Neben den Gleisen des Chamer Papieribähnli  spazieren

Wo früher das Papieribähnli fuhr, sollen künftig Velofahrer und Fussgänger unterwegs sein.

Vanessa Varisco
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Die Gleise der ehemaligen Papierfabrik wurden 2014 stillgelegt.

Die Gleise der ehemaligen Papierfabrik wurden 2014 stillgelegt.

Bild: Matthias Jurt (Cham, 26. März 2020)

Die Umnutzung des Chamer Papieri-Areals gilt als Leuchtturmprojekt. Neben Wohnungen sollen dort künftig auch zahlreiche Geschäfte und Restaurants angesiedelt sein. Entsprechend werden daher mehr Menschen in das Gebiet pendeln. Um die Erschliessung zu Fuss oder mit dem Velo zu gewährleisten, ist geplant, die Gleise des ehemaligen Papieri- bähnlis auf einer Länge von rund 600 Meter umzunutzen. Der Realisierungskredit über 1,396 Millionen Franken wurde letzten Sommer von der Gemeindeversammlung genehmigt, nun liegt das Baugesuch auf.

Konkret umgenutzt werden soll der Abschnitt vom Papieri-Areal bis zur Nestléstrasse. Von dort ist der Anschluss Richtung Zug über den Chamer Fussweg beziehungsweise zum Bahnhof Cham via Seehofstrasse sichergestellt. Wo immer es der Platz zulässt, soll ein 4 Meter breiter Fuss- und Radweg entstehen. Laut dem technischen Bericht, der dem Baugesuch beiliegt, ist vorgesehen, die bestehenden Gleise weiterhin «als Denkmal der Chamer Industrie» zu belassen. Sprich: Sie werden in die Neugestaltung einbezogen. Der 1,5 Meter breite Raum zwischen den Gleisen wird bis zur Schienenoberkante mit Mergel aufgefüllt. Damit auf den noch sichtbaren Gleisen keine Rutschgefahr besteht, werden jene mit einer Antirutschbeschichtung versehen. Neben dem Gleis wird gemäss Bericht ein 2,5 Meter breiter, neuer Asphaltstreifen entstehen.

Die Sicherheit hat Vorrang

Auch die Sicherheit wird berücksichtigt. An Stellen, wo der Fuss- und Radweg dereinst die Knonauer- oder Zugerstrasse quert, werden entsprechende Markierungen wie etwa Fussgängerstreifen angebracht. Ausserdem: Im Bereich der Querungen sollen Schikanen realisiert werden. Die Umnutzung soll nicht nur den Menschen zugutekommen, sondern auch Pflanzen und Tiere. «Der restliche Raum soll mit ökologisch abgestimmten Bepflanzungen eine wertvolle Vernetzungsachse für Flora und Fauna bilden», heisst es dazu im erwähnten Bericht. Läuft alles nach Plan, werden die Arbeiten noch dieses Jahr realisiert. Die Ausnahme bildet dabei der Abschnitt zwischen der Zuger- und der Nestléstrasse. Dieser könne erst mit den Umgebungsarbeiten der Wasserwerke Zug erfolgen.

CHAM: Das Papieribähnli steht auf dem Abstellgleis

Dem Papieribähnli ist nach seiner Ausmusterung in der Papierfabrik eigentlich eine Zweitkarriere vergönnt gewesen. Doch das Schicksal hatte andere Pläne mit der hierzulande einzigen verbliebenen Lokomotive ihrer Art.
Raphael Biermayr