Nach 103 Jahren verschwindet eine Institution

In wenigen Tagen geht die Ära des Warenhauses Locher in Cham zu Ende. Der Chef nimmts gelassen. Noch.

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Maja und Werner Locher führten das Geschäft während 38 Jahren. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Maja und Werner Locher führten das Geschäft während 38 Jahren. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Ganze Stockwerke, die vor wenigen Wochen noch mit Töpfen, Geschirr und Spielzeug gefüllt waren, sind völlig verwaist. Nur im Erdgeschoss und im Keller, wo Geschäftsinhaber Werner Locher und seine Frau Maja improvisiert auf noch nicht verkauften Gartenmöbeln sitzen und bereitwillig Auskunft über ihre Seelenlage vor der Stunde null geben, dräuen saisonal verirrte Skibobs an der Wand.

Maja und Werner Locher führten das Geschäft während 38 Jahren. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Maja und Werner Locher führten das Geschäft während 38 Jahren. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Der 66-jährige Ladeninhaber ist erstaunt, «dass täglich Leute ins Geschäft kommen, die unter der mittlerweile auf 50 Prozent reduzierten Ware noch etwas Brauchbares herausfischen». Sagts und versichert, dass ihn die Wehmut noch nicht ergriffen hat: «Vielleicht packts mich, wenn endgültig die Lochwände an den Mauern wegkommen, die ich neulich verkauft habe, und ich dann nur noch die nackten Backsteine anschauen kann», so Locher, seine Brille hochschiebend. Seit 103 Jahren – 1909 wurde die Eisenwarenhandlung von Lochers Grossvater Edmund Locher-Hürlimann gegründet – residiert das Fachgeschäft am Bärenplatz.

Wolfgang Holz

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