Muri: Wenn eine Maschine Arbeitsplätze rettet

Die Hobler Metallbau AG investiert in ein digital gesteuertes Bearbeitungscenter.

Eddy Schambron
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Inbetriebnahme des neuen Bearbeitungscenters bei der Hobler Metallbau AG. (Bild: Eddy Schambron)

Inbetriebnahme des neuen Bearbeitungscenters bei der Hobler Metallbau AG. (Bild: Eddy Schambron)

Es ist eine Maschine im Zeichen der Digitalisierung. Sie steigert die Effizienz bei der Hobler Metallbau AG in Muri markant, kostet aber keine Arbeitsplätze. Mit dem neuen Bearbeitungscenter für Aluminium- und Stahlprofile werden Ressourcen frei, die anderweitig genutzt werden können. Zudem wird die Fehlerquote geringer und die Attraktivität des Arbeitsplatzes erhöht.

Die Geschäftsleitung ging auch neue Wege bei der Beschaffung dieses Bearbeitungscenters. «Wir haben die Mitarbeitenden von Anfang an mit einbezogen», erklärt Patrik Schärer, Mitglied der Geschäftsleitung. Sie redeten bei der Wahl der Maschine mit, sie definierten Ziele und Anforderungen, legten den Standort des Geräts und die sich daraus ergebenden Arbeitswege fest.

Festhalten am Standort Muri

Jetzt kann das Bearbeitungscenter Schüco AF 310 CNC-gesteuert sozusagen alles in ein Metallprofil fräsen, ganz gleich ob Langloch oder Buchstaben. Aber nur, wenn vorher am Computer genau gearbeitet und programmiert wurde, wie Metallbauer Thomas Rudolph, Vorarbeiter Aluminium, unterstreicht. Das verlangt hohe Anforderungen an die EDV. Die Hobler AG ist spezialisiert auf Planung, Fabrikation, Montage und Unterhalt von Glas-, Tor- und Metallbaukonstruktionen und Spezialanfertigungen im Metallbau.

Die Investition wurde nicht getätigt, weil es toll ist, eine so topmoderne Maschine zu haben. Inhaber und Geschäftsführer Urs Erb zeigt auf, dass bei einem Aluminiumprodukt der Materialaufwand etwa 30 Prozent ausmacht, die Produktionskosten aber 70 Prozent. Wenn fertige Tore aus dem Ausland gleich viel kosten wie das Aluminium, das die Hobler AG einkauft, dann musste etwas geschehen. «Mit dem neuen Bearbeitungscenter holen wir so die Kosten herunter», sagt Erb und unterstreicht, dass er am Arbeitsstandort Schweiz und insbesondere Muri festhalten will. Die Hobler Metallbau AG beschäftigt 35 Leute und bildet fünf Lernende aus. Ein wichtiger Teil ist heute der Bereich Service und Reparaturen. 80 Prozent der Kundschaft sind zum Teil langjährige, immer wiederkehrende Auftraggeber.

Weg von Industrieaufträgen, hin zu Einzelanfertigungen

Als Erb 1990 die Firma übernahm, war sie zu einem kleinen Handwerksbetrieb geschrumpft. Er organisierte die Firma neu, ging weg von nicht lukrativen Industrieaufträgen hin zu Einzelanfertigungen, legte fest, was selber gemacht werden konnte und was man besser einkaufte. Es war eine Vision, wie sie mit dem neuen Bearbeitungscenter neu belebt wird: «Damals hatte man vielleicht verpasst, mit der Technologie mitzuhalten. Das wollen wir heute nicht tun, sondern uns auf Herausforderungen, die auch die Digitalisierung mit sich bringt, einlassen.»