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Kolumne

Wandern mit Karte oder Smartphone?

Dank GPS und Smartphone weiss man immer, wo man ist. Doch ist eine Karte nicht doch das bessere Tool, um sich im Gelände zurechtzufinden? Die Redaktoren Marco Morosoli und Charly Keiser sind gegenteiliger Meinung.
Morosoli gegen Keiser
Redaktor Marco Morosoli

Redaktor Marco Morosoli

Nie ohne meine Karten auf Papier. Diesem Grundsatz lebe ich auch heute noch nach, wenn ich in die Berge gehe. In der Schweiz gibt es ja die 1:25000-Karten mittlerweile gratis im Netz. Aber bei der Vorbereitung der Wanderroute drucke ich mir einen Kartenabschnitt aus.

Dies mag Druckertinte kosten, aber verhilft mir zu mehr Sicherheit. Das habe ich kürzlich auf meiner Tour auf den Hohen Dieb (2750 Meter über Meer) erlebt. Ohne Karte wäre ich definitiv schon kurz unterhalb dieses Berggipfels zwischen dem Ultental und dem Vinschgau vom Weg abgekommen.

Ok, ich musste über Bäche laufen, die normalerweise im Juni nicht mehr da sind. Der strenge Winter 2017/18 ist die Ursache dafür. Wenn mein Kollege Charly Keiser auf das GPS setzt, wäre er auf dem letzten Teilstück meiner Wanderung sicher auch versandet. Ich bin in einer Apfelplantage herumgeirrt. Normalerweise helfen Kirchtürme oder Burgen zur Orientierung. Im Vinschgau hilft das hingegen nicht. Da heisst es dann, einfach klettern und Leute fragen.

Eine Lehre für ein nächstes Mal: Dem Wegweiser folgen, auch wenn der zu einem Dorf führt, das als Endziel nicht unbedingt taugt. In den Apfelplantagen habe ich bei meiner über zehn Stunden dauernden Tour sicher mehr Zeit verloren.


Reporter Charly Keiser

Reporter Charly Keiser

Die vielen 1:25000er-Karten der Schweizer Landestopografie beanspruchten in den 1970er- und 1980er-Jahren viel Platz in meinem Büchergestell? Doch das ist schon lange passé. Denn die Karten, die mich auf zahlreichen Kletterabenteuern im Rucksack begleitet haben, sind entsorgt.

Ich gebe zu: Hie und da drucke ich wie Kollege Morosoli einen Kartenausschnitt mit der geplanten Wanderung aus. Doch dies nur dazu, um meinen Begleitern im Voraus die geplante Route zeigen zu können. Ich selber verlasse mich viel lieber gleich auf mein iPhone, dank dem ich fast metergenau weiss, wo ich mich auf der Wanderung oder der Biketour grad befinde.

Mit Schaudern denke ich an die Zeit zurück, als wir im Nebel und in gefährlichem Gelände den Höhenmeter konsultieren mussten, um unseren Ort zu bestimmen. Wir mussten jederzeit wissen, wo wir uns auf der «papierenen Karte» befanden. Kartenlesen war wichtig, und ich liebte es damals schon.

Nebst diesen Sicherheitsaspekten geht’s heute vielmehr auch um Spass. Denn dank dem Smartphone können die Touren auf dem Computer zu Hause nochmals absolviert werden. Die Apple Watch liefert die Pulswerte hinzu und so kann ich leicht feststellen: Zu lange gebraucht, zu hoher Puls, schlechte Form :-(

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