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Am «Boswiler Sommer» lässt es sich musikalische Spezialitäten sorglos geniessen

Das Musikfestival Boswiler Sommer bietet seinem Publikum mehr als eine Reihe klassischer Konzerte. Man wagt das Besondere und serviert es in sommerlich leichter, persönlicher Atmosphäre. «Sans Souci» lautet das Motto, sorgloses Glück.
Cornelia Bisch
Die Alte Kirche Boswil wird wiederum zum würdigen Schauplatz des Musikfestivals Boswiler Sommer. Bild: Beni Basler

Die Alte Kirche Boswil wird wiederum zum würdigen Schauplatz des Musikfestivals Boswiler Sommer. Bild: Beni Basler

«Friedrich der Grosse nannte sein Schloss auf dem Land Sanssouci, ein Sehnsuchtsort, wo Kunst und Natur im Einklang stehen», erläutert Andreas Fleck, Leiter des Musikfestivals Boswiler Sommer. Diesen Gedanken hat er als Motto für das diesjährige Festival übernommen, das vom 30. Juni bis 8. Juli im Künstlerhaus stattfindet. «Wer die Musik, die Menschen und die Atmosphäre am Boswiler Sommer erlebt, kommt für einige Stunden auf andere Gedanken und ist dabei hoffentlich weniger sorg- als vielmehr sorgenlos», bringt es Fleck auf den Punkt.

Beethoven habe das so schön beschrieben als Überschrift zu seiner 6. Sinfonie, die zum Festival-Abschluss aufgeführt wird: «Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande.»

Es sind vor allem zwei konzeptionelle Elemente, die den Boswiler Sommer auszeichnen: die Nähe zwischen Publikum und Künstlern und «das Seltene, das es nirgends sonst gibt», wie Fleck betont. «Es gibt nur eine Chance, die Konzerte zu hören, und keinerlei Reprise.» Oft fördert er vergessene Raritäten oder gänzlich unbekannte Werke aus den Nachlässen berühmter Komponisten zu Tage, die aus irgendwelchen Gründen vor der Welt verborgen geblieben waren.

Poetische Liebeserklärung

Eine solche Trouvaille gibt es auch im diesjährigen Programm: «Es ist die gedichthafte Liebeserklärung des Wiener Gründerzeitkomponisten Zemlinsky ‹Maiblumen blühten überall›. Wunderschön gesetzt für sechs Musiker und Sopran», erklärt Fleck. Nicht nur die Kompositionen, sondern auch die Arrangements machen die Konzerte des Boswiler Sommers einzigartig. «Bachs Cembalo-Konzerte sind Hits der Klassik. Aber wie klingen sie mit vier Marimbas und Streichorchester? Hier wird nicht ausgegraben, eher neu beleuchtet.»

Wo kein solcher vorgegeben ist, kann nichts aus dem Rahmen fallen, auch kein Beatles-Konzert, das 30 Musiker aus Rock und Klassik aufführen. «Die Beatles waren auf dem Höhepunkt ihrer Popularität und konnten künstlerisch machen, was sie wollten», stellt Fleck fest. «So tobten sie sich kreativ aus und schufen ganz nebenbei das legendäre Album ‹Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band›, das als einflussreichstes Album der Popgeschichte gilt.» Das Album und die Geschichte dazu sind gleich zweimal in prominenter Besetzung mit Stefan Gubser und Samuel Streiff als Erzähler zu hören.

Und weitere Rezepte des Festivalleiters: «Man nehme Sommer, blauen Himmel und Blasmusik, fertig ist die wolkenlose Idylle. Beim Konzert ‹Wolkenlos› treffen eine schwelgende Bläser-Serenade des Böhmen Dvorák, das witzig jazzige Cello-Konzert von Gulda und originale Blasmusik wie für einen launigen Biergarten zusammen.» Oder Lieder von Dowland, wie Fleck weiter schwärmt, die aus einer unendlich weit entfernten Zeit zu stammen scheinen. «Dazu die quasi moderne Entsprechung des zeitgenössischen Komponisten Britten, der sich direkt auf diese 400 Jahre alte Musik bezieht.»

Die Interpreten, insbesondere die omnipräsenten Festival-Artists, sind oft geniale junge Musiker, die am Anfang grosser Karrieren stehen, oder Weltstars, die nach Boswil wie nach Hause zurückkehren.

Moderierte Gespräche und Interviews

Über die diesjährigen Festival-Artists sagt Andreas Fleck: «Jonian Kadesha spielt sensationell Geige. Das hat der albanisch-griechische Musiker schon letztes Jahr bei seinem Kurzbesuch am Festival bewiesen. Von ihm wollten wir und das Publikum unbedingt mehr hören.» Sophie Klussmann überzeuge als Sängerin mit einer Präsenz und Ausdrucksstärke, die sehr selten sei.

Die räumliche Nähe der Musiker zum Publikum wird neu noch intensiviert durch Gespräche und Interviews, welche die Moderatorin Giada Marsadri vor oder nach den Konzerten mit den Künstlern inmitten des Publikums führen wird. «Das neue Foyer ist dafür prädestiniert, ein Konzert gemeinsam beim Gespräch ausklingen zu lassen», so Fleck. Giada Marsadri sei eine ungemein gewinnende Person, bei der das Klischee vom Tessiner Charme zu 100 Prozent zutreffe. Sie ist vor allem bekannt geworden durch die Moderation des Locarno Film Festivals.

Das Kinderkonzert befasst sich diesmal auf humorvolle Weise mit Vivaldis «Vier Jahreszeiten». «Vor ihm kam noch nie ein Komponist auf die Idee, das Wetter und seine Stimmungen in Musik zu übertragen», sagt Fleck. Gut für den Wettermacher Firlifax, dass der Komponist das gewagt hat. Denn nun kann er gemeinsam mit dem Streicherensemble Camerata JSAG für alle Kinder ab sechs Jahren mit Tönen Wetter zaubern.

Informationen und Tickets unter www.kuenstlerhausboswil.ch

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