Wie weiter nach dem abgesagten Murianer Jubla-Lager wegen eines Coronafalls?

Müssen auch andere der 300 Schweizer Lager von Jungwacht Blauring damit rechnen? Das sagt der Dachverband.

Mona Martin
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In letzter Minute wurde das Sommerlager der Jungwacht Blauring Muri abgesagt. Grund dafür sei ein «positiv getesteter Covid-19-Fall im engen Kreis der beiden Vereine», wie es in einer Mitteilung Anfang der Woche heisst. Da die Ansteckungskette nicht zurückverfolgt werden kann, sahen sich die Leiterinnen und Leiter gezwungen, das ganze Lager im bündnerischen Runcahez bei Surrein abzusagen. Am vergangenen Montagmorgen wären eigentlich rund 110 Kinder, begleitet von zwischen 40 und 50 Leitenden, in die Ostschweiz aufgebrochen.

Ein Bild von den Aufräumarbeiten auf dem Lagerplatz in Runcahez.

Ein Bild von den Aufräumarbeiten auf dem Lagerplatz in Runcahez.

Bild: Jubla Muri/PD

15'000 bis 20'000 Kinder und Leitende nehmen in einem normalen Jahr an den Sommerlagern der Jubla im ganzen Land teil. Könnte ihnen dasselbe Schicksal wie ihren Gspänli aus Muri drohen? Bis anhin sei das Lager der Jungwacht Blauring Muri das einzige geplante Lager, das wegen des Coronavirus abgesagt werden musste, gab Daniel Bekcic, Leiter Kommunikation von Jungwacht Blauring Schweiz auf Nachfrage unserer Zeitung am vergangenen Mittwoch Auskunft. «Es gab aber einige Scharen, die die Lagerplanung wegen des Coronavirus bereits im Mai ganz eingestellt haben.»

Für alle anderen sei ein Schutzkonzept speziell für Jubla-Lager erstellt worden. Dieses habe man basierend auf den Vorgaben des Bundes erarbeitet und setze es in enger Zusammenarbeit mit den Krisenverantwortlichen aller Kantone um. «Alle Leiterinnen und Leiter kennen das Schutzkonzept für die Lager und beurteilen anhand von verschiedenen Hilfestellungen, wie sie im Ernstfall reagieren müssen.»

Der Entscheid liegt bei der Kantonsärztin

«Ob ein Lager abgesagt wird, entscheidet schlussendlich die Einschätzung der Kantonsärztin», so Bekcic. Ist ein erheblicher Teil der Teilnehmenden erkrankt und kann das Schutzkonzept nicht eingehalten werden, weil beispielsweise Quarantäne-Vorkehrungen den Lagerbetrieb verunmöglichen, müsse das Lager abgesagt werden. Möglichkeiten, einzelne Erkrankte zu isolieren gebe es zwar aber es sei nur bis zu einer gewissen Anzahl möglich.

Auf die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, bei Coronafällen das Lager um weitere zwei Wochen zu verlängern, um so die Inkubationszeit abzuwarten, antwortet Alice Stierli, Co-Präsidentin der Verbandsleitung Jubla Schweiz mit einem Augenzwinkern: «Kinder und Eltern hätten sicher nichts dagegen, das Lager auszudehnen. Ein Coronalazarett einzurichten, wollen wir den Leiterinnen und Leitern aber nicht zumuten. Ausserdem würden wohl auch die Latrinen an ihre Grenzen stossen.»

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