MOTION: Stadtrat will keinen Sozialinspektor

Der Zuger Stadtrat will keinen Sozialinspektor einführen. Er lehnt eine entsprechende Forderung der SVP ab.

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Missbräuchen in der Sozialhilfe sei ein Riegel zu schieben. Das fordert die SVP-Fraktion des Grossen Gemeinderates in einer Motion. Der Stadtrat geht diesbezüglich mit den Motionären einig, will aber deren Forderung, einen Sozialinspektor einzustellen, nicht unterstützen. «Praktisch alle Fälle von Sozialhilfemissbrauch, Betrug, Zweckentfremdung werden beim Sozialamt durch die fallführenden Sozialarbeiter direkt aufgedeckt», schreibt die Exekutive in ihrer Antwort auf die Motion. Das städtische Sozialamt habe klare Verfahrensabläufe festgelegt. Und: «Das umfangreiche Kontroll- und Sanktionssystem wird mit qualifiziertem Fachpersonal umgesetzt.»

Zudem würden auch Sozialhilfeinspektoren in der Regel erst dann aktiv, wenn ein begründeter Verdacht auf Betrug vorliege. «Die Anstellung eines Detektivs ist wirtschaftlich nicht vertretbar und vom Auftragsvolumen her nicht sinnvoll.» Deshalb will der Stadtrat an seiner bisherigen Strategie festhalten.

Zürich hat mehr Dossiers
«Ich habe diese Antwort erwartet», sagt SVP-Fraktionschef Jürg Messmer. Doch auch die Stadt Zürich habe immer wieder versichert, dass es in der Sozialhilfe keine Probleme gebe. «Und plötzlich kam die Zürcher Stadträtin Monika Stocker auf die Welt.» Ein Vergleich mit Zürich sei nicht angebracht, entgegnet der Stadtrat. «Allein die Zahl der zu bearbeitenden Dossiers ist rund 30-mal höher als in Zug.» In Zürich würde zudem ein Sozialarbeiter bis zu 180 Dossiers bearbeiten. Mit 90 Dossiers pro 100-Prozent-Stelle hingegen würden die Sozialarbeiter in der Stadt Zug ihre Klientschaft persönlich kennen.

Yvonne Anliker

Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema lesen Sie am Montag in der Neuen Zuger Zeitung.