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Neue Ideen im letzten Zuger Musikhaus

Vor einem Jahr übernahm ein junger Inhaber das alte Musikhaus Schmitz. Im knapp 75-jährigen Instrumentenladen geht regelmässig Kundschaft ein und aus – auch dank neuer Geschäftszweige.
Laura Sibold
Manuel Christen in seinem Laden «Music Store Schmitz». (Bild: Werner Schelbert (Zug, 21. September 2018))

Manuel Christen in seinem Laden «Music Store Schmitz». (Bild: Werner Schelbert (Zug, 21. September 2018))

Seit 1944 gibt es das Musikgeschäft Schmitz in der Stadt Zug – seit dem vergangenen Jahr unter dem Namen «Music Store Schmitz». Das traditionsreichste Zuger Musikhaus hatte lange Zeit keinen leichten Stand, gingen doch alle anderen Musikgeschäfte in der Stadt nach und nach ein. Nur der Laden an der Ägeristrasse 7 überdauerte die Zeit (siehe Box). Im September 2017 übernahm Manuel Christen das Musikhaus Schmitz schliesslich vom langjährigen Inhaber Daniel Gempeler. Nach einem Jahr zieht der 22-Jährige Christen eine durchzogene Bilanz.

In Zeiten des Onlinehandels sei das Überleben durchaus schwieriger geworden. «Als Fachgeschäft sind unsere Preise natürlich höher als jene im Online-Massenhandel», sagt Manuel Christen. Dennoch könne er auf einen relativ grossen Kundenstamm zurückgreifen, bestehend aus regionalen Musikern oder Schülern, die fürs neue Schuljahr ein Instrument kaufen. Ein In-strument müsse man vor dem Kauf in die Hand nehmen können, sagt er. Zudem biete er Service und Beratung. «Das kann ein reiner Online-Laden nicht.»

Viel Werbung via Social Media

Da Christen mit seinem Musikhaus in der Stadt Zug konkurrenzlos ist, läuft das Geschäft nicht schlecht – die Umsätze steigen stetig. «Durch schlechtere Konditionen der Lieferanten machen wir jedoch weniger Gewinn», relativiert der Hünenberger. Aus diesem Grund investiert Christen mehr in Werbung.

Sein Musikgeschäft ist auf Plattformen wie Facebook und Instagram vertreten, wo er auch regelmässig Konzerttickets verlost. Zudem setzt der junge Musikbegeisterte vermehrt auf neue Geschäftszweige. So sind neben den an einer Barocktapete aufgehängten Gitarren auch viele Mikrofone und Verstärker zu finden. Christen bietet diverse Utensilien für Konzerttechnik an und stellt sich selber als Tontechniker für Anlässe zur Verfügung.

Regelmässige Konzerte sind in Planung

Ebenfalls macht sich der neue Inhaber des «Music Store Schmitz» einen Trend zunutze: «Heute spielen wieder mehr Leute ein Instrument als früher. Deshalb gebe ich seit einiger Zeit auch Gitarrenunterricht», erklärt Manuel Christen. Das letzte Stadtzuger Musikhaus soll des Weiteren nicht nur ein Verkaufsladen sein. Für die Zukunft plant der 22-Jährige, regelmässig Konzerte im Lokal an der Ägeristrasse 7 durchzuführen. Ein erstes hat Mitte August als Vorkonzert des Zuger Open-Air-Festivals Rock the Docks bereits stattgefunden.

Auf die Frage, ob es ihn denn nicht wie viele junge Altersgenossen auf Reisen oder eine Weiterbildung ziehe, verneint Manuel Christen: «Dieses Geschäft ist nach wie vor das, was ich machen möchte. Ich habe meinen Platz gefunden.» Im kommenden Jahr wird das Musikhaus Schmitz 75 Jahre alt. Zum Jubiläum sei bereits Ende des aktuellen Jahres etwas geplant, verrät Christen schon einmal.

Die Geschichte des Musikhauses

1944 hat Dietrich Schmitz das gleichnamige Musikhaus gegründet. Im Kanton Glarus als Verdingbub aufgewachsen, trat er als junger Erwachsener in Zug mit dem Akkordeon auf. Der Autodidakt war der Erste im Kanton, der Akkordeonunterricht erteilte. Zu diesem Zweck fuhr er mit seinem Mofa in die Dörfer. Bald war Schmitz der Ansprechpartner für Musikschulen und Musikerfamilien. Am Hirschenplatz gestartet und an der Katastrophenbucht weitergeführt, wurde das Musikhaus Schmitz ab 1978 am Kolinplatz 21 vom Ehepaar Klee geleitet. Anfang 2005 erwarb Daniel Gempeler das Geschäft und führte es von 2014 bis 2017 an der Ägeristrasse 7. (ls)

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