Neues Hallenbad im Kanton Zug?

Beat Wyss, Kantonsrat CVP, Oberägeri

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Meine Mutter fragte mich letzthin: «Wann baut ihr endlich das Bad in Oberägeri? Das geht viel zu langsam. Kannst du da nicht etwas vorwärtsmachen?» Wenn ich in den letzten Jahren in der Politik etwas erkannt habe, ist es das, dass alles ein bisschen mehr Zeit braucht als in der Privatwirtschaft. Manchmal ist dies aber nicht nur schlecht.

Eine weit verbreitete Frage lautet in der letzten Zeit auch: Brauchen wir noch Hallenbäder im Kanton Zug? Gerne lege ich Ihnen mit ein paar Argumenten dar, wieso wir das Bäderprojekt am Ägerisee verwirklichen sollten:

  • Es hat im ganzen Kanton Zug zu wenig Platz für Wasseraktivitäten. Wir haben zwar Seen, diese sind leider nur maximal drei Monate lang genügend warm.
  • Der vorgesehene Standort beim Strandbad in Oberägeri ist einfach ideal. Man kommt deshalb fast ins Schwärmen: Er liegt am Südhang mit idealer Sonneneinstrahlung und Sicht auf See und Berge.
  • Die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr Zuger Verkehrsbetriebe (ZVB) ist einmalig. Von Zug und Sattel gelangt man direkt vor die Tür des Hallenbads.
  • Die Schulkinder in Unter- und Oberägeri erhalten Schwimmunterricht.
  • Der FC Frosch erhält ein herrliches Becken mit sehr guten Spiel- und Trainingsmöglichkeiten.
  • Für Familien sind eine Rutschbahn und ein Kinderschwimmbecken vorgesehen.
  • Die Kombination mit dem See- und Hallenbad ist für den Kanton Zug einmalig.
  • Es gibt eine Erhöhung der Lebensqualität für die Bevölkerung des Ägeritals. Jung und Alt können sich gelenkschonend im Wasser bewegen.
  • Für den Tourismus im Ägerital ist dieses Bad eine Bereicherung.
  • Der Wellnessbereich bietet ruheliebenden und erholungssuchenden Leuten eine wunderschöne Oase der Ruhe.

All diese Erkenntnisse sagen mir, dass dieses Bad genügend Gäste anziehen wird, um das Betriebsdefizit möglichst gering zu halten. Damit wir die Erstellungs- und Betriebskosten im Griff haben, gibt es noch einen anderen Aspekt: Wir brauchen keine Neuerfindungen von profilierungslustigen Architekten. Wir brauchen ein zweckmässiges Bad mit durchdachter Bausubstanz, das dadurch geringe Unterhaltskosten aufweist.

In letzter Zeit fällt auf, dass bei modernen, exklusiven Architekturbauten viel zu früh Schäden auftreten. So auch bei unserer Dreifach-Turnhalle Hofmatt in Oberägeri – obwohl nicht mal zehnjährig. Aus Fehlern soll man lernen: Daher möchte ich ein schönes, funktionales Gebäude erstellt sehen. Ich bin überzeugt, wenn man einfache bauphysikalische Grundsätze einhält, können bereits bei der Planung zukünftige Bauschäden verhindert werden. Viel wichtiger als die Baukosten sind für mich die Betriebskosten des Bades. Auf diese Zahl bin ich gespannt.

Anliegen an das Bad habe ich natürlich auch: An diesem schönen Platz sieht man direkt auf den See und den unbebauten Bergwald. Ich wünsche mir im Innenbereich des Bades viel Holz vom vis-à-vis gelegenen Bergwald, man soll die Gemütlichkeit und Wärme des Holzes spüren. Ich wünsche mir eine ökologische Wärme- und Energiegewinnung, die wir unseren Kindern mit Freude und Stolz zeigen dürfen.

Manchmal höre ich negative Stimmen, vor allem wegen der Kosten. Es ist ein grosser Brocken, das ist wahr. Doch ich hoffe, dass wir darüber die vielen positiven Aspekte nicht ausblenden. Wir dürfen etwas erschaffen für die Zukunft unseres Tals. Wir müssen das Geld zielgerichtet einsetzen, dann bin ich überzeugt, «wirds ä gfreuti Sach!»

Und ja: Ich werde der Erste sein, der für meine Mutter eine Jahreskarte besorgen wird. Wann? Weiss ich auch noch nicht genau. In der Politik geht immer etwas, manchmal einfach etwas langsamer …

HINWEIS

In der Kolumne «Zuger Ansichten» äussern sich die Kantonsräte des Kantons Zug zu von ihnen frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.