Netzwerken mit dem Chamer Schwinger Pirmin Reichmuth

Der Gewerbeverband des Kanton Zug blickte auf das Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest zurück.

Tijana Nikolic
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Der Zuger Schwinger Pirmin Reichmuth erzählt im Interview von seinen Erlebnissen am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 11. November 2019)

Der Zuger Schwinger Pirmin Reichmuth erzählt im Interview von seinen Erlebnissen am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 11. November 2019)

Rund 150 Personen aus der Wirtschafts- und Gewerbebranche nahmen am Montagabend am Netzwerkanlass des Gewerbeverbandes Zug in den Räumlichkeiten der Amag in Cham teil. «Einmal im Jahr treffen sich Leute aus der Gewerbebranche, um im Rahmen einer Veranstaltung Kontakte zu knüpfen, bereits vorhandene Kontakte zu pflegen oder einfach um sich auszutauschen», sagt Roland Staerkle, Präsident des Gewerbeverbands Kanton Zug.

Höhepunkt des Abends war ein Gespräch mit dem Chamer Starschwinger, Pirmin Reichmuth. Präsident Staerkle erklärt: «Der Kanton Zug und die Stadt Zug standen während des ganzen Jahres 2019 im Banne des Eidgenössischen Schwinger- und Älplerfestes (Esaf). Daher wollten wir mit unserem Netzwerkanlass auch dem Schwingsport eine Plattform bieten und so das schwungvolle Jahr 2019 abschliessen.»

Er war der Tiger im Käfig

Locker und sehr bodenständig in seiner Art unterhielt sich «Pirmi» Reichmuth in der Podiumsdiskussion mit Freddy Trütsch vom Gewerbeverband. Der 24-jährige Reichmuth blickte mit viel Freude auf das Esaf zurück, bei dem er zum engsten Favoritenkreis gehörte und den erfolgreichen dritten Rang holte. «Durch den Favoritenstatus lastete viel Erwartungsdruck auf mir, was sich im Wettkampf rächte. Beim Schwingen muss man mental sehr stark sein», sagte der angehende Physiotherapeut Reichmuth. Er habe daraus seine Lehre gezogen und werde in Zukunft noch härter daran arbeiten. Der 198 Zentimeter grosse und 122 Kilogramm schwere Reichmuth fühlte sich vor Beginn des Schwingfestes wie ein Tiger im Käfig, der nur darauf wartet herausgelassen zu werden. Die Enttäuschung war dementsprechend gross, trotz des guten dritten Ranges.

Anwesend war auch der Zuger Regierungsrat und Präsident des Organisationskomitees des Esaf, Heinz Tännler. Zusammen mit Reichmuth beklagte er sich darüber, gar nichts vom Festakt des Esaf mitbekommen zu haben. «Nebst drei Sitzungen mit dem OK pro Tag und zahlreichen Medienterminen blieb nicht mehr viel Zeit das Fest zu geniessen. Und plötzlich war schon Sonntagabend und das Esaf bereits wieder Geschichte», sagte Tännler. Die Herkulesarbeit von sieben Jahren Vorbereitung, wovon ein Jahr allein für die Landverhandlungen drauf ging, habe sich gelohnt. «Ende Monat wird die Abrechnung des Festes veröffentlicht. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber der Kanton und die Stadt Zug werden viel zurückbekommen», verrät Tännler. Er sei stolz auf alle Beteiligten, die diese harte Arbeit für Zug, für den Sport und für die Tradition auf sich genommen haben.

Bodenständig wie der Schwingsport

Tradition ist auch Reichmuth wichtig; «Ich denke, dass das Schwingen in Zukunft weltweit noch viel bekannter und beliebter werden wird. Ich hoffe, dass der Sport auch dann weiterhin so bodenständig bleibt.» Er könnte vom Schwingen allein leben, möchte aber seine Zweitausbildung zum Physiotherapeuten abschliessen. «Das tägliche Training nimmt höchstens zwei Stunden in Anspruch. Da ist es normal, dass Schwinger nebst dem Sport arbeiten», erzählt der gelernte Metzger. Im nächsten Jahr freue er sich auf das Jubiläumsschwinget im Appenzell zum 125-jährigen Bestehen des Eidgenössischen Schwingvereins.

Im Schlusswort zählt Staerkle viel Arbeit, Willen, Kraft und Technik als Gemeinsamkeiten zwischen dem Gewerbeverein und dem Schwingsport auf. Mehr Stärke will der Gewerbeverband des Kantons Zug mit einer neuen Kampagne zeigen, die Ende dieser Woche starten soll. Die Kampagne «Für ein starkes Gewerbe im Kanton Zug», die bis nächsten Frühling laufen wird, soll für Stärkung des gesamten Gewerbes im Kanton Zug sorgen.