NACHHALTIGKEIT
Der Zuger Kantonsrat wird 5,5 Millionen Franken für Solaranlagen und Ladestationen bewilligen

Das Ja ist nur noch Formsache, die Zuger Kantonsratsfraktionen sprechen sich geschlossen für das Projekt Ökoplus aus: Dereinst dürfte mit 18 Kantonsliegenschaften sauberer Strom produziert werden. Pro Jahr könnte man 82'000 Kilogramm CO2 einsparen.

Kilian Küttel
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Auf dem Dach der Turnhalle Waldegg in Risch befindet sich bereits eine Solaranlage. Bald könnten solche bei Liegenschaften des Kantons Zug folgen.

Auf dem Dach der Turnhalle Waldegg in Risch befindet sich bereits eine Solaranlage. Bald könnten solche bei Liegenschaften des Kantons Zug folgen.

Bild: Werner Schelbert (2. September 2016)

Kein anderes Gebäude in Kantonsbesitz würde sich so sehr für den Bau einer Fotovoltaikanlage eignen wie die Kantonsschule am Lüssiweg 24 in Zug. Zu dieser Erkenntnis kommt eine St.Galler Beratungsfirma in einer Studie, die der Kanton Zug in Auftrag gegeben hatte und bei der die Macher das technische und wirtschaftliche Potenzial von 23 kantonalen Liegenschaften analysiert haben.

Haupterkenntnis: Bei 18 der 23 Gebäuden könnte eine Fotovoltaikanlage wirtschaftlich betrieben werden; etwa auf dem Dach des Zuger Kantonsspitals, bei Verwaltungsgebäuden an der Aabacherstrasse, bei der Kantonsschule Menzingen – oder eben bei der Kantonsschule Zug, wo am Donnerstag, 25. März, der Kantonsrat tagt.

Zustimmung von links bis rechts

An der Sitzung befinden die Volksvertreterinnen und Vertreter darüber, ob sie einen Objektkredit von 5,5 Millionen Franken für das Programm Ökoplus genehmigen, mit dem der Kanton Zug Solaranlagen und Ladestationen für Elektrofahrzeuge bauen will.

Eine Umfrage bei den Fraktionschefs im Vorfeld der Sitzung zeigt: Die Vorlage ist maximal unumstritten, von links bis rechts stellen sich die Fraktionen hinter das Vorhaben der Regierung, die mit mehreren Vorstössen den Auftrag gefasst hatte, ihren Beitrag für eine nachhaltige Energieversorgung zu leisten. Ebenfalls war das Thema weder bei der Kommission für Hochbau noch bei der Staatswirtschaftskommission (Stawiko) kontrovers diskutiert. Das Ja zum 5,5-Millionen-Kredit? Nur noch Formsache.

FDP will keinen Blankocheck ausstellen

So sagt Kantonsrat Guido Suter (Walchwil) im Namen der SP, welche die Regierung schon 2017 mit einer Motion aufgefordert hatte, das Sonnenenergiepotenzial bei kantonalen Bauten zu überprüfen:

«Die SP-Fraktion nimmt erfreut zur Kenntnis, dass ihre Motion Früchte trägt.»

Die SP werde den Kantonsratsbeschluss einstimmig unterstützen. Damit klingt es bei der SP gleich wie bei der SVP. Wie Fraktionschef Philip C. Brunner (Zug) sagt, seien Eintreten und Zustimmung innerhalb der Fraktion klar. CVP-Fraktionschef Thomas Meierhans (Steinhausen) gibt an, der Kanton Zug würde mit dem Programm eine Vorbildrolle einnehmen, der Vorlage stimme man zu. Andreas Hürlimann, Fraktionschef der ALG, sagt: «Das Massnahmenpaket Ökoplus ist ein guter und wichtiger Schritt in die richtige Richtung.» Und Michael Arnold (Baar), Fraktionschef der FPD, erklärt:

«Das Projekt wird von der Fraktion grundsätzlich einstimmig unterstützt.»

Die Zustimmung solle jedoch nicht als Blanko-Check verstanden werden, um den Kredit möglichst auszunutzen. Laut Arnold ist der Fraktion besonders wichtig, dass der Kanton ein Auge auf die Wirtschaftlichkeit der Ladestationen für Elektrofahrzeuge hat.

Bund beteiligt sich mit 670'000 Franken

Vom Gesamtkredit von 5,5 Millionen Franken soll 1 Million für den Ausbau von 65 Ladestationen in kantonseigenen Tiefgaragen und Aussenplätzen verwendet werden. Geplant sind etwa Anlagen beim Ausbildungszentrum Schönau in Cham oder beim gewerblich-industriellen Bildungszentrum Zug.

Da sich der Bund mit 670'000 Franken am Bau der Solaranlagen beteiligt, würde das gesamte Projekt Ökoplus den Kanton Zug 4,83 Millionen Franken kosten.