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Stadt Zug: Nachbarschaftshilfe liegt im Trend

Knapp 12 000 Stunden Freiwilligenarbeit wurden bei der Nachbarschaftshilfe Kiss seit der Gründung geleistet. Besonders über die steigende Mitgliederzahl freut sich die Präsidentin von Kiss Zug.
Vanessa Varisco
Tabea Zimmermann Gibson verrät, wie es in Zukunft weitergeht mit der Kiss Genossenschaft. (Bild: Maria Schmid (Zug, 22. Dezember 2018))

Tabea Zimmermann Gibson verrät, wie es in Zukunft weitergeht mit der Kiss Genossenschaft. (Bild: Maria Schmid (Zug, 22. Dezember 2018))

Kürzlich konnte die Kiss Genossenschaft ihr 200. Mitglied aufnehmen. «Wir profitieren von Mund-zu-Mund-Propaganda. Viele, die uns kennen, berichten Bekannten von ihren Erfahrungen», berichtet Tabea Zimmermann Gibson, Präsidentin von Kiss Zug. Aufgrund der finanziell beschränkten Mittel sei Kiss auf solche Werbung angewiesen. Denn grosse, mediale Präsenz könne sich die Genossenschaft nicht leisten.

Die freiwillig geleistete Arbeit führt dann zu einem Zeitguthaben, dass bei Bedarf später bezogen und verschenkt werden kann. Insgesamt sind seit der Gründung 2016 bis zum Herbst 2018 knapp 12 000 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet worden, 4900 davon allein in diesem Jahr. «Erfahrungsgemäss kommen Ende Jahr noch einige Stunden dazu», erklärt Tabea Zimmermann. Nicht, weil alle diese Stunden in den letzten drei Wochen des Jahres geleistet würden, sondern weil die Koordinatoren die Freiwilligen gegen Ende Jahr noch einmal daran erinnern, dass sie ihre Stunden melden.

Stadt unterstützt Genossenschaft weiter

Seit der Gründung hat sich einiges verändert, vor allem die Abläufe seien klarer. «Nach der ersten Wachstumsphase haben wir eine Routine, und die Koordinatorinnen kennen unsere Mitglieder schon sehr gut, was ihre Arbeit vereinfacht», weiss Zimmermann. Denn die Nachbarschaftshilfe wird bei Kiss durch Koordinatorinnen organisiert. Sie bringen Hilfesuchende und Helfende zusammen. Was laut der Präsidentin gut funktioniere. «Ausserdem gelingt es uns so die Qualität hochzuhalten und die Tandems von Leistungsempfängern und Hilfesuchenden individuell zu betreuen», betont sie.

Die Koordinatoren wie auch die Geschäftsleitung werden entschädigt. Die Stadt Zug hat die Genossenschaft von Anfang an finanziell unterstützt und kürzlich bekanntgegeben, dass sie dies auch künftig tun werde mit jährlichen 20 000 Franken. «Da die langfristige Finanzierung noch nicht gesichert ist», so Zimmermann. «Wir können diesen Beitrag gut gebrauchen.» In Zukunft will Kiss aber ein Netz an privaten Investoren und Joint Ventures aufbauen, auch im Bereich der Digitalisierung und Blockchain. So soll die Genossenschaft schliesslich über genügend Ressourcen verfügen, um zu wachsen. Zu der Nachbarschaftshilfe gehören weiter die Kitt-Treffen wie Kiss-Kafis und Mittagstische.

Neue Gruppen

Dadurch, dass die Genossenschaft an Mitgliedern gewonnen hat, können nun auch individualisierte Gruppen angeboten werden. «Unter anderem haben wir eine Dekorationsgruppe und Kiss-e-Kafis», verrät die Präsidentin. Eine solche Angebotserweiterung sei nur möglich, weil die Genossenschaft deutlich mehr Mitglieder verzeichnen könne. «Anfangs hatten wir mehr Leute, die helfen wollten. Inzwischen hat sich das eingependelt», berichtet sie. Traditionelle Freiwilligenorganisationen und das Gewerbe würden dadurch nicht konkurriert, sondern viel mehr ergänzt.

Für die Zukunft hat sich die Genossenschaft noch einiges vorgenommen, auf alle Fälle soll die Bandbreite erweitert werden. «Aktuell steht beispielsweise die Idee eines ‹Notfall-Grosi› im Raum», so Zimmermann. Falls beispielsweise ein Kind krank sei und zu Hause bleiben müsse, springe eine ältere Person aus dem Netzwerk von Kiss ein, sodass die Eltern dennoch zur Arbeit fahren können.

Auch sollen mehr Menschen aus den verschiedenen Quartieren der Stadt Zug angesprochen werden, sodass künftig mehr Treffen in den einzelnen Quartieren stattfinden könnten. Dank dieser individualisierten Hilfe bekommt Kiss viel positive Rückmeldung von den Beteiligten. «Für sie ist es eine sinnstiftende Arbeit», führt Zimmermann aus. So würden die wenigsten wegen der Zeitgutschrift mitanpacken, sondern vielmehr, weil sie tatsächlich Freude daran hätten, zu helfen. Die Aktivitäten führen zu Begegnungen. «Denn das ist auch ein Teil der Freiwilligenarbeit», wie die Kiss-Präsidentin ausführt.

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