Neue Anlage für die Abwasserreinigung auf einem Chamer Autobahnabschnitt

Neben der A4 in Cham werden derzeit Leitungen verlegt und Pumpwerke gebaut für die Abwasserreinigung.

Vanessa Varisco
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45 Leute arbeiten derzeit an diesem Projekt.

45 Leute arbeiten derzeit an diesem Projekt.

Bild: Stefan Kaiser (Cham, 28. Januar 2020)

Auf stark befahrenen Strassen sammeln sich Abrieb von Reifen, Fahrbahnbelag und Bremsbelägen sowie Öle, Verbrennungsrückstände und Salze. Bei Regen werden diese Ablagerungen weggespült. Um zu vermeiden, dass dabei Verunreinigungen und Schadstoffe wie Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe in die Gewässer gelangen, wird das Strassenabwasser behandelt. Auf vielen Autobahnabschnitten in der Schweiz werden deshalb zur Reinigung des Abwassers Strassenabwasser-Behandlungsanlagen (Saba) vom Bundesamt für Strassen (Astra) unterhalten. Seit letztem August laufen neben der A4 auf einem acht Kilometer langen Abschnitt vom Anschluss Zug über die Verzweigung Blegi bis hin zum Anschluss Cham Bauarbeiten für eine solche Anlage. Um das Wasser der verschiedenen Abschnitte der Saba Lorze zuzuführen, werden vier Pumpwerke erstellt. Sie transportieren das Wasser zur Reinigungsanlage.

In der Saba fliesst das Wasser durch ein Absetzbecken, wo Stoffe wie Sand und Kies sich ablagern. Abfälle wie Zigarettenfilter schwimmen oben und werden abgeschöpft. Abschliessend wird das Abwasser vorgereinigt. Im Absetzbecken sinkt ein grosser Teil der Feinpartikel auf den Boden, wo sie als Schlamm abgesogen werden. Nachdem das Abwasser in einem nächsten Schritt durch einen Sandfilter geleitet wird, kann es entweder zur Versickerung in den Boden geleitet werden oder einem Gewässer zugeführt werden. In Cham wird es etwa in die Lorze geleitet.

«Aktuell werden im Anschluss Cham und bei der Ausfahrt Zug Betonarbeiten ausgeführt», sagt Projektleiterin Nicole Schulz zur Situation im Kanton Zug. Auch die Pumpwerke Cham und Breiten sind zu erstellen. Die Arbeit erfolgt etappenweise. Sie bestätigt:

«Wir sind gut im Zeitplan.»

Aufwendiger als andere Bauarbeiten auf Autobahnen sind jene für die Strassentwässerung laut den Verantwortlichen nicht. Denn da alles neben den befahrenen Spuren vonstattengeht, muss beispielsweise der Verkehr nicht speziell geregelt werden. Herausforderungen gibt es aber dennoch. Nicole Schulz erklärt: «Für den Bau des grossen Absetzbeckens, muss Fels abgebaut werden, was sehr arbeitsintensiv ist.» Es sei faszinierend am Rande der Grube zu stehen und zu sehen, wie das Projekt voranschreite, findet Nicole Schulz, welche immer wieder selber vor Ort ist.

Insgesamt sind 45 Leute für dieses Projekt an der Arbeit ‑ darunter Bauarbeiter, Planer sowie Umweltbeauftragte. Letztere prüfen beispielsweise, ob der Boden durch den Bau nicht geschädigt wurde. «Zur Umwelt Sorge zu tragen ist uns ein Anliegen. Nicht zuletzt deshalb wird schliesslich dieses Projekt realisiert», betont Nicole Schulz.

Testphase dauert wohl ein halbes Jahr

Sind die Bauarbeiten abgeschlossen - was voraussichtlich Ende des Jahres der Fall sein wird, soll die Elektronik angebracht werden. Sie ist notwendig, damit die Pumpwerke funktionieren, Schieber bedient werden können oder eine Meldung bei der für den Unterhalt zuständigen Gebietseinheit Zentras, sollten technische Probleme auftreten. «Auch bei Havarieunfällen würde eine Meldung abgesetzt, die Leitungen blockiert, damit die umweltgefährdenden Stoffe anschliessend abgesaugt werden können», so Schulz. Nach einem halben Jahr Testphase mit eingebauter Elektronik soll die Anlage definitiv ihren Betrieb aufnehmen.