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Zuger Technologiefirmen stapeln nach Boomjahr tief

Wie die Ergebnisse einer Umfrage des Technologie-Forum Zug zeigen, war 2018 für Zuger Technologieunternehmen ein überaus erfolgreiches Jahr. Für 2019 sind die Prognosen weniger optimistisch. Probleme bereitet verstärkt der Fachkräftemangel.
Christopher Gilb
1946 als Schmierpressenfabrik gegründet: die Abnox AG in Cham. (Bild: Screenshot Abnox)

1946 als Schmierpressenfabrik gegründet: die Abnox AG in Cham. (Bild: Screenshot Abnox)

Die Abnox AG in Cham steht für Schweizer Spitzentechnologie im Bereich der Schmier-, Dosier- und Spanntechnik. Das Portfolio des mittelständischen Unternehmens mit 44 Mitarbeitern und einem Exportanteil von 70 Prozent umfasst über 600 Hightech-Produkte. «Letztes Jahr war für uns ein Rekordjahr», sagt CEO Matthias Iseli. «Unsere Wachstumsrate betrug zehn Prozent.»

Kleingebindepumpen (links), Easy-Lub-Pumpen (Mitte) und Fasspumpen (rechts) von Abnox.

Kleingebindepumpen (links), Easy-Lub-Pumpen (Mitte) und Fasspumpen (rechts) von Abnox.

Damit ist das Unternehmen kein Einzelfall. Wie eine Umfrage des Technologie-Forums Zug (TFZ) zeigt, lief es bei Zuger Technologieunternehmen gut im 2018. Die grosse Mehrheit von 93 Prozent beurteilt die Umsatz- und Ertragsentwicklung zufrieden oder akzeptabel. 64 Prozent der Umfrageteilnehmer konnte den Umsatz und 46 Prozent sogar den Reingewinn steigern. Auffällig ist jedoch, dass die Wachstumsprognose fürs laufende Jahr deutlich weniger optimistisch als die vorjährige Prognose ausfällt. Nur noch 40 Prozent der Unternehmen erwarten 2019 ein Wirtschaftswachstum, – das ist weniger als die Hälfte des Vorjahreswertes.

Viele Unsicherheitsfaktoren

Gianni Bomio, Generalsekretär der Zuger Volkswirtschaftsdirektion und Vorstandsmitglied im TFZ sieht trotzdem keinen Grund zur Sorge: «2018 war wirklich ein ausserordentlich gutes Jahr. «Wenn 2019 nicht ganz so gut wird, heisst das überhaupt nicht, dass es der Wirtschaft schlechter geht, sondern vielmehr, dass sich die Lage sozusagen normalisiert.» Es stehe einfach derzeit viel in den Sternen, ob der Brexit komme oder wie sich das Verhältnis zwischen den USA und China entwickle, was die Exportwirtschaft direkt betreffe. «Auch deshalb haben die Unternehmen wohl etwas zurückhaltender geantwortet», so Bomio.

Matthias Iseli. (Bild: Xing)

Matthias Iseli. (Bild: Xing)

Ins gleiche Horn stösst Abnox-CEO Matthias Iseli: «Einerseits gibt es so ein gewisses Unsicherheitsgefühl betreffend der internationalen Lage. Ob das angebracht ist, bleibt aber dahingestellt. Ich glaube, da wird auch viel Panik gemacht und anderseits wissen die Unternehmen, dass der Boom nicht ewig anhält und sich die Wachstumszahlen wieder normalisieren werden.» Ein Problem bleibt, wie sich zeigt, weiterhin der Fachkräftemangel. Nur 15 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, offene Stellen problemlos besetzen zu können. Bei der Vorjahresumfrage waren es immerhin noch 26 Prozent. Zudem gaben 63 Prozent der Unternehmen an auf ausländische Fachkräfte angewiesen zu sein.

Mehr Informatiker ausbilden

«Der Fachkräftemangel ist ein Fakt», sagt Gianni Bomio. Dagegen werde aber bereits einiges getan. So erwähnt er das Departement Informatik in Rotkreuz, wo jährlich mehr Informatiker ausgebildet würden. Zudem habe der Regierungsrat als Legislaturziel ausgegeben, eine höhere Fachschule Elektronik am GBZ aufzubauen. «Auch versuchen wir übers RAV Zug Fachkräfte im Arbeitsmarkt zu platzieren und fördern die Berufsmatura», so Bomio. Vor allem das Vermittlungsprojekt für englischsprachige Kader sei zu erwähnen. «Und dann gibt es die Variante Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren», so Bomio.

Auch Abnox-CEO Matthias Iseli bestätigt das Problem. Dieses betreffe aber nicht nur die Schweiz. «In Deutschland mussten wir ein Jahr lang nach einem neuen Betriebstechniker suchen.» Fürs eigene Unternehmen sieht er derzeit als grösste Herausforderung, passende Vertriebspartner zu finden. «Wir sind in Ländern wie Indien und Korea unterwegs. Vertriebspartner zu finden, die ähnlich ticken wie wir, ist da sehr schwierig.»

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