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MORGARTEN: «Ich bin der letzte Mohikaner»

Seit über zehn Jahren ist Karl Steinauer für das Schiesswesen des Morgartenschiessens verantwortlich. Derzeit macht er sich Sorgen wegen einer nötigen Sanierung und hofft auf eine einfache Lösung dafür.
Charly Keiser
Urs Hürlimann (links) und Karl Steinauer posieren für ein Bild des Fotografen von Schiessen Schweiz. (Bild: Charly Keiser (15. November 2017))

Urs Hürlimann (links) und Karl Steinauer posieren für ein Bild des Fotografen von Schiessen Schweiz. (Bild: Charly Keiser (15. November 2017))

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Zum 104. Mal ist am Mittwoch das historische Morgartenschiessen durchgeführt worden. Seit 2006 ist Morgarten-Kommissionsmitglied Karl Steinauer für das dortige Schiesswesen verantwortlich. Und schon um 7 Uhr fand sich Steinauer am Mittwoch in der Kirche Morgarten ein, wo der Oberägerer Pfarrleiter Urs Stierli mit der Andacht und der anschliessenden Kranzniederlegung bei der Gedenkstätte das Morgartenschiessen eröffnete.

«Ich bin als Mitglied der Stadtschützen Zug quasi der letzte Mohikaner», erzählt der 66-Jährige, der seit 20 Jahren in Hünenberg wohnt. Denn früher sei statuarisch festgehalten gewesen, dass mindestens 50 Prozent der Morgartenkommission von Zuger Stadtschützen besetzt sein müssen, was aber heute nicht mehr der Fall sei.

Hauptaufwand fällt vorher an

Steinauer ist völlig «relaxed». Ob er denn heute nicht gestresst sei, wollen wir wissen. «Nein, überhaupt nicht», sagt er und lacht. «Ich muss nur luege, dass gluegt wird.» Die grosse Arbeit falle vor dem Schiessen an, präzisiert Steinauer. Diese beinhalte die Einladung der Sektionen und Schützen sowie die Einteilung unter Berücksichtigung der Spezialwünsche. Er sortiere die Einteilung jeweils nach den Postleitzahlen, erklärt der Hünenberger. «Die Schützen des Kantons Zug sind zuerst am Schiessen, und am Schluss legen sich die Kameraden aus Santa Maria und Genf in die Schützenlinie.»

Mit der Rangverkündigung sei sein Einsatz erledigt. Und diese sei auch für ihn der Höhepunkt des Tages. Im Schiessbüro würden danach die Ranglisten verpackt, und er bringe die rund 120 Couverts am nächsten Morgen auf die Post, erzählt Steinauer und betont: «Meine Frau Marianne (62) und meine Töchter Manuela (34), Karin (33) und Isabelle (31) helfen mir seit Jahren mit dem Vorbereiten dieser Arbeiten.»

«Ideale Freizeitbeschäftigung»

Seit einem Jahr ist Karl Steinauer pensioniert und findet seine Mitarbeit in der Morgarten-Schiesskommission «die ideale Freizeitbeschäftigung». Und das soll auch noch eine Weile so bleiben, wie er verrät.

Sein Job als Chef Schiesswesen mache ihm Spass. Erst einmal sei er so richtig «sauer» geworden. Dies, weil vor der Rangverkündigung Ranglisten verkauft worden seien. «Ich habe gesagt, wenn das noch einmal passiert, könnt ihr einen anderen suchen.»

Unschön seien die beiden Herzinfarktfälle von 2013 und 2014 gewesen, erinnert sich Steinauer. «Glücklicherweise sind beide Patienten schnell ins Spital ­gebracht worden und schnell genesen. Einer war im Folgejahr schon wieder als Schlachtenbummler am Morgartenschiessen dabei.»

In schlechter Erinnerung sind Steinauer zudem die Disqualifikationen. Solche gebe es rund jedes dritte Jahr. Meist werde da jemand erwischt, der einen zusätzlichen Schuss geladen habe. «Das ist vor allem auch gefährlich, weil so ein Schuss im Gewehr verbleiben kann und so die anderen gefährdet sind.»

Seit diesem Jahr habe er ausserdem noch eine Zusatzfunktion, erzählt Steinauer. Als Verantwortlicher für das Schiessen und Architekt sei er neustens mit der nötigen Kugelfangsanierung konfrontiert (siehe Box). Die Untersuchung habe ergeben, dass nur der Boden des Kugelfangs belastet sei, und dies nicht sonderlich schwer. Das Bächlein beim Kugelfang sei nicht belastet und der Kugelfang sei eingezäunt. «Dort grasen nie Kühe, was darum eine Sanierung auch nicht nötig macht. Ich wäre froh, wenn unsere Regierung es wie die Urner beim Rütlischiessen handhaben würde. Dort wird nichts gemacht, und das wäre auch bei uns gut so.»

Nach der Rangverkündigung lichten sich die Reihen der Schützen. Übrig bleiben die Helfer, die zu einem Znacht geladen sind. Mittendrin wie jedes Jahr Karl Steinauer.

«Ich muss nur luege, dass gluegt wird.» Karl Steinauer, Chef Bauten und Schiesswesen Morgartenkommission

«Ich muss nur luege, dass gluegt wird.» Karl Steinauer, Chef Bauten und Schiesswesen Morgartenkommission

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