Nach den Quarantäne-Apartments: Jetzt gibt's in Luzern und Zug kostenlose Erholung für medizinisches Personal

Das Zuger Unternehmen «Le Bijou» bietet Quarantäne auf hohem Level an. Jetzt geht das Unternehmen einen Schritt weiter: Für medizinisches Personal gibt es nun kostenlose Aufenthalte in den Luxus-Apartments – zur Erholung.

Janick Wetterwald
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Die Corona-Krise sorgt für bittere Schicksale: Das Hotel Schweizerhof in Luzern ist vorübergehend geschlossen. Die Corona-Krise kann aber auch erfinderisch machen und neue Geschäftsmodelle hervorbringen. Das Unternehmen «Le Bijou» mit Sitz in Zug bietet Luxus-Apartments an – unter anderem in Zug und Luzern. Aktuell gibt es auf der Webseite ein zusätzliches, spezielles Angebot unter dem Namen: «Quarantäne-Apartments». 

So sieht das Angebot auf der Startseite von Le Bijou aus.

So sieht das Angebot auf der Startseite von Le Bijou aus.

Bild: Printscreen lebijou.com 

Alexander Hübner, CEO von «Le Bijou», sagt auf Anfrage: «Wir haben starke Einbussen an ‹normalen› Gästen. Gleichzeitig bemerkten wir, dass vermehrt Anfragen für Aufenthalte für 14 Tage gemacht werden.» Es habe sich herausgestellt, dass einige Leute die Bijou-Apartments als Quarantäne buchten. «Darum haben wir daraus ein Angebot gemacht», erklärt Hübner.

Seit Freitag, 27. März, geht das Unternehmen noch einen neuen Weg. Es will einen weiteren Beitrag leisten in dieser schwierigen Zeit. «Le Bijou» stellt seine Luxus-Apartments für medizinische Personal kostenlos zur Verfügung. «Es soll eine Erholung sein für Menschen, die aktuell einen so wichtigen Dienst an der Gesellschaft leisten im Kampf gegen das Coronavirus», sagt Hübner. Er denke dabei hauptsächlich an Ärzte und Ärztinnen sowie Pflegefachpersonal – wichtig sei, dass diese Personen wegen dem Coronavirus einen Mehraufwand, wie Überstunden oder Notfalleinsätze, erbringen.

Gemäss CEO Hübner darf auch eine Begleitung von dem Angebot profitieren: «Grundsätzlich dürfen alle Betten benutzt werden.» Die Dauer des Gratis-Aufenthalts ist ebenfalls nicht vorgegeben. Hübner weist aber daraufhin, dass möglichst viele Personen profitieren sollen. «Wir zählen auf den gesunden Menschenverstand, dass wir nicht ausgenutzt werden.»

Hier gibt's mehr Informationen zum Angebot für Personal der Gesundheitsbranche.

Die Kosten dafür sollen von einem oder mehreren Sponsoren gedeckt werden. Bis solche gefunden sind, deckt der CEO die Kosten mit seinem Lohn.

Ganzer Ablauf ohne persönlichen Kontakt

Das Unternehmen profitiert davon, dass seine Abläufe von Anfang bis Ende automatisiert und digitalisiert sind. Weil kein Kontakt mit einer anderen Person nötig ist, bieten sich Quarantäne-Aufenthalte an. Anfrage, Offerte, Zahlung – läuft alles digital. Die Tür der Wohnung wird mittels Code geöffnet.

Bei einer Anfrage für ein Quarantäne-Apartment wird auch der Gesundheitsstand nachgefragt. Hübner sagt dazu: «Für Personen, die schon sehr krank oder sogar positiv auf das Coronavirus getestet, macht ein Aufenthalt keinen Sinn. Da wäre der Weg bis zum Apartment kontraproduktiv.» Die meisten seien aber noch nicht angesteckt, sondern «wollen auf Nummer sicher gehen».

Die Gesundheit der Gäste ist «Le Bijou »wichtig. Das Unternehmen arbeitet mit einem medizinischen Partner zusammen. Hübner:

«Wer will, kann eine medizinische Überwachung verlangen, den Arzt bestellen, ja gar Corona-Tests sind möglich.»

Vor jedem Aufenthalt werden die Räume gereinigt und desinfiziert. Ob eine Zwischenreinigung stattfindet, sei sehr individuell. «Es gibt Gäste, die Wünschen es explizit nicht. Falls doch, ist unser Reinigungspersonal dementsprechend ausgerüstet.»

Luxus und Service hat seinen Preis

Ein Apartment der mittleren Klasse (ca. 100 Quadratmeter) kostet zwischen 400 bis 500 Franken am Tag. Damit ist die Miete bezahlt – Services wie beispielsweise ein Lieferdienst für das Essen oder ein Entertainment-System gegen die Langeweile kosten extra. Für ein Zimmer der niedrigsten Klasse beginnt der Preis bei 150 Franken pro Tag. 

In Quarantäne, aber immerhin Aussicht auf den Pilatus und die Stadt Luzern.

In Quarantäne, aber immerhin Aussicht auf den Pilatus und die Stadt Luzern.

Bild: PD

Alexander Hübner fasst zusammen: «Für uns ist dieses Angebot eine Chance, welche wir in den aktuell schwierigen Zeiten nicht auslassen wollen. Es ist aber auch schön, wenn wir mit den Quarantäne-Apartments unseren Teil zur Bekämpfung des Coronavirus beisteuern können.»

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