Nervenstärke zeichnet die Zuger auch in den Playoffs aus

Zug United liegt nach den ersten beiden Matches in der Viertelfinalserie gegen Köniz mit 2:0 in Führung.

Peter Rohner
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Matchwinner: Alexander Larsson erzielt im Auswärtsspiel das Siegtor und assistiert im Heimspiel dabei.

Matchwinner: Alexander Larsson erzielt im Auswärtsspiel das Siegtor und assistiert im Heimspiel dabei. 

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 1. März 2020)

Dramatische Spiele liegen Zug United anscheinend. Am Son­ntag rangen sie Floorball Köniz, den Schweizer Meister von 2018, in einem intensiven Playoff-Fight mit 6:5 nach Verlängerung nieder. Andreas Dahlqvist, der schwedische Topskorer, erlöste die Zuger Fans mit dem Treffer nach 2:49 Minuten in der Overtime. Damit brachte er den Aussenseiter in der Best-of-7-Serie 2:0 in Führung – und die Berner unter Zugzwang. Floorball Köniz wählte Zug United als Gegner im Playoff-Viertelfinal. Dies hatte seine Logik: In den letzten drei Jahren gewann Köniz – inklusive Cup – 15 der 17 Vergleiche.

Weniger beeindruckt davon zeigen sich die Zentralschweizer, die in beiden Spielen Rückstände aufholten und am Ende die besseren Nerven hatten. Im ersten Aufeinandertreffen am Freitag kam der Erfolg jedoch aus dem Nichts. Die Könizer waren in einer etwas zerfahrenen Partie über weite Strecken das bessere Team und führten 13 Minuten vor Schluss verdient mit drei Toren Vorsprung. Von 5:4 auf 7:4 hatten sie zu Beginn des letzten Drittels ihre Führung ausgebaut, als Zug seine Kräfte konzentrierte. Und nichts deutete darauf hin, dass die Zentralschweizer nochmals am Sieg schnuppern könnten. Bis Oliver Schmocker unglücklich eingriff: Er lenkte einen Pass Emil Julkunens ins eigene Tor ab und öffnete so den Spalt in die Partie, den Zug benötigte. Adrian Furger schloss einen Konter zum 6:7 ab und schliesslich schoss Julkunen im Powerplay den Ausgleich. Es war erst der fünfte Überzahltreffer für die Zuger in dieser Saison.

Köniz hatte noch ein Powerplay, vier Minuten waren noch zu spielen. Die Zuger verteidigten mit einer Leidenschaft, wie sie es vorher über weite Strecken der Partie kaum gezeigt hatten. Und auch als die Berner mit einem sechsten Feldspieler anstelle des Goalies verzweifelt den Ausgleich suchten, war immer wieder irgendwie ein Zuger im Weg. Während die Zuger ihren ersten Sieg überhaupt in den Sporthallen Weissenstein feierten, blieben den Könizern nur die verdutzten Gesichter. Sie verloren eine Partie, die sie eigentlich gar nicht verlieren konnten.

Zum Matchwinner wurde – wie nur sechs Tage zuvor im Cupfinal – Alexander Larsson. Er fand sechseinhalb Minuten vor dem Ende aus spitzem Winkel irgendwo eine Lücke in der nahen Ecke von Patrick Eder. Auf das 8:7, die erstmalige Führung der Gäste überhaupt an diesem Abend, fand Köniz keine Antwort mehr.

Zug hatte die Chance auf einen Sieg nach 60 Minuten

Beim zweiten Aufeinandertreffen vom Sonntag sah es im Schlussabschnitt lange gut für die Zuger aus. Einen Penalty setzte Emil Julkunen zwar noch an den Pfosten, doch gelang dem Schweden später gleichwohl noch das 5:3 (51.). Die Zwei-Tore-Führung hielt indes nicht lange. Lediglich 46 Sekunden später traf Silvan Bolliger herrlich mit einem Halbvolleyschuss. Und Jonne Junkkarinen gelang aus fast gleicher Position sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit der Ausgleich. Sein Schuss war noch unhaltbar abgelenkt worden. Zug verpasste in der Folge während eines Powerplays die mögliche, vorzeitige Entscheidung, sodass die Verlängerung über den Ausgang des Spiels entschied. Und da bediente Alexander Larsson seinen langjährigen Weggefährten Dahlqvist, der mit einer herrlichen Direktabnahme das Heimteam erlöste.

Damit führt der Aussenseiter Zug in der Viertelfinal-Serie 2:0. Das dritte Spiel der Best-of-7-Serie findet am kommenden Samstag in den Sporthallen Weissenstein statt und wird von SRF zwei live übertragen.

Mehr zu den NLA-Playoffs gibt es hier.

Zug United ist Cupsieger im Unihockey

Zug United ist zum ersten Mal Unihockey-Cupsieger. Die Zentralschweizer gewinnen den Final gegen Malans in der ausverkauften Wankdorfhalle in Bern 6:5 nach Verlängerung. Bei den Frauen holt Piranha Chur den Titel.