Nach Sparrunden gewährt die Gemeinde Menzingen einen Steuerrabatt

Wie bereits andere Gemeinden des Kantons will nun auch Menzingen seinen Einwohnern einen Steuerrabatt gewähren. Der Steuerfuss von 71 Prozent wird so um zwei Prozent gesenkt.

Cornelia Bisch
Merken
Drucken
Teilen
Die Gemeinde Menzingen rechnet mit etwas höheren Einnahmen. (Bild: Werner Schelbert (10. September 2018))

Die Gemeinde Menzingen rechnet mit etwas höheren Einnahmen. (Bild: Werner Schelbert (10. September 2018))

Die Gemeinde Menzingen rechne mittelfristig mit etwas höheren Einnahmen, wie Finanzvorsteherin Isabelle Menzi bekannt gibt. «Neben Mehrerträgen bei den juristischen und natürlichen Personen werden auch die Grundstücks- und Erbschaftssteuern höher ausfallen. Dies dank der nachhaltig freundlichen Wirtschaftsentwicklung», ist Menzi überzeugt.

Aufgrund der positiven Zahlen beantragt der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung vom 28. November, auf den Steuerfuss von 71 Prozent einen Rabatt von 2 Prozent zu gewähren. Dieser Steuerrabatt soll über die vorhandene Steuerausgleichsreserve finanziert werden.

«Bereits an der letzten Gemeindeversammlung wurde dieser Rabatt angekündigt», sagt Menzi. «Es ist uns zwar bewusst, dass wir damit immer noch das Schlusslicht des Kantons Zug sind.» Menzingen könne nicht mithalten mit Gemeinden, in denen viele Firmen ansässig seien. «Aber wir setzen mit dem Rabatt ein Zeichen für die Bevölkerung. Lange Zeit haben wir vom Sparen gesprochen, nun bekommen die Bürger etwas zurück.» Während zweier Jahre wird der Rabatt durch die Steuerausgleichsreserve ausgeglichen. Er soll aber auch nachher noch gewährt werden. «Trotzdem möchten wir am Instrument des Rabatts festhalten», erklärt Menzi. «Wenn sich die Situation ändert, ist es einfacher, den Rabatt wegzulassen, als eine Steuererhöhung durchzubringen.»

Für das Jahr 2019 rechnet die Berggemeinde mit einem Gesamtertrag von 25,3 Millionen Franken und einem Aufwand von 25,1 Millionen Franken. Daraus ergibt sich ein Ertragsüberschuss von 145 000 Franken. Das Budget 2019 enthält zusätzliche Abschreibungen in Höhe von 0,5 Millionen Franken. «Wir wollen reinen Tisch machen, bevor das System der linearen Abschreibungen im Jahr 20/21 eingeführt wird», so Menzi. Dann nämlich fallen jährliche lineare Abschreibungen für die Sanierung des Schulhauses Finstersee an sowie ab 2023 für die benötigten Investitionen in die Infrastruktur der Schulbauten.

Ohne Berücksichtigung der ausserordentlichen Aufwände und Erträge weist das Budget 2019 einen Gewinn von über 0,5 Millionen Franken aus. Im Vergleich zum Vorjahresbudget stellt dies eine Verbesserung von 0,3 Millionen Franken dar.

Kosten steigen moderat

Andererseits stehen höhere Kosten verschiedenen Bereichen an. Zum Beispiel im Bereich Präsidiales: «Wir haben schon vor ein bis zwei Jahren den Antrag für eine Pensenerhöhung des Gemeinderats gestellt», berichtet Menzi. «Es besteht ein absolutes Missverhältnis zwischen dem tatsächlichen Aufwand und dem zugestandenen Pensum von insgesamt 185 Stellenprozenten. Wir möchten dieses auf 230 Stellenprozente erhöhen.»

Auch im Schuldienst stehen Veränderungen an, die höhere Kosten verursachen. «Die Buslinie zwischen Menzingen und Finstersee wurde aufgehoben, sodass wir nun einen Schulbus organisieren müssen», stellt Isabelle Menzi klar.

Darüber hinaus wird die Gesamtsteuerung in der Mehrzweckanlage und den Schulgebäuden in Menzingen Dorf im Umfang von 170000 Franken erneuert. Mehrkosten sind auch im Bereich Sozial- und Gesundheitswesen zu erwarten. Der Finanzplan rechnet mit gesamthaft moderat steigenden Kosten und geht entsprechend von einer weiterhin sehr bewussten Ausgabenpolitik aus. Die Investitionsrechnung weist für das Jahr 2019 einen Nettoaufwand von 1,6 Millionen Franken aus. Dies entspricht einem Investitionsanteil an den Gesamtausgaben von 7,3 Prozent.

Es geht vorwärts mit der Schulhaussanierung

Nebst den üblichen Ausgaben im Strassenunterhalts- und Abwasserbereich sollen die Arbeiten für die Sanierung des Schulhauses Finstersee beginnen. Über den Planungskredit wird im Frühling 2019 abgestimmt. «Da möchten wir nun vorwärts machen», betont Menzi. Der Gemeinderat werde dem Volk verschiedene Varianten vorlegen.

Die Selbstfinanzierung der Gemeinde Menzingen beträgt 2,7 Millionen Franken, was einem Selbstfinanzierungsgrad von 173 Prozent entspricht. Die Investitionen können somit aus eigenen Mitteln finanziert werden. Weitere Planungsschritte stehen im nächsten Jahr hinsichtlich der Angebote schulergänzender Betreuung und Mittagstisch sowie veränderter Musikschullokalitäten auf dem Programm, welche jedoch erst in den Jahren 20/21 weitere Investitionen nach sich ziehen werden.