Nacktwanderer gehen durchs Dorf

Nach dem Umzug in Neuheim findet am Montag in der kleinsten Gemeinde bereits die Uslumpete statt.

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Hüllenlos in Neuheim: die Fasnächtler am Umzug. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)

Hüllenlos in Neuheim: die Fasnächtler am Umzug. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)

Nach dem Motto, dass die Fasnacht nicht früh genug beginnen kann, ist sie in Neuheim schon fast wieder vorbei: Mit rund dreissig Sujets ging am Sonntag der Umzug über die Bühne.

Den Auftakt der 42. Neuheimer Dorffasnacht machte am Samstag um 18 Uhr der Fasnachtsgottesdienst mit der Guggenmusig Las Moränos. Eine Stunde später zog der Goldkönig auf einem Wagen, begleitet von den als Zwerge verkleideten Erstklässlern, mit einem Fackelzug ins Dorf ein. Dort empfingen ihn die Guggenmusigen mit einem Sternmarsch auf dem Roten Platz. Der Goldkönigball hielt verschiedene Bars bereit, so auch eine für die jüngsten Fasnächtler – die U-16-Bar. Für Unterhaltung sorgte in der Lindenhütte die Livemusik «3 auf Zack».

Auch dieses Jahr schaffte es die Fasnacht der kleinsten Zuger Gemeinde wieder, einen Umzug mit rund dreissig Sujets auf die Beine zu stellen. Acht Guggenmusigen intonierten das bunte Treiben gut verteilt über den ganzen Umzug und heizten den Zuschauern ein. Wer noch immer nicht genug warm hatte, dem half der Kaffeewagen der Blaskapelle über die Runden. Vielleicht war er deshalb ziemlich weit vorne im Umzug platziert.

Bild: Christof Borner-Keller
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Käfer und Fred Feuerstein

Traditionell nehmen die Schulklassen eine wichtige Rolle im Umzug ein. Sie präsentierten fantasie- und liebevoll gestaltete Sujets: Der Kindergarten liess die Eisbären los, die Zweitklässler gaukelten und krabbelten als Schmetterlinge und Käfer durchs Programm. Mit Fischen schlossen die Schüler den tierischen Reigen.

Ein weiterer sicherer Wert sind die Dorfvereine: Keltische Krieger, Schlümpfe, Fred Feuerstein sowie die Wald- und Wiesenfeen deckten den historischen und sagenumwobenen Teil ab, während Banker, Nacktwanderer, die Muotathaler Wetterschmöcker und der Zottel den Bezug zur Tagesaktualität schufen.

Die auswärtigen Gästegruppen bereicherten das Programm durch ihre Auftritte: Die Siebner Rätschwyber präsentierten kunstvolle Holzmasken, aus Steinhausen kam Don Pedro I. mit seiner Ehrengarde, die Baarer Rumpelstilz liessen Barbapapas pastellfarbene Welt aufleben, während die Menzinger Wääglitramper Waggis wie jedes Jahr die Szenerie in einen Konfettiregen tauchten.

Nach dem Umzug waren die Kinder zur Kinderbescherung geladen, und für die Erwachsenen gab es an verschiedenen Orten Unterhaltung, um die Zeit bis zur Schnitzelbank zu überbrücken. Heute können sich die Kinder am Nachmittag nochmals am Schülerball in der Turnhalle vergnügen, und die Senioren-fasnacht lädt ab 14 Uhr ins Chilematt-Schulhaus. Um 19 startet die Uslumpete im «Schäfli», bevor der Spuk wieder für ein Jahr vorbei ist.

Thomas Lötscher