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MORGARTEN: Hier zeigt die Armee, was sie kann

Am ersten Tag des grossen Volksfestes steht die Schweizer Armee im Zentrum. Sie begeistert das Publikum mit gleich drei Flugshows und einer spannenden Ausstellung.
Die PC-7-Staffel überfliegt das Morgarten-Denkmal begleitet von der Live-Musik des Schweizer Militärspiels. (Bild: Christian H. Hildebrand / Neue ZZ)

Die PC-7-Staffel überfliegt das Morgarten-Denkmal begleitet von der Live-Musik des Schweizer Militärspiels. (Bild: Christian H. Hildebrand / Neue ZZ)

Morgarten: Weitere Bilder zum grossen Fest finden Sie unter www.zugerzeitung.ch/bonus

Rahel Hug

Beim Morgarten-Denkmal hat sich eine Traube von Menschen versammelt. Auf dem Pfad, der zur Gedenkstätte hinaufführt, stehen die Leute dicht gedrängt, am See tummeln sich die Schaulustigen. Jung, alt, Armee-Fans, Schulkinder, Zuger, Schwyzer, aber auch von weit her sind sie gestern gekommen. Noch hängen graue Wolken am Himmel, nur wenige Sonnenstrahlen spiegeln sich zwischendurch im türkisblauen Ägerisee. Kurz nach 11 Uhr erklingt die Nationalhymne sie wird live gespielt vom Militärspiel, das sich auf der für das Freilichtspektakel aufgebauten Bühne einquartiert hat. Die zahlreichen Besucher blicken gespannt in die Höhe, und als die neun Flieger des PC-7-Teams am Horizont auftauchen und über die Köpfe hinwegzischen, geht ein Raunen durch die Menge.

Ein buntes Programm

«Total eindrücklich», bekennt Wädi Sidler aus Sattel, kurz nachdem sich die Flugzeuge zu Rossinis Wilhelm-Tell-Ouvertüre spektakulär gekreuzt haben. Der 46-Jährige ist mit einem Freund hergekommen und wird am Sonntag mit dem Musikverein Sattel selber am Umzug teilnehmen. «Wir freuen uns sehr darauf. Was die Organisatoren hier auf die Beine gestellt haben, lässt sich sehen.» Auch Robert Tschannen hat die Flugshow verfolgt. «Die Armeefliegerei fasziniert mich einfach», sagt der 70-Jährige, der aus dem Berner Jura kommt und mit seinem Campingwagen bis am Sonntag in Unterägeri residiert. Eine Fliegerstaffel, deren Flug von Musik begleitet werde, habe er erst selten gesehen.

Die PC-7-Darbietung ist die erste Flugshow von vielen an diesem Wochenende und bildet den Auftakt für das wohl grösste Volksfest, das die Gemeinden Unter- und Oberägeri und Sattel je gesehen haben. Gefeiert wird das 700-Jahr-Jubiläum der Schlacht am Morgarten, und angerührt wird mit grosser Kelle. Auf die Besucher wartet ein buntes Programm mit zahlreichen Konzerten, einem Mittelaltermarkt, einem Gala­abend mit Schlagersternchen Francine Jordi und einem grossen Festumzug. Doch am gestrigen ersten Festtag steht die Schweizer Armee im Zentrum des Geschehens. Die grosse Armeeausstellung, organisiert von der Territorialregion 3, erstreckt sich vom Hag­eggli auf Sattler Gemeindegebiet bis hin zum Festgelände in Oberägeri. Beim Hageggli ist die Armee mit den grossen Geschossen aufgefahren. Hier können die Besucher eine Unterstützungsbrücke, mehrere Aufklärungsfahrzeuge und verschiedene Panzer bestaunen und besteigen, was vor allem dem jüngeren Publikum sichtlich Spass macht. «Ich war im Panzer drin und durfte durch das Fernrohr schauen», erzählt die 9-jährige Andrea Ott stolz. Das Mädchen aus Sattel möchte sich später noch die Train-Einheit, die Armeepferde, anschauen.

Kletterwand und Info-Stände

In der Infanterieabteilung gleich neben den imposanten Militärfahrzeugen ist Zielsicherheit gefragt: Hier können sich die Besucher im Schiessen üben. Einen Versuch gewagt hat auch Boris Zwyssig mit seinem Sohn Linus. «Eigentlich wollten wir heute ins Verkehrshaus», berichtet der 39-jährige Zürcher. Als er im Radio von der Armeeausstellung und der 700-Jahr-Feier gehört habe, hätten er und sein 4-jähriger Sohn spontan eine Planänderung beschlossen. «Es gibt hier viel Spannendes zu sehen mich interessiert auch der historische Hintergrund sehr.»

