Naherholungsraum

Der Zuger Wald ist viel mehr als nur eine schier unbegrenzte Holzquelle

Zugs Wälder sind für viele ein virtueller Energiespender. Gerade in Zeiten der Coronapandemie eignet sich das hohe Grün als willkommener Rückzugsort. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Marco Morosoli
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Für viele Zuger ist der Wald ein gern genutzter Naherholungsraum.

Für viele Zuger ist der Wald ein gern genutzter Naherholungsraum.

Bild: Maria Schmid (Zug, 10. Dezember 2019)

Der Wald gewinnt im Augenblick viel an Attraktivität. Im gleichen Umfang, wie die Zugerinnen und Zuger sich im Rahmen ihrer Freizeitaktivitäten einschränken müssen, bleibt eine Konstanz erhalten: Besuche im Wald unterliegen zum guten Glück noch nicht einem allgemeinen Bann. Sich in der Natur zu bewegen, ist ein unerschöpflicher Quell für das körperliche und seelische Wohlbefinden. Gleichzeitig muss sich ein jeder aber immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass der Wald immer noch Wald ist, weil sich vor Generationen weitblickende Menschen zusammen taten, um das Naherholungsgebiet Wald nutzen zu können.

Wie die Direktion des Innern in einer Mitteilung schreibt, gibt es im Schweizerischen Zivilgesetzbuch einen Artikel, der das Recht festschreibt, sich in Wäldern frei bewegen zu können. Diese Wohltat existiert seit 113 Jahren. Wer Rechte hat, dem obliegen auch Verpflichtungen. In Bezug auf den Wald bedeutet dies, dass die Waldnutzer auch die Verantwortung dafür tragen, dass dieser als Lebensraum erhalten bleibt. Der Zuger Regierungsrat Andreas Hostettler als Direktor des Innern formuliert es so:

«Wir müssen dem Wald mit dem gebotenen Respekt begegnen.»

Im Wissen darum, dass das Sorgetragen zu unserer Umwelt und den Wald im Speziellen immer weiter eine hohe Priorität geniesst, hat die Direktion des Innern eine Broschüre erarbeitet, die sich schwerpunktmässig mit dem Wald befasst. Der oberste Zuger Waldschützer Andreas Hostettler sagt es so: «Mit der Broschüre wollen wir Zusammenhänge aufzeigen und den Leuten klar machen, dass ein stabiler und gesunder Wald mit viel Arbeit und Fachwissen verbunden ist. Zudem möchten wir die Bevölkerung dafür sensibilisieren, dass der Wald ein komplexes Ökosystem ist.»

Langfristig denken und planen

Das äussert sich einerseits darin, dass der Wald ein guter Wasserspeicher ist. Mehr noch: Wälder können auch Kohlendioxid binden und haben zudem das Potenzial, das Mikroklima zu regulieren. Martin Ziegler, er ist Leiter Amt für Wald und Wild, legt den Fokus auf die Dauerhaftigkeit der Waldbewirtschaftung: «Der Wald geniesst einen hohen gesetzlichen Schutz. Dieser muss aufrechterhalten und umgesetzt werden.»

Auch Ziegler als Fachmann weiss, dass das Bevölkerungswachstum im Kanton Zug die Waldsicherung noch wichtiger macht: «Der Druck nimmt zu, der Wildlebensraum wird immer kleiner und die störungsanfälligen Tier- und Pflanzenarten geraten in Bedrängnis.» Um die Balance zu gewährleisten, so sinniert Ziegler weiter, sei es unabdingbar, vorausschauend zu handeln. Nur wenn es gelänge, die Balance im Wald halten zu können, erfülle dieser Lebensraum die ihm zugedachten Aufgaben. Die jetzt vorgelegte Broschüre zum Zuger Wald soll das Bewusstsein all seiner Nutzer stärken, dass sie etwas gratis haben, das eigentlich unbezahlbar ist.

Immer wieder versuchen Fachleute seltene Tiere und Pflanzen wieder anzusiedeln. Das braucht Beharrlichkeit, wie eine Begehung im März oberhalb von Walchwil gezeigt hat. Doch auf lange Sicht ist es noch viel besser, wenn die bestimmten Lebewesen oder Pflanzen gar nicht aus den Zuger Wäldern verschwinden. Auf bald im Zuger Wald.

Die Broschüre kann bei der Direktion des Innern des Kantons Zug entweder unter der E-Mail-Adresse info-afw@zg.ch bestellt werden. Oder man kann sie sich hier selbst herunterladen.