Neue Strasse soll dem Verkehrschaos bei Walterswil ein Ende bereiten

Das Baugesuch für die neue Erschliessungsstrasse zur International School of Zug and Luzern liegt auf. Darüber hinaus bildet sie den Auftakt der Umsetzung eines lang geplanten Ausbauprojekts.

Carmen Rogenmoser
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Die Profile für die neue Strasse zur Schule sind erstellt.

Die Profile für die neue Strasse zur Schule sind erstellt.

Bild: Stefan Kaiser (Baar, 27. Mai 2020)

Die International School of Zug an Luzern (ISZL) am Standort Walterswil macht einen ersten konkreten Schritt bei ihrem Ausbauprojekt. Bis am 3. Juni liegt das Baugesuch «Anpassung Sihlbruggstrasse sowie Neubau Erschliessungsstrasse, temporäre Parkplatzfläche zum späteren Ausbau als Sportplatz sowie Umgebungsgestaltung der International School of Zug and Luzern» auf.

Eingereicht wurde das Gesuch von der Baarer Stiftung Don Bosco. Deren Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Schule. Die beiden Parteien arbeiten nach einem Hin und Her rund um das Bauprojekt wieder zusammen (siehe Box). Was genau geplant ist, darüber wollen sowohl die Stiftung wie auch die Privatschule in den kommenden Tagen Stellung nehmen. So viel sei vorweggenommen: Die Stiftung bleibt die Eigentümerin. Die Schule ist die Mieterin.

Ein verwirrendes Hin und Her

(zg/cro) Seit vier Jahren ist das Ausbauprojekt der International School of Zug und Luzern Thema. Im Jahr 2016 nämlich trat der entsprechende Bebauungsplan in Kraft. Die geplante Erweiterung umfasste auch die Räumlichkeiten der Baarer Stiftung Don Bosco. Ein Jahr später aber wandte sich die Schule von diesem Plan ab. Stattdessen kaufte sie das Gebäude der Trumpf AG, das ebenfalls in unmittelbarer Nähe steht. Die Stiftung war vor den Kopf gestossen.

Anfang 2019 allerdings hatte sich die Schule wieder umentschieden und wollte das Trumpf-Gebäude verkaufen. Die Verantwortlichen entschieden sich schliesslich doch für den aktuellen Standort und die Zusammenarbeit mit der Stiftung. Dies wohl auch, weil die Gemeinde Baar Druck aufgesetzt hatte, wie der zuständige Bauchef Jost Arnold erklärte: «Es war eine Auflage, dass die Zufahrt zur Schule neu gelöst wird.» 

Die Gemeinde hat vermittelt

Dass die Beteiligten wieder auf der gleichen Seite stehen, sei nicht zuletzt der Gemeinde Baar zu verdanken, die «Schützenhilfe» geleistet habe, sagt der zuständige Bauchef Jost Arnold auf Nachfrage. «Die Parteien konnten sich auf die Realisierung des im Bebauungsplan geregelten Projekts einigen.» Teil des rechtskräftigen Bebauungsplans waren der Ersatz der bestehenden Provisorien, der Bau eines Doppelkindergartens, eines Parkhauses, einer Dreifachturnhalle sowie entsprechende Aussenanlagen.

Eine Auflage der Gemeinde war, dass eine neue Zufahrtsstrasse gebaut wird, die dem Verkehrschaos im Zusammenhang mit dem Bringen und Holen der Kinder ein Ende macht. Dieser Punkt wird nun als Erstes angegangen. Die Bebauung des Areals der ISZL ist laut dem aufliegenden Bebauungsplan in verschiedenen Etappen vorgesehen.

Etappe 1 sieht die neue, rund 225 Meter lange Erschliessungsstrasse zur International School vor. Sie zweigt von der Sihlbruggstrasse gegen Süden ab und führt nach einer engen Kurve Richtung Osten zur Schule. «Die Verkehrsprobleme sollen durch die im Bebauungsplan etappenweise vorgesehenen Massnahmen, insbesondere durch die Anpassung an der Sihlbruggstrasse, die neue Zufahrtstrasse und die Durchfahrts- beziehungsweise Parkplatzregelung im Bebauungsplanperimeter, behoben werden», ist auch Bauchef Arnold zuversichtlich.

Probleme gibt es insbesondere durch sich stauende Autos beim Schulbeginn beziehungsweise Schulende. Immerhin werden rund 900 Schülerinnen und Schüler in Walterswil unterrichtet. Der Stau kann sich bis zurück auf die Autobahn ausdehnen. Das führe zu eingeschränkten Sichtverhältnissen und könne «risikoreiche Fahrmanöver» provozieren, ist auch im Bericht zum Baugesuch festgehalten. Zudem werde dadurch der Busbetrieb beeinträchtigt.

Vom Parkplatz zum Fussballplatz

Gleichzeitig mit der neuen Erschliessungsstrasse wird auch ein Fussballplatz gebaut. Allerdings vorerst ohne Spielfeld. Der Platz dient nämlich während der Bauphase als Parkplatz, auch dies zwecks Entlastung. Nach Abschluss aller Arbeiten wird der Asphaltbelag entfernt und Kunstrasen eingebaut. Der Unterbau inklusive Entwässerung erfolgt aber von Beginn weg in definitiver Form.

Die bestehende Strasse zur Schule wird anschliessend als Baustellenzufahrt genutzt und in einer späteren Phase zu einem Rad- und Fussweg zurückgebaut. Die Bauarbeiten erfolgen parallel zum üblichen Schulbetrieb. Die Kosten belaufen sich laut Baugesuch auf 4,3 Millionen Franken.

International School krebst zurück

Das ehemalige Trumpf-Gebäude an der Ruessenstrasse wird wohl nicht zu einer Schule. Die International School of Zug and Luzern will es nicht mehr. Vielleicht auch, weil sie von der Gemeinde in die Pflicht genommen wurde.
Zoe Gwerder

BAAR: Schule schickt Bauprojekt bachab

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Zoe Gwerder