Leserbrief

Naherholung beim Förderband

Zum geplanten Kiesabbau in Cham

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Vor bald einem Jahr habe ich hier von der Abwicklung der Zuger Landschaft gesprochen. Es geht um den Kiesabbau in Cham. An der Kantonsgrenze zu Zürich soll nun auch nach dem Willen des Regierungsrats die Industrielandschaft nochmals stark wachsen. Entlang des verschwundenen Äbnetwald soll über fast zwei Kilometer ein Förderband durch die Landschaft führen. Damit würde Kies aus der geplanten Grube bei Kloster Frauenthal abtransportiert. Die Grube selber würde wohl über 30 Jahre bestehen. 50 Hektaren Landwirtschaftsland und ein Wald würden so lange verschwinden.

Eine Kommission des Kantonsrats berät das Vorhaben. Der Kantonsrat wird darüber beschliessen, ohne dass eine Volksabstimmung möglich ist. Ich bedaure den ganzen Vorgang. Der kleinste Vollkanton meint, er müsse sich unbedingt selber mit Kies versorgen können. Dabei hat der Weltkonzern CHR plc aus Dublin sein Netz längst über die Schweiz geworfen. Er betreibt hier mit seinen Tochterfirmen mehrere Kiesgruben. Ein Austausch ist möglich. Dass CHR mit dem Kloster Frauenthal handelseinig geworden ist, bindet den Kantonsrat nicht. Er wird vorab an die Bevölkerung denken.

Stets wird es einen Teil dieser Bevölkerung geben, der im Kanton selber, sogar im Talgebiet Naherholung sucht und keine häufigen Fernreisen unternimmt. Das schöne Zugerland muss deshalb erhalten bleiben. Sogar bisherige Weltreisende trifft man in Coronazeiten auf Rad- und Gehwegen im Kanton Zug. Die liebliche Gegend um das Kloster Frauenthal mit Förderband und grosser Kiesgrube einem Deal zu opfern, darf nicht sein.

Max Gisler, Steinhausen