Auch im Schornen, wo sich das offizielle Schlachtgelände befindet, ist einiges los. Der Geruch von Sägespänen liegt in der Luft, auf dem Grill brutzeln die Bratwürste und Cervelats. Während sich die Kinder an der Kletterwand, die das Kompetenzzentrum Gebirgsdienst eingerichtet hat, vergnügen, informieren sich die älteren Semester an den zahlreichen Ständen, sei es über die Offiziersgesellschaft, den Militärsanitätsverein oder das Zentrum für friedensfördernde Einsätze, Swissint.

«Die Schlachtkapelle wollte ich mir schon lange anschauen. Jetzt habe ich diese Gelegenheit gepackt», erzählt eine ältere Besucherin aus Brunnen. Sie wisse, dass über die Schlacht am Morgarten nur sehr wenig bekannt sei. Trotzdem verspüre sie hier ein gewisses Heimatgefühl: «Der Mythos Morgarten sorgt für Zusammenhalt. Das finde ich schön.»

Wer vom Militär noch nicht genug hat, kann entlang der Strasse zwischen Morgarten und Sattel Geräte der Lenkwaffen-Fliegerabwehr bestaunen und sich in einer der Armeeküchen etwas Süsses oder Salziges gönnen. Auch der Weg, der durch die Tschupplen führt, ist gesäumt von Militärangehörigen. Hier gibt es Radargeräte zu entdecken, und nur ein paar Schritte weiter erzählt ein Armeetaucher von seiner Arbeit.

Arbeit ist auch das Thema im Ausstellungszelt «Berufe der Schweizer Armee». Hier stellt die Territorialregion 3 jene Bereiche vor, in denen die Armee eine Berufslehre anbietet. Automobil-Mechatroniker etwa oder Luftfahrtmechaniker berichten von ihren Berufsfeldern. Am Abend laden hier Spitzensportler wie die Skicrosser Armin Niederer und Alex Fiva zur Autogrammstunde. «Mit der Ausstellung ‹Deine Armee› sind wir fast im Wochentakt in der Schweiz unterwegs», erklärt Oberstleutnant Renzo Cannabona. Die Ausstellung in Ober­ägeri sei aber dieses Jahr die grösste. Für die Armee sind solche Präsentationen von grosser Bedeutung: «Wir können der Bevölkerung zeigen, wie modern wir sind und welche vielfältigen Möglichkeiten wir bieten können im Ausbildungs- und im Weiterbildungsbereich», so Cannabona.

Highlight Patrouille Suisse

Mittlerweile hat die Sonne die Wolken definitiv verdrängt im Ägerital. Es ist 14 Uhr und damit Zeit für jene Show, die von vielen Besuchern wohl am sehnlichsten erwartet wurde: Die Fliegerstaffel der Patrouille Suisse zeigt nun, was sie kann. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 900 Stundenkilometern brausen die Flugzeuge während rund 20 Minuten durch den Himmel über dem Ägerisee, um kurz darauf dem F/A-18-Flieger, dem lautesten Modell der Schweizer Luftwaffe, das Feld zu überlassen.

Peter Staub, Präsident des Organisationskomitees für das Volksfest, zeigt sich zufrieden mit dem ersten Festtag. «Bis jetzt hat alles wunderbar geklappt. Meine OK-Kollegen haben tolle Arbeit geleistet.» Er selber habe die Flugshows beobachtet und einen Rundgang auf dem Ausstellungsgelände gemacht. «Am meisten imponiert hat mir die grosse Armeefähre», so der Oberägerer Gemeinderat. Sagts und macht sich auf, um letzte Vorbereitungen auf dem Festgelände in Angriff zu nehmen. Schliesslich will das Ägerital gewappnet sein für zwei weitere grosse Festtage, an denen bis zu 30 000 Besucher erwartet werden.

Einige schwelgen in alten Zeiten.... (Bild: Christian H. Hildebrand / Neue ZZ)

Einige schwelgen in alten Zeiten.... (Bild: Christian H. Hildebrand / Neue ZZ)

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