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NATIONALFEIERTAG: «Der 1. August ist für uns ein persönlicher Feiertag»

Veronica und James Amoroso leben seit 16 Jahren in Walchwil. Den 1. August feiern sie jeweils im Dorf unter Freunden. Dieses Jahr wird der Tag für die gebürtigen Briten noch ein wenig spezieller.
Veronica und James Amoroso – er in der Tracht des Jodlerklubs Edelweiss – auf ihrer Terrasse in Walchwil. (Bild: Werner Schelbert (28. Juli 2017))

Veronica und James Amoroso – er in der Tracht des Jodlerklubs Edelweiss – auf ihrer Terrasse in Walchwil. (Bild: Werner Schelbert (28. Juli 2017))

Vor 25 Jahren landete Veronica Amoroso mit dem Flugzeug aus England in Zürich. Es war der Abend des 1. August. «Noch vom Flugzeug aus sahen wir die vielen Feuerwerke am Himmel – und hatten keine Ahnung, was da vor sich ging», sagt sie. Veronica Amoroso folgte damals mit den zwei Kindern – ihrem Sohn und ihrer Tochter – ihrem Mann James in die Schweiz. Er war bereits im Juni 1992 ins Land gekommen, weil er im schaffhausischen Thayngen eine Stelle beim Lebensmittelkonzern Knorr antrat. Seither wohnt das Ehepaar in der Schweiz. Im März dieses Jahres erhielten beide den roten Pass.

Wenn Veronica und James Amoroso über den 1. August sprechen, merkt man, wie viele Erinnerungen bei ihnen aufkommen. «Als Veronica mit den Kindern, die waren damals vier- und siebenjährig, ankam und wir all die Feuerwerke sahen, scherzte ich: ‹Schaut, was ich für eure Ankunft organisiert habe›», sagt James Amoroso und lacht.

Mit dem Jodlerklub die Bestnote geholt

Nach ein paar Jahren im Kanton Aargau ist die Familie Amoroso im Jahr 2000 dann nach Cham gezogen. Dies, weil die beiden Kinder die internationale Schule in Baar besuchten. «Wir befürchteten, sie würden sonst ihr Englisch verlieren», sagt James Amoroso. Schweizerdeutsch sprach der Nachwuchs bereits fliessend. Cham als Wohnort blieb allerdings nur ein kurzer Zwischenstopp. Schon ein Jahr später zog es die Familie nach Walchwil. Sie konnten ein Stück Land kaufen und bauten das Haus, in dem sie heute noch wohnen. Die Kinder sind zwar beide ausgezogen, «ein Zimmer ist aber immer bereit für sie», sagt Veronica Amoroso.

Am Nationalfeiertag hätten sie mit der Familie oft Ausflüge gemacht, etwa in die Berge. Es sei jeweils eine gute Gelegenheit gewesen, mit der ganzen Familie Zeit zu verbringen. «Für uns war und ist der 1. August auch immer ein Jubiläum: der Tag, an dem wir hier angekommen sind», sagt die Englischlehrerin. Dass es heuer das 25-Jahr-Jubiläum sei, mache den Tag umso spezieller. «Dieser 1. August hat für uns eine persönliche Bedeutung.»

Am Abend des Feiertages besuchen die Amorosos jedes Jahr das Fest im Dorf, hören sich die Reden sowie die Treichler an, plaudern mit den Leuten und bleiben zum Abendessen. «Dann kommen wir um etwa 22 Uhr zurück und schauen uns von unserer Terrasse aus die Feuerwerke an», sagt James Amoroso, der fliessend Hochdeutsch spricht und daran ist, sein Schweizerdeutsch zu perfektionieren.

Ein Fest vor vielen Jahren weckte auch James Amorosos Leidenschaft fürs Singen. Mitte der Neunzigerjahre besuchte er mit seiner Frau ein Jodlerfest in Dietikon bei Zürich. «Beim grossen Jodlergottesdienst hatte ich Gänsehaut», sagt er. «Und ich wusste: Ich muss singen!» Das sei der Anfang der Integration gewesen, «denn sobald man in einem Verein ist, lernt man Leute kennen und wird integriert». So traten die Amorosos – damals im aargauischen Oberlunkhofen – dem Kirchenchor bei, kurze Zeit später dem Gospelchor. Als sie in Walchwil ankamen, habe es zufällig gerade einen Neuzuzügerabend gegeben. Dort lernten sie den Leiter des Kirchenchors kennen, der wiederum den Vorsteher des Gospelchors im Aargau kannte und die Amorosos schon als gute Sänger weiterempfohlen hatte.

Für James Amoroso blieb es aber nicht beim Kirchenchor. Seit Anfang Jahr ist er auch stolzes Mitglied des Jodlerklubs Edelweiss in Walchwil. «Das Schönste war, dass wir am Eidgenössischen Jodlerfest in Brig vor zwei Monaten die Bestnote 1 geholt haben», sagt er freudestrahlend. Am 1. August wird er nun das erste Mal mit dem Jodlerklub in Walchwil singen. Auch darum sei es für ihn ein spezieller Tag.

Besonders wird der Tag auch, weil die Amorosos übermorgen etwas machen, was sie noch nie getan haben. «Wir gehen zum Bauernbrunch nach Cham, weil drei Verwandte von James auf Besuch kommen», sagt Veronica Amoroso. Er habe bereits Rösti mit Spiegelei reserviert. «Wir wollten etwas richtig traditionell Schweizerisches», sagt James Amoroso und schmunzelt.

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

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