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MURI: Auf vier Rädern ins Kino ist hier schon Kult

Seit 20 Jahren begeistert das Autokino die Filmfans. Mit zwei Klassikern und amerikanischem Ambiente feierten sie das Jubiläum.
Nadine Wyss
Im Pontiac L Head 1953 geniessen Kurt Aegerter und Susanne Kursawe den warmen Abend. (Bild Werner Schelbert)

Im Pontiac L Head 1953 geniessen Kurt Aegerter und Susanne Kursawe den warmen Abend. (Bild Werner Schelbert)

Vor 20 Jahren brachten Aargauer Pioniere das Autokino nach Muri. Nach einem Aufenthalt in den USA liess Pirmin Breu die Idee vom Drive-in-Cinema nicht mehr los. Zusammen mit seinem Freund Beat Baumann realisierte er den ersten Event. Am vergangenen Wochenende wurde das 20-Jahr-Jubiläum gefeiert. Der Wettergott spielte zum Glück mit und zauberte gar am Freitagabend einen Regenbogen aufs Gelände.

Am Anfang war alles improvisiert

Mit einem Beamer, einer Blache und ein paar Kumpels fing alles an. Die Geldmittel waren knapp, der Enthusiasmus gross. Lediglich 15 Autos und ungefähr 40 Personen nahmen am ersten Event teil. Der Film «Born In East L. A.» sowie der Klassiker «Christine» nach dem gleichnamigen Roman von Stephen King, waren die ersten Filme, welche nun anlässlich des Jubiläums erneut gezeigt wurden. Ein befreundeter Landwirt stellte damals wie auch heute das Land zur Verfügung. «Obschon wir am Anfang improvisieren mussten, waren wir ab Beginn in der Lage, den Ton über die UKW-Frequenz im Autoradio zu empfangen», erzählt Mitgründer Beat Baumann stolz. «Gemäss heutigem Standard war dies damals illegal, heute verfügen wir natürlich über sämtliche Bewilligungen».

Eintrittspreis gleich wie damals

In den USA wurde das erste Autokino in den 1930er-Jahren eröffnet. Lange Zeit war diese Art von Kino Kult. In Europa konnte es jedoch nicht in ähnlicher Form Fuss fassen. Es mag wohl am fehlenden Platz, dem Lärm und den Wetterbedingungen gelegen haben. Gemäss Pionier Pirmin Breu ist die Aargauer Version zwar nicht direkt mit dem Original aus den USA zu vergleichen. Er ist aber sehr zufrieden mit diesem Event, welcher in seinem Sinne von den Verantwortlichen weitergeführt wird. Auch lobt er den tiefen Eintrittspreis, welcher mit 15 Franken gleich hoch ist wie damals.

Der Verein «Autokino Muri» umfasst rund 30 Mitglieder. Die ehrenamtlichen Helfer stellen diesen Anlass jedes Jahr auf die Beine. «Wir machen es aus Freude und Überzeugung», erzählt Thomas Nebel, Mitglied des Organisationskomitees. «Aus dem Ertrag bezahlen wir unser Helferessen. Sollte der Event mehr abwerfen, werden wir das Geld spenden.» Das eingespielte Team wirkt sehr professionell. Vom Empfang bis zur Einweisung und dem Essen funktioniert alles wie am Schnürchen. Auf dem Menüplan stehen Hamburger mit Pommes frites, aus dem Lautsprecher ertönt der passende Sound. Der Anlass zieht Leute an aus nah und fern. Sie kommen mit ihren Oldtimern auch aus den umliegenden Kantonen oder gar aus dem Ausland. Eingefleischte Fans aus der Ami-Szene in den entsprechenden Outfits sind auszumachen. Autoliebhaber in allen Altersklassen, Velofahrer und sogar Fussgänger sind vor Ort und sorgen für eine ausgelassene und fröhliche Stimmung. Lukas Horn aus dem Kanton Zürich ist das erste Mal hier. «Ich habe vom Event gehört und wollte es nun selber mal erleben.» Gina Suter bestätigt: «Seit fünf Jahren komme ich regelmässig. Der Film ist jeweils sekundär. Mir gefällt die einmalige Atmosphäre.»

Elvis on Stage

Die Organisatoren des Jubiläumsfestes wollten an die Anfangszeiten erinnern. Es war dieser ganz spezielle Spirit, welchen die Besucher spüren sollten. Die abgelegene Lage mit der Natur als Kulisse hat bestimmt dazu beitragen wie auch der Film «Christine», welcher viele Songs aus der damaligen Zeit enthielt. Neben dem Kultfilm war der bekannte Elvis-Imitator Nigel Elvis Kingsley das grosse Highlight am Samstagabend. Er gilt als bester Elvis-Imitator Europas und vermag die Zuschauer zu begeistern. Die Wettersituation und die Auswahl des Filmes wirken sich auf die Anzahl der Raritäten aus. Bei gutem Wetter geben sich die verschiedenen Oldtimer und US-Cars ein Stelldichein. Bis zu 300 Autos haben Platz, danach wird es eng. Gemäss den Initianten soll es diesen Anlass noch lange geben. Das Publikum wirds freuen.

Nadine Wyss

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