation weitergeben

Von den Zweifeln mancher Historiker, ob die Morgartenschlacht überhaupt so stattgefunden hat, hält er nicht viel. «Aber was auch immer die Geschichtsprofessoren über die Ereignisse, behaupten mögen», sagt er, «nichts kann daran ändern, welche Bedeutung Morgarten für die Eidgenossenschaft hat. So oder so steht es für den Ursprung des Freiheits­gedankens hinter der Gründung der Schweiz, und das wird immer so bleiben. Der Geist von Morgarten wird immer an Unabhängigkeit, Freiheit und Vaterlandsliebe gemahnen.»

Ein Anliegen von John Hüssy ist, dass die Traditionen und Werte, für die das Morgartenschiessen steht, auch an die nächste Generation weitergegeben werden. Das Organisationskomitee hat sogar Jugendschiess­gruppen ins Leben gerufen, in denen die jungen Schützen von erfahrenen Schützenfestgängern betreut und gecoacht werden. Auch wenn die jungen Schützen am Anlass klar in der Unterzahl sind. Einer dieser ist Ivan Schmutz aus Basel. Er wartete geduldig mit einigen Freunden, bis er an der Reihe war. Für ihn sei das Schiessen eine Familientradition. Was ihn am Morgartenschiessen begeistert, sei weniger der Patriotismusgedanke, sondern eher die altmodische Art, auf die hier geschossen werde, ganz ohne digitale Hilfsmittel. Auf die Frage, ob er Anlässe dieser Art als bedroht ansehe, zögerte er kurz. «Einerseits ist das traditionelle Schiessen bestimmt zu einem gewissen Grad vom Aussterben bedroht. Aber bei uns im Verein habe ich die Erfahrung gemacht, dass die ganz Jungen sich schon dafür begeistern lassen, wenn man sich nur die Zeit nimmt, es ihnen näherzubringen.»

Einer der Ehrengäste am diesjährigen Morgartenschiessen war der Tessiner Oberst Franco Piffaretti. Er ist selbst Mitglied in einem Tessiner Schützenverein und hatte es sich ob der Geschichtsträchtigkeit von Morgarten nicht nehmen lassen, hinzugehen. Er freue sich jeweils besonders über solche Anlässe, da man sie mit einer ausserdienstlichen Ausbildung der Schützen an der Waffe vergleichen könne, sagt er. «Die Bedeutung des Morgartenschiessens für mich selbst möchte ich nicht als Militär beschreiben», meinte er, «sondern als gewöhnlicher Schweizer Bürger. Es zeigt für mich, wie wichtig Einigkeit ist. Und, dass wir mit Einigkeit viel weiterkommen als ohne.»

Aus der ganzen Schweiz sind die Schützen zum Morgartenschiessen gereist. (Bild: Maria Schmid (15. November 2017))

Aus der ganzen Schweiz sind die Schützen zum Morgartenschiessen gereist. (Bild: Maria Schmid (15. November 2017))

Aus der ganzen Schweiz sind die Schützen zum Morgartenschiessen gereist. (Bild: Maria Schmid (15. November 2017))

Aus der ganzen Schweiz sind die Schützen zum Morgartenschiessen gereist. (Bild: Maria Schmid (15. November 2017))

Aus der ganzen Schweiz sind die Schützen zum Morgartenschiessen gereist. (Bild: Maria Schmid (15. November 2017))

Aus der ganzen Schweiz sind die Schützen zum Morgartenschiessen gereist. (Bild: Maria Schmid (15. November 2017))

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.