NACHBARSCHAFT: So hoch dürfen Bäume und Sträucher im Kanton Zug sein

Mit neuen gesetzlichen Bestimmungen soll im Kanton Zug mehr Frieden im nachbarschaftliche Verhältnis geschaffen werden. So ist künftig genau vorgeschrieben, wie hoch Bäume oder Sträucher wachsen dürfen.

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Um diese (zu hohen) Thujabäume an der Forchwaldstrasse in
Walchwil stritten sich 2009 zwei Nachbarn. (Bild Werner Schelbert)

Um diese (zu hohen) Thujabäume an der Forchwaldstrasse in Walchwil stritten sich 2009 zwei Nachbarn. (Bild Werner Schelbert)

Die neuen Bestimmungen im Nachbarrecht treten am 11. Juni in Kraft, wie die Zuger Direktion des Innern am Donnerstag mitteilte. Damit soll der verdichteten Bauweise und den zunehmend enger werdenden räumlichen Verhältnissen Rechnung getragen werden. Der Kantonsrat hatte den Änderungen im Frühling zugestimmt.

Sträucher und Bäume dürfen demnach künftig nicht höher gehalten werden als das Doppelte ihres Grenzabstands. Ein Baum oder ein Strauch von acht Metern Höhe muss also einen Grenzabstand von mindestens vier Metern aufweisen. Überschreitet die Pflanzhöhe die Maximalhöhe, kann dagegen unbefristet Einsprache erhoben werden.

Die bisher geltende Einsprachefrist von fünf Jahren wurde aufgehoben. Ab einem Grenzabstand von acht Metern gibt es für Pflanzen keine Höhenbegrenzung mehr. Benachbarte Grundeigentümer können aber auch jederzeit ein Näherpflanzrecht vereinbaren, wie es weiter heisst.

Hintergrund für die neuen gesetzlichen Bestimmungen sind immer wiederkehrende Streitigkeiten zwischen Nachbarn wegen Bäumen oder unkontrolliert wachsenden Sträuchern. Sie haben in den vergangenen Jahren stets zugenommen, etwa wegen Schattenwurf, Lichtentzug oder Beschränkung der Aussicht.

Eine gute Nachbarschaft basiere bekanntlich nicht auf Gesetzesparagraphen, wird Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard (Alternative - die Grünen) in der Mitteilung zitiert. "Mit den neuen Bestimmungen schafft der Kanton Zug aber eine Grundlage, um im Konfliktfall zu handeln und gute Lösungen zu erzielen." (sda)