Neuer Zuger Waldparcours: Ein inspirierender Weg für Körper und Geist

Der neue Natur-, Bewegungs- und Erlebnispfad in Oberwil stösst generationenübergreifend auf reges Interesse.

Andreas Faessler
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Der neue Zuger Waldparcours verbindet Sport und Kultur: Beim Posten Nummer 11 am Waldrand ist Geschicklichkeit gefragt. Die beiden neunjährigen Schüler Dominik und Liam aus Zug üben sich konzentriert am «Geduldsfaden».
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Auf dem Rundgang zwischen Zug und Oberwil werden auf verschiedenen Stationen Bewegung und Kunst kombiniert.
Der Waldparcours ist seit Anfang Mai 2020 in Betrieb. Initiiert wurde er von Anwohnern und dem Verein Zug Sports.
Rosa und Giuseppe Zandegiacomo üben das Balancieren auf dem Waldparcours.
Sportbegeisterte finden auf dem Waldparcours in Oberwil auch Liegebänke für Rumpfübungen.
Nebst Körperkraft kann auch das Balancieren trainiert werden - mit wunderbarem Blick über den Zugersee und einigen künstlerischen Lichtblicken.

Der neue Zuger Waldparcours verbindet Sport und Kultur: Beim Posten Nummer 11 am Waldrand ist Geschicklichkeit gefragt. Die beiden neunjährigen Schüler Dominik und Liam aus Zug üben sich konzentriert am «Geduldsfaden».

Bild: Stefan Kaiser (Oberwil, 7. Mai 2020)

In Sachen Naherholung ist die Stadt Zug nun um eine besondere Attraktion reicher: Vor einigen Tagen ist der neue Waldparcours in Oberwil der Öffentlichkeit übergeben worden. Auf Initiative der Nachbarschaft Oberwil-Gimenen sind in Kooperation mit Zug Sports – der Verein zur Förderung von Bewegung und Lebensfreude – sowie mit dem Genossenschaftsfonds der Mobiliar im Waldstück oberhalb der Klinik Zugersee elf durchdachte Stationen entstanden, die zum einen der Fitness und Geschicklichkeit dienen und zum anderen die Wahrnehmung des Ich wie auch der Natur – teils über den künstlerischen Weg – stimulieren.

Der Parcours startet bei der Endhaltestelle der Buslinie 3 und hält zwei Routen bereit; eine «gemütliche» und eine sportliche. Letztere ist länger und weist eine deutlich grössere Höhendifferenz auf im steilen Gelände – Treppensteigen inklusive. Bereits in den ersten Tagen nach Inbetriebnahme wird der Parcours von Bewegungswilligen und Neugierigen begangen. Familien, Schüler, Sporttreibende und ältere Semester sind gleichermassen auf dem Waldweg anzutreffen. Interessiert begutachten sie die aufwendig erstellten Stationen, lesen die Infotafeln und zeigen sich erfreut über das neue Angebot. Es ist gemäss Zug Sports in dieser Form als sinnlicher Bewegungs- und Kunsterlebnispfad bisher einzigartig in der Schweiz.

Grosses Lob für die Handwerkskunst

Obschon die ursprünglich angedachte offizielle Eröffnungsfeier des Oberwiler Waldparcours auf unbestimmte Zeit verschoben ist, haben schon reichlich Zugerinnen und Zuger vom neuen Angebot Wind bekommen und entsprechend reagiert. «Menschen allen Alters melden sich bei uns und bedanken sich», sagt ein erfreuter Daniel Schärer von Zug Sports. «Auch auf Social Media wird bereits sichtbar, wie der Waldparcours von den Leuten aufgenommen wird. Und dies, obwohl wir bewusst auf eine Kampagne verzichten.» Denn es sei auch gar nicht das Ziel des Waldparcours, eine nationale Attraktion zu werden, sondern es sei in erster Linie ein Projekt für die Zugerinnen und Zuger.

Ein Kränzchen – oder besser, einen grossen Kranz – windet Daniel Schärer der Korporation Zug. «Die können wahrlich mehr als Bäume fällen», sagt er schalkhaft und spielt mit dieser bewussten Untertreibung auf die herausragende handwerkliche Fertigkeit der Korporationsmitarbeiter an, von welcher die einzelnen Stationen Zeugnis ablegen.

In der Tat: Jede von ihnen ist ein grösseres oder kleineres Holz-Kunstwerk an sich. In besonders eindrücklichem Ausmasse schlägt sich dies in der Nummer 7 bei der Feuerstelle an der unteren Mülibachstrasse nieder, dem Posten «Wasserspiel». Hier wird eine grosse hölzerne Brunnensäule mit Schindeldach und mehreren Speiern von Bänken und Wasserbecken umspielt, alles fein angeordnet auf einer oktogonalen Plattform – auch diese selbstverständlich aus Holz hiesiger Wälder bestehend. Nachhaltigkeit und Regionalität waren den Verantwortlichen von Anfang an wichtige Anliegen.

Aus- und Durchblicke

Der Waldparcours Zug ist ein bedacht konzipierter Erlebnispfad für die Sinne und in sämtlichen Belangen durch und durch gelungen. Die Streckenführung ist bewusst so angelegt, dass sie in weiten Teilen sogar kinderwagen- und rollstuhlgängig ist. Der Pfad führt durch gepflegten Korporationswald an lauschigen Bachtobeln vorbei und bietet herrliche Aus- und Durchblicke auf die Zugerseelandschaft.

Auch Dominik und Liam gefällt’s. Die beiden neunjährigen Schüler aus Zug sind gerade dabei, die sportliche Variante des Parcours abzulaufen. Energisch kurbeln sie an den Drehrädern bei Posten 7, bis sich das Wasser aus den Holzspeiern ergiesst. Später werden sie sich weiter unten bei Posten 11 mit dem «Geduldsfaden» in Geschicklichkeit üben. Nicht weniger Spass an den Fakultäten haben Rosa Zandegiacomo und ihre beiden Sprösslinge, etwa beim Balancieren auf dem Seil bei Posten 5. Sie alle sind sich einig: Der neue Waldparcours macht Freude und gute Laune.