«Nachtigall» bringt Schüler und Lehrer zusammen

Schüler aus Migrations- oder bildungsfernen Familien und angehende Lehrpersonen gehen in Zug in der Freizeit in den Zoo oder zum Minigolf. Das einzige Schweizer Projekt führt eine Zuger Schule durch.

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Die PHZ führt das Projekt «Nachtigall» zusammen mit dem Schulhaus Guthirt durch. (Bild: Dominik Hodel / Neue ZZ)

Die PHZ führt das Projekt «Nachtigall» zusammen mit dem Schulhaus Guthirt durch. (Bild: Dominik Hodel / Neue ZZ)

Die Pädagogische Hochschule Zug (PHZ Zug) führt das Projekt mit dem Schulhaus Guthirt durch, wie die PHZ Zug am Dienstag mitteilte. Es laufe bereits seit 2007, sagte Projektleiterin Miriam Jossen auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Jedes Jahr nehmen zwischen 10 und 15 Tandems am Projekt teil. Dabei wird einer Lehrperson ein Primarschulkind zugeteilt. «Im Durchschnitt beträgt der zeitliche Aufwand pro Woche etwa drei Stunden». Das Treffen solle dazu dienen, gegenseitigen Einblick in verschiedene Lebenswelten zu erhalten, sagte Jossen.

Angeboten wird eine breite Palette: Die zukünftigen Lehrer gehen mit den Kindern in den Zoo, fahren auf die Skipiste oder kochen und backen gemeinsam. Ein Tandem werde je nach Interesse des Kindes und Fähigkeiten des Erwachsenen individuell zusammengesetzt.

Win-Win-Situation

Durch das Projekt verbesseren die Kinder gemäss Jossen ihre Sprachkenntnisse und lernen sinnvolle Freizeitbeschäftigungsmöglichkeiten sowie neue Sportarten kennen. Sie erfahren, welche Jugendvereine es in der Region oder erhalten durch die Mentorinnen und Mentoren ein positives Rollenvorbild.

«Auch die Mentoren profitieren, denn sie erhalten Einblicke in unbekannte Welten und lernen, mit sprachlicher und kultureller Vielfalt umzugehen und allfällige Vorurteile abzubauen». Die Rückmeldungen seien durchwegs positiv.

Finanziert und unterstützt wird «Nightingale» von Stiftungen, der PHZ Zug und den Stadtschulen Zug. Jährlich steht für das Projekt gemäss Jossen ein Betrag von mehreren zehntausend Franken zur Verfügung. Europaweit gibt es das Projekt in sieben Ländern, darunter Deutschland, Österreich und Spanien.

sda