Musik trotz Coronavirus: Die Zuger Musikschulen haben gemeinsam einen Onlinekatalog gestaltet

In 31 kurzen Videos werden Instrumente von einer Musiklehrperson vorgestellt. Damit sollen sich Kinder und Erwachsene, die ein Instrument lernen möchten, informieren können.

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Marita Kohler spielt die Oboe ein.

Marita Kohler spielt die Oboe ein. 

PD


(bier) Kurz nach der Schliessung sämtlicher Musikschulen im Kanton hatte der Leiter der Musikschule Cham, Christoph Müller, die Idee, Videos zu erstellen. «Ich hatte auf Facebook eine Schule gesehen, die das macht und wollte etwas Ähnliches für den Kanton Zug.», wird er in einer Pressemitteilung zitiert. Beim Präsidenten der Zuger Kantonalen Musikschulkonferenz, Benno Auf der Maur, stiess er auf offene Ohren. «Schon bald waren die Zusagen sämtlicher Zuger Musikschulen da.»

Gemeinsam bestimmten die beteiligten Musikschulleiter die Lehrpersonen, die ihr Instrument vorstellen sollten, so Christoph Müller. Die Aufnahmen bestehen aus musikalischen Beispielen und einer Erklärung über die Eigenheiten der Instrumente.

Für die Lehrpersonen waren die Aufnahmen vor laufender Kamera eine ganz neue Situation. «Man hat eine Verantwortung den anderen Lehrpersonen desselben Instruments gegenüber, da ja nur eine Lehrperson pro Instrument ein solches Präsentationsvideo macht», sagt beispielsweise die Oboistin Marita Kohler in besagter Mitteilung. «Es ist mir deshalb sehr wichtig, dass ich mein Instrument ansprechend, vielseitig und verständlich präsentieren kann, damit alle interessierten Kinder und Erwachsene sich angesprochen fühlen.»

Kein Ersatz für Normalsituation

Der «klingende Fächerkatalog» besteht aus insgesamt 31 Videos mit musikalischen Beispielen und einer fachkundigen Erklärung, die ab sofort online auf den Websites der beteiligten Musikschulen zu finden sind. Für die Schulleitungen der beteiligten Musikschulen sei klar, dass diese Art von Instrumentenvorstellung kein vollwertiger Ersatz für die Instrumentenvorstellung an den Musikschulen sei. Der Initiant Christoph Müller meint dazu:

«Es ist sicher ein Nachteil, dass die Instrumente nicht ausprobiert werden können. Je nachdem wie sich die Situation entwickelt, können wir vor den Sommerferien noch eine Lösung dazu anbieten aber im Moment ist die Online-Instrumentenvorstellung das Beste, das wir bieten können.»

Die Musikschulen der Gemeinden Baar, Cham, Hünenberg, Menzingen, Neuheim, Oberägeri, Risch Rotkreuz, Steinhausen, Unterägeri, Walchwil und Zug haben das Projekt gemeinsam erarbeitet. Die beteiligten Musikschulen würden die Kinder, die sonst zu den Instrumentenvorstellungen eingeladen werden, direkt anschreiben und sie über diese Online-Möglichkeit informieren. «Mit dem Ziel, dass im nächsten Schuljahr wieder viele neue Schülerinnen und Schüler vom Unterricht in den Musikschulhäusern profitieren können», heisst es in der Mitteilung abschliessend.

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