MUSICAL: «Nikki» feiert in Zug Premiere

Musical, Oper, Zuger Eigengewächs: «Nikki» ist vieles - vor allem aber ein visuelles Meisterwerk.

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Die Darsteller des Musicals. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Die Darsteller des Musicals. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Das Premierenpublikum spendete zu Recht mehr als herzlichen Applaus, als Intendant August P. Villiger gestern Nacht auf der Casino-Bühne den zahlreichen Mitwirkenden Rosen verteilte. Sie alle haben gemeinsam eine grosse Leistung vollbracht.

Dennoch: Ganz geschlossen und euphorisch war dieser Beifall nicht. Vielleicht, weil eben auch nicht ganz alles gelungen erscheint an dieser Eigenproduktion, die sich die Theater- und Musikgesellschaft Zug (TMGZ) zum 200. Geburtstag selber zum Geschenk machte.

Zu komplex für ein Musical
Rudolph Straubs Geschichte um die dänische Reporterin Vicky, die sich in Thalstätten (sprich in Zug) von einer alten Tragödie um eine Landsfrau namens Nikki gleichsam umgarnen lässt, ist zwar ebenso originell wie tiefgründig - doch mit ihren zwei Zeitebenen viel zu komplex für ein musikalisches Bühnenwerk. Sie zu erzählen braucht Zeit. Lange, oft statische Dialoge sind die Folge; sie bedrängen die Musik, weisen ihr über beträchtliche Strecken eine Nebenrolle zu.

Am verblüffendsten ist der visuelle Eindruck: Schlicht grossartig ist das ebenso schlichte wie bewegende Bühnenbild von Daniel Christen, der von Andreas Iten, Mark Blezinger und Christoph Gutmann unterstützt wurde.

Dank aufwändiger Projektionen erscheinen die Szenenbilder real, lebendig - und erstaunlicherweise auch dreidimensional: Zugs berühmter Sonnenuntergang etwa findet hier auf der Casino-Bühne fast ebenso eindrücklich statt wie sonst jeweils draussen auf der Terrasse. Kurz: In «Nikki» ist das Bühnenbild der Star.

Christian Peter Meier

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Zuger Zeitung.