Nachlassstundung für Petroplus bewilligt

Der insolvente Raffineriebetreiber Petroplus mit Sitz in Zug muss sich nach fünfeinhalb Jahren wieder von der Börse verabschieden. Die Aktien sollen am 11. Mai 2012 zum letzten Mal an der SIX Swiss Exchange gehandelt werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

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Der Petroplus-Hauptsitz in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Der Petroplus-Hauptsitz in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Als Petroplus Ende November 2006 an die Schweizer Börse kam, wurde das als grösster Börsengang seit Jahren gefeiert. Die Aktie war fünffach überzeichnet und wurde zu 63 Franken pro Stück ausgegeben. Damals aufgesprungene Anleger müssen nun einen happigen Verlust verdauen: Nachdem der Aktienkurs vor einem Jahr noch bei 15,70 Franken gelegen hatte, waren die Titel zuletzt noch knapp 30 Rappen wert.

Die Gläubiger ihrerseits können immerhin darauf hoffen, dass es den Insolvenzverwaltern gelingt, die fünf Raffinerien inklusive jener in Cressier NE loszuschlagen. Genährt wird die Hoffnung vom am Mittwoch gefällten Entscheid des Kantonsgerichts Zug, der Konzernmutter Petroplus Holdings mit einer definitiven Nachlassstundung bis am 27. September mehr Zeit zu gewähren.

Keine Kontrolle mehr über Töchter

Die Petroplus Holdings selbst hat die Übersicht über ihre Töchter aber längst verloren: Da diverse Petroplus-Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern unterschiedliche Verfahren beantragt hätten, würden sie nun verschiedenen Konkurs- und Insolvenzverwaltern in den jeweiligen Gerichtsständen unterstehen, erklärte Petroplus.

Mehrere dieser Tochtergesellschaften und ihre Verwalter hätten die Veräusserung der Vermögenswerte eingeleitet, darunter auch die Raffinerien. Demzufolge befänden sich die Töchter nicht länger unter der Kontrolle der Petroplus Holdings.

Für Cressier steht Entscheid noch aus

Die Erdölraffinerie in Cressier NE ist denn auch von der am Mittwoch gewährten sechsmonatigen Nachlassstundung für die Petroplus Holdings nicht betroffen.

Die provisorischen Sachwalter der 260 Mitarbeitende zählenden Petoplus-Tochter in Cressier hatten am Dienstag selbst eine definitive sechsmonatige Nachlassstundung beantragt. Ob diese gewährt wird, entscheidet das Regionalgericht Boudry NE in diesen Tagen. Die laufende provisorische Nachlassstundung endet am 31. März.

sda