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MUSIK: Nicht nur eine Ode an das Zug von einst ...

Die Lieder sind persönlich und intim: Jean-Luc Wilhelm alias Jimmie Something tauft seine zweite Platte. Einer der Songs lässt besonders tief blicken.
Nach Jahren folgt sein zweites Album: der Zuger Singer/Songwriter Jean-Luc Wilhelm alias Jimmie Something.

Nach Jahren folgt sein zweites Album: der Zuger Singer/Songwriter Jean-Luc Wilhelm alias Jimmie Something.

2005 hat Jimmie Something seine erste LP herausgegeben – fast 13 Jahre lang ist sie auch die letzte geblieben. Bis jetzt. Der Zuger Musiker mit bürgerlichem Namen Jean-Luc Wilhelm ist als Solokünstler zurück. Seit seiner Kindheit ist das Musikmachen dauerhafter Begleiter – er ist langjähriges Mitglied der alteingesessenen Zuger Band Glenturret –, und die persönliche Weiterentwicklung hat ganz klar auch nach seinem Erstling stattgefunden.

«Meanderlands» heisst die neue Platte mit sieben Songs, die der Zuger am kommenden Wochenende in der Galvanik taufen wird. Es ist eine Art Update des eigenen Schaffens, die klangliche Formensprache eine ganz andere als der zuweilen kräftig-treibende Sound von Glenturret. Der passionierte Gitarrist tritt erklärt als Singer-Songwriter auf, sein eigener Sound verzichtet auf Perkussion, ist geprägt von einer gewissen Intimität, von Sanftheit und einer vertrauten Charakteristik: Er bewegt sich in einem Spannungsbereich zwischen Schweizer Liedgut und irisch-schottischer Tradition. Letzteres rührt insbesondere von seiner ausgeprägten Affinität zum nordeuropäischen Kulturgut – der Zuger hat ein Jahr lang in Schottland gelebt.

Ein vertonter Winterspaziergang

Die Songs sind Momentaufnahmen aus dem Leben des 47-Jährigen, wie er sagt – Erlebnisse, Empfindungen, ein «Blick hinaus in die Welt», Stimmungsbilder ... Sechs der sieben Lieder sind auf Englisch, eines auf Zugerdeutsch: Das «Zuger Obiglied» ist ein kleiner Exot auf «Meanderlands», und es ist wohl Wilhelms persönlichster und intimster Beitrag. Die Idee garte auf einem seiner winterlichen Abendspaziergängen von Zug hinauf auf den Zugerberg. «Es liess mich jeweils zur Ruhe kommen», sagt Wilhelm. «Bis mir der Gedanke kam, einen solchen Spaziergang zu vertonen.» Sein Anspruch an sich selbst und an das im Entstehen begriffene Lied: Es muss mehr als ein Heimatlied sein, mehr als eine Ode an die Stadt, in der er schon so lange lebt. «Zug hat Facetten, mit denen ich mich schwer tue», sagt Jean-Luc Wilhelm. Nach all den Jahren sei sein Blick auf seine Stadt kritischer geworden. Vor allem im wirtschaftlichen Bereich und im internationalen Kontext sieht er Widersprüche, die er moralisch-ethisch hinterfragt. «Mit dem ‹Zuger Obiglied› schaffe ich mir meine Stadt so, wie ich sie mir wünsche.» Der Musiker greift dabei tief in seine Erinnerungskiste, träumt sich vergangene Zeiten herbei, verharrt auf seinem Spaziergang an Orten der Erinnerung, singt mit sanfter Stimme mit der Gitarre auf den Knien von seinen Sehnsüchten nach dem Einst.

Zum Obiglied hat Remo Hegglin, ebenfalls Mitglied von Glenturret, einen Videoclip gedreht. Dafür hat er Wilhelm mit der Kamera an einem grauen Winterabend auf den Zugerberg begleitet. Sinnierend stapft der Musiker durch den nassen Schnee, stets «seine» Stadt im Rücken, kehrt oben in der Kneipe ein und fährt schliesslich mit der Bahn zurück ins Tal. Der Exkurs in seine Erinnerungen ist wie die temporäre Flucht in ein verblichenes Stück heile Welt.

Das Obiglied und einzelne andere Songs auf «Meanderlands» sind unter Mitwirkung von Jonas Iten am Cello und Patrick Ruoss am Piano entstanden. In einem Lied wirkt Marcel Spiess an der Akustikgitarre mit. Jean-Luc Wilhelm alias Jimmie Something tauft «Meanderlands» am kommenden Samstag in der Galvanik.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Hinweis

Jimmie Something & Friends, Plattentaufe «Meanderlands», Kulturzentrum Galvanik Zug am Samstag, 12. Mai, 21 Uhr.

www. Youtube-Clip «Es Zuger Obiglied»: zugerzeitung.ch/bonus

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