Nachgefragt
Risch ist die attraktivste Gemeinde der Schweiz – dicht gefolgt von weiteren Zuger Gemeinden

In einem grossen Gemeindevergleich kann sich Risch gegen 936 andere Gemeinden durchsetzen. Für den Gemeindepräsidenten Peter Hausherr kein Grund, sich im Ruhm zu sonnen. In Risch stehen schon die nächsten Projekte an.

Linda Leuenberger
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Luftaufnahme der Gemeinde Risch-Rotkreuz im August 2021.

Luftaufnahme der Gemeinde Risch-Rotkreuz im August 2021.

Bild: Patrick Hürlimann

Wo ist die Lebensqualität hoch? Wo ist es sicher? Wo umweltfreundlich und wo gibt es Arbeitsplätze? Welche ist die attraktivste Gemeinde der Schweiz?

Mit den Antworten auf diese Fragen dürfen sich Gemeindevertreterinnen und -vertreter im Kanton Zug gegenseitig auf die Schultern klopfen. In einer grossen Untersuchung, erschienen in der «Handelszeitung», wurden 936 Schweizer Gemeinden anhand von 70 Faktoren bewertet und rangiert. Die Rangliste der attraktivsten Gemeinden wird von Risch angeführt, gleich dahinter liegen Cham und die Stadt Zug. Unterägeri und Hünenberg folgen auf Rang 8 und 10. Damit belegen Zuger Gemeinden die Hälfte der Top Ten – neben Meggen (LU), Zollikon (ZH), Hergiswil (NW) und Uitikon (ZH) auf den Plätzen 4 bis 7 und Rüschlikon (ZH) auf Rang 9.

Zuger Gemeinden unter den Top 10

Gemeinde Risch Cham Zug Unterägeri Hünenberg
Gesamtrang 1 2 3 8 10
Arbeitsmarkt 253 200 50 285 146
Wohnen & Immobilien 25 15 11 21 40
Bevölkerungsstruktur 132 123 174 49 104
Steuerbelastung 4 5 2 6 13
Mobilität & Verkehr 198 107 22 661 232
Versorgung 215 285 168 221 729
Sicherheit 264 312 582 254 143
Ökologie 219 362 524 351 309

Wenig überraschend liegen die Zuger Top-Ten-Gemeinden vor allem bei der niedrigen Steuerbelastung ganz vorne. Da befindet sich die Stadt Zug im Gesamtranking auf Platz 2, Risch, Cham und Unterägeri auf den Rängen 4, 5 und 6. Der erste und dritte Platz gehen ebenfalls an zwei Zuger Gemeinden, die es allerdings nicht in die Top Ten geschafft haben: Baar (Gesamtranking Platz 18) und Walchwil (Gesamtranking Platz 72).

Die Gemeinde Risch warb auf ihrer Website schon lange vor der Veröffentlichung des Rankings, eine der attraktivsten Gemeinden zu sein. Nun scheint sich das zu bewahrheiten. Für den Gemeindepräsidenten und gebürtigen Rischer Peter Hausherr kommt das Resultat dennoch überraschend.

Der Rischer Gemeindepräsident Peter Hausherr.

Der Rischer Gemeindepräsident Peter Hausherr.

Peter Hausherr, haben Sie erwartet, dass Risch ein solches Ranking gewinnt?

Dass man in solch einer umfassenden Analyse auf Platz eins gesetzt wird, damit kann man natürlich nicht rechnen. Es ist auch nicht so, dass man sich im Alltag ständig mit solchen Ratings beschäftigt.

Was macht Risch Ihrer Meinung nach so attraktiv?

Wir haben eine gute Infrastruktur mit modernen Schulen und Sportmöglichkeiten mitten im Zentrum, eine gute Verkehrsanbindung, ein grosses Angebot an interessanten Arbeits- und Ausbildungsplätzen und eine schöne Landschaft. Darüber hinaus ein aktives Vereinsleben mit vielen Mitgliedern.

Was sind die nächsten Projekte, die in der Gemeinde anstehen?

Wir möchten hauptsächlich die Verkehrssituation im Bereich des Individualverkehrs wie auch des öffentlichen Verkehrs verbessern. Die Zentrumsplanung mit einem modernen Bahnhof ist dabei ein wichtiges Element, das mit dem längerfristig neu angedachten Dorfzentrum auch die Angebotspalette für das öffentliche Leben und das Vereinswesen stärken soll. Weiter bauen wir den Bereich Wohnen und Pflege mit dem neuen Zentrum Dreilinden für unsere ältere Bevölkerung aus. Zusammen mit dem Projekt Kanti Ennetsee möchten wir unter anderem das Sportangebot aufwerten. Wie alle anderen Gemeinden arbeiten wir im Moment auch an der Ortsplanungsrevision.

In den acht Kategorien schneidet Risch bei «Sicherheit» mit Rang 264 eher schlecht ab, woran liegt das?

Vorab ist Rang 264 von insgesamt 936 Gemeinden noch nicht wirklich schlecht. Aber natürlich gibt es auch in unserer Gemeinde gewisse Delikte.

Welche Lehren ziehen Sie aus der Auswertung?

Wir ziehen nicht spezifische Lehren, vielmehr wollen wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass hier auch in Zukunft die Lebensqualität stimmt, dass sich die Leute wohlfühlen und interessante Perspektiven geboten werden können.

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