Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Neue Firmen sollen sich in der Ruessen in Baar ansiedeln

Im Gebiet nahe der Sihlbruggstrasse soll eine 2,4 Hektaren grosse Reservebauzone definitiv eingezont werden. Die Gemeinde und das involvierte Planungsbüro haben über das Vorhaben informiert.
Ruedi Burkart
Hier sollen dereinst Firmen ansässig werden: Das Gebiet Ruessen soll definitiv eingezont werden. (Bild: Stefan Kaiser, Baar, 16. Mai 2018)

Hier sollen dereinst Firmen ansässig werden: Das Gebiet Ruessen soll definitiv eingezont werden. (Bild: Stefan Kaiser, Baar, 16. Mai 2018)

Im Gebiet Ruessen hinter der Hyundai-Garage Andermatt befindet sich seit 13 Jahren eine Reservebauzone. Um diese einer definitiven Bauzone zuführen zu können, ist gemäss gemeindlicher Bauordnung ein Quartiergestaltungsplan auszuarbeiten. Dieser wurde im Verlauf des vergangenen Jahres durch die involvierten, privaten Grundeigentümer erarbeitet und durch die Abteilung Planung/Bau begleitet. Der Baarer Gemeinderat hat die Planung am 4. April zur öffentlichen Mitwirkung verabschiedet. Am vergangenen Dienstag wurde vor Ort informiert.

Dass über 50 Personen an einer öffentlichen Informationsveranstaltung teilnehmen, an der kein konkretes Projekt vorgestellt, sondern lediglich über eine geplante Zonenplananpassung Auskunft gegeben wird, ist erstaunlich. Und auch erfreulich, wie Baars Bauchef Paul Langenegger (CVP) bei der Begrüssung der interessierten Personen konstatieren durfte. «Ich schicke voraus, dass wir noch keine Bauprofile stellen können. So weit sind wir noch nicht», sagte er.

Dann also zu den Fakten: Im Jahr 2005 wurde ein 2,4 Hektaren grosses Gebiet an der Ruessenstrasse nach der Einzonung in die Reservezone überführt. Jetzt soll dieses Gebiet der definitiven Bauzone zugeführt und erschlossen werden. Es handelt sich um Parzellen der Familien Felder und Zürcher, auf dem Land wolle man, so Langenegger, «produzierendes Gewerbe ansiedeln». Im Gebiet herrscht allerdings jetzt schon viel Betrieb. Bevor man die Garage Andermatt erreicht, dort, wo das zu bebauende Land beginnt, fährt man an zahlreichen Firmen vorbei.

Ob es denn noch zeitgemäss sei, Land einzuzonen für Gewerbebauten oder Büroräume, wo aktuell doch schon haufenweise solche Gebäude und Räume leer stehen, wollte eine Zuhörerin wissen. Langeneggers lakonische Antwort: «Die Realisierung und Vermietung von Liegenschaften ist Sache der Grundeigentümer.»

Ein «grosses Stück Land»

Nach dem Gemeinderat trat Michael Camenzind vor die Leute. Der diplomierte Siedlungsplaner HTL der Zürcher Firma Suter von Känel Wild AG führte durch die Präsentation und stellte gleich zu Beginn klar, dass man im Vorfeld gut und transparent informieren wolle. «Schliesslich handelt es sich hier um ein grosses Stück Land.» Ein «grosses Stück Land» indes, das in der aktuellen Ausgangslage vor allem ein grundlegendes Problem kennt – die anstehende Erschliessung.

Die Ruessenstrasse ist schlicht zu schmal und gefährlich für Baustellenverkehr. Camenzind: «Es ist unausweichlich, dass wir die Ruessenstrasse auf 5,7 Meter verbreitern müssen, damit zwei LKW kreuzen können.» Weiter wolle man das Fusswegnetz um eine Verbindung zur Bushaltestelle erweitern.

Zudem muss ein zwei Meter breites Trottoir und am Ende der Strasse ein Wendeplatz realisiert werden. Neben dem Trottoir bei der Reservebauzone fehlt auch ein rund 100 Meter langer Gehweg bei der Ampel. Dieses Trottoir wird laut Urs Spillmann, dem Baarer Abteilungsleiter Planung/Bau, mit 120 000 Franken veranschlagt, wovon die Gemeinde 100 000 Franken übernehmen würde. Für den diskutierten Spurausbau bei der Lichtsignalanlage könne laut Spillmann noch keine Angabe gemacht werden.

Keine verdichtete Bauweise

Von einer Verdichtung im Sinne der kantonalen Richtplanvorgabe sieht man aus verschiedenen Gründen ab. «Produzierendes Gewerbe ist primär auf Flächen im Parterre angewiesen», so Camenzind. Auch ein Aspekt: Bei verdichteter Bauweise – und entsprechend zahlreicher Ansiedlung neuer Firmen – müsste man den Knoten Sihlbruggstrasse ausbauen, was weitere Investitionskosten zur Folge hätte (Camenzind: «Das kostet viel Platz und Geld»). Man erachte die heutige Baumassenziffer (BMZ) von 4,0 als zweckmässig. Ebenfalls gegen verdichtetes Bauen an der Ruessenstrasse spreche, dass man eine minimal Anzahl an Parkplätzen realisieren wolle.

Wie geht es nun weiter? Noch bis zum 11. Juni liegt der neue Quartiergestaltungsplan im Gemeindehaus Baar auf. Zudem sind die Unterlagen auf der gemeindeeigenen Homepage abrufbar. Der Kanton wird mittels Stellungnahme in die Planung der Quartiergestaltung einbezogen.

Rechnet der Gemeinderat mit Problemen? «Wissen Sie», so Vizegemeindepräsident Langenegger, «es ist eine spezielle Angelegenheit hier. Es sind verschiedene Grundeigentümer involviert wegen des Ausbaus der Strasse und der Kanalisation.» Man werde mit allen Parteien den Rank finden, ist der Gemeinderat überzeugt. «Ich nächster Zeit sitzen wir mit allen zusammen.» Auf dass der Gemeinderat bis Ende Jahr die Bauzone freigeben kann. Denn, wie sagte der per 31. Dezember abtretende Langenegger zum Schluss so treffend: «Alle, die heute Abend hier sind, kennen mich. Ich will vorwärts machen.»

Gebiet Ruessen

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.