Krypto-Bank Seba zieht ins Zuger Stadthaus

Die Stadtverwaltung zieht Ende Juni aus: Nun ist bekannt, wer neu in den historischen Räumlichkeiten 
zu Hause sein wird. Ein Blockchain-Start-up führt auch eine gewisse Tradition weiter.

Andrea Muff
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Nun ist es klar: Ab 1. November bedient die Seba Crypto AG im Stadthaus am Kolinplatz die Kunden. (Bild: Stadt Zug)

Nun ist es klar: Ab 1. November bedient die Seba Crypto AG im Stadthaus am Kolinplatz die Kunden. (Bild: Stadt Zug)

Ende Juni zieht die Stadtverwaltung in das ehemalige Landis&Gyr-Gebäude an der Gubelstrasse 22. Damit werden Verwaltungsliegenschaft in der Altstadt frei. Die Räume an der Ägeristrasse 7, St.-Oswalds-Gasse 20 und am Kolinplatz 15 sollen weiterhin im Besitz der Stadt Zug bleiben. Über das Nachnutzungskonzept der besagten Gebäude hat der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug Ende Januar beraten. Das Stadtparlament war mit den Plänen des Stadtrats zufrieden. Am Mittwoch teilte die Stadt Zug den ersten Mieter mit: Im Stadthaus am Kolinplatz wird ab 1. November die Seba Crypto AG einziehen. Vorher werde das Gebäude den heutigen brandschutztechnischen Bestimmungen angepasst.

Für Finanzchef André Wicki eine gute Wahl: «Die Stadt Zug ist bekannt dafür, dass sie Tradition pflegt und Moderne fördert. Mit Seba haben wir einen Mieter, der unbedingt in die Altstadt wollte und sich sehr darauf freut, mit über 40 Personen am Kolinplatz zu sein.» Die Seba bezeichnet der SVP-Stadtrat als eine sehr zukunftsträchtige Firma. Sie beabsichtige, sich als eine von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) lizenzierte Bank zu etablieren, die regulierte Krypto-, Blockchain- und traditionelle Finanzmarktprodukte und -dienstleistungen anbietet. Das Unternehmen möchte den Hauptsitz ins Stadthaus verlegen.

Finanzchef Wicki findet den neuen Mieter auch aus weiteren Gründen ideal: «Im Stadthaus haben wir vor drei Jahren beschlossen, Bitcoin als Zahlungsmittel für Dienstleistungen der Einwohnerkontrolle zu akzeptieren. Und hier haben wir vor eineinhalb Jahren entschieden, allen Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt Zug eine blockchainbasierte digitale ID zu ermöglichen. Mit dem Einzug des Blockchain-Start-ups Seba ins Stadthaus wird diese Geschichte fortgeschrieben.» Und auch der CEO von Seba, Guido Bühler, ist zufrieden: «Mit dem Umzug von Seba in das geschichtsträchtige Stadthaus wird die Kryptowelt für alle hautnah erlebbar. Wir freuen uns, damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Crypto Valley zu leisten.»

Ägeristrasse 7 ist
 momentan ausgeschrieben

Und was passiert mit dem Trauzimmer? «Mit der Bürgergemeinde konnte die Stadt Zug eine Vereinbarung abschliessen, dass der gotische Saal und das Bürgerratszimmer im alten Rathaus in der Altstadt für Trauungen genutzt werden können», versichert André Wicki. Zudem gebe es ein Trauungsraum im L&G-Gebäude und die Idee, im Parktower eines einzurichten. Die Pläne für die anderen Liegenschaften: An der St.-Oswalds-Gasse 20, wo momentan das Baudepartement zu Hause ist, soll ein «Haus des Lernens» entstehen. Die Räumlichkeiten der Ägeristrasse 7 seien ausgeschrieben, bestätigt André Wicki.