MUOTATHAL/BAAR: «Ich bin eine Wasserratte»

Nach 1973 findet in Muotathal 2018 erstmals wieder eine Kanu-WM statt. Am Pfingstwochenende war Hauptprobe. Mittendrin: Heidi Seeholzer aus Baar.

Christian Ballat
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Heidi Seeholzer aus Baar. Bild: Christian Ballat (Muotathal, 4. Juni 2017)

Heidi Seeholzer aus Baar. Bild: Christian Ballat (Muotathal, 4. Juni 2017)

Christian Ballat

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Mit 14 Jahren hat Heidi Seeholzer einen J+S-Kurs im Kanu gemacht. Seither ist sie praktisch nicht mehr ausgestiegen, wie sie lachend sagt. «Nur bin ich jetzt nicht mehr so oft auf reissenden Flüssen anzutreffen, dafür mehr auf dem See.»

Die Buchhalterin aus Baar ist seit Jahrzehnten aktives Mitglied im Kanu-Club Zug. Dieser Klub, schon 1973 an der letzten Kanu-WM in Muotathal dabei, organisiert im nächsten Jahr wieder- um eine Weltmeisterschaft. Als Hauptprobe fanden am Pfingstwochenende Weltcuprennen auf der Muota statt – «bei hervor­ragenden Bedingungen», wie Heidi Seeholzer bestätigt.

Wie kommt es, dass die Zuger im Kanton Schwyz eine WM organisieren? «Der Kanu-Club Zug hat eine alte Wettkampftradition», erklärt die begeisterte Wassersportlerin und Finanzverantwortliche im OK sowohl für die Weltcup- als auch für die Weltmeisterschaftsrennen. Es sei mal wieder an der Zeit gewesen für einen Grossanlass. «Die Muota ist unser Hausbach», ergänzt Seeholzer. Jeden Donnerstag findet dort der Clubabend statt. «Normalerweise steigen wir beim Schleichenden Brunnen ein und beim Grünenwald wieder aus.» Die Muota sei einer der spannendsten Flüsse der Schweiz und sei «sehr herausfordernd».

Die Baarerin liebt Wasser und Wassersport. «Schwimmen wurde mir aber schnell zu langweilig». Da sei man irgendwie immer eingesperrt. «Im Kanu ist man draussen und trifft jedes Mal eine neue Situation an. Das Wasser ist nie gleich, weil es dauernd in Bewegung ist.»

Wie eine grosse Familie

In den Neunzigerjahren begann Heidi Seeholzer als Betreuerin international an die Kanurennen mitzureisen. Bis heute macht es ihr viel Spass. «Der Zusammenhalt unter Sportlern und Betreuern ist hervorragend, über alle Landesgrenzen hinweg.» Man sei wie eine grosse Familie, und es sei selbstverständlich, dass man sich untereinander helfe. So starteten etwa die amerikanischen Kanuten dieses Wochenende auf der Muota in Booten, die von Schweizern zur Verfügung gestellt wurden. «Es wäre für die Sportler zu teuer, wenn man die Boote für einzelne Rennen aus Amerika nach Europa oder umgekehrt transportieren müsste.»