NEUES RESTAURANT
Mit Jazz, Kunst und Nudelsuppe: Kevin Taró Bicker bringt japanisches Flair nach Zug

Statt am Bundesplatz begrüsst Kevin Taró Bicker seine Gäste neu im Grand Café in Zug. Auch am neuen Ort will der 29-Jährige seine Kundschaft mit durchdachtem Design und einem Klassiker der japanischen Küche überzeugen.

Kilian Küttel
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Kevin Taró Bicker ist Gastgeber im «Raijin Ramen» in Zug.

Kevin Taró Bicker ist Gastgeber im «Raijin Ramen» in Zug.

Bild: Matthias Jurt (Zug, 2. Juni 2021)

Zug, Bahnhofstrasse 22, der Tag nach der Eröffnung. Die drei Gäste an Tisch 1 haben bezahlt und machen Anstalten zu gehen, als der junge Mann in weissen Sneakers und mit Schiebermütze auf dem Kopf vor ihnen in die Hocke geht: «Schön wart ihr hier. Und ihr könnt gerne auch einmal abends vorbeikommen. Ich würde mich echt freuen.»

Der Kontakt zu den Leuten sei ihm sehr wichtig, sagt wenig später Kevin Bicker, als er sich im gelb gepolsterten Sofa weit zurücklehnt, auf dem er soeben Platz genommen hat. Jetzt, wo das Mittagsgeschäft zu Ende ist, hat er Zeit, um über das «Raijin Ramen» zu sprechen; das neue Restaurant im hinteren Teil des Grand Cafés an der Bahnhofstrasse in Zug. Kevin Bicker, der lieber bei seinem japanischen Namen Taró genannt wird, ist hier erst wenige Stunden der Gastgeber; pünktlich mit den nächsten Lockerungen der Coronamassnahmen hat das «Raijin Ramen» am 1. Juni eröffnet, nachdem es zuvor einige Monate am Bundesplatz beheimatet war.

Der Gastgeber lebte als Kind in Japan

Doch auch am neuen Ort bleibt sich Taró treu, will dem Publikum keine Dienstleistung, sondern ein Erlebnis bieten. «Wer ins ‹Raijin Ramen› kommt, soll seinen Alltag für die Stunde vergessen können, solange er hier ist», sagt Taro, Sohn einer Japanerin und eines Schweizers, der bis zu seinem sechsten Lebensjahr in der japanischen Millionenstadt Kyoto gelebt hat, ehe er nach Zug gekommen ist. Und Taró sagt:

«Man soll sich bei uns zu Hause, wie in einer Stube fühlen, halt einfach mit japanischem Flair.»

Im ganzen Gastraum stehen Sofas, kleine Röhrenfernseher dienen ebenso zur Dekoration wie Körbe und Lampions mit japanischen Schriftzeichen, die von der Decke hängen. Der Innenraum soll Tarós Persönlichkeit widerspiegeln. Der 29-Jährige sieht sich eher in zweiter Linie als Gastronom, sondern viel mehr als Ästhet, der Wert auf Design legt und sein Faible für Kunst und Musik weitergeben will. Sei es mit dem Jazz, der aus den Boxen plätschert, oder mit den Bildern an den Wänden, die er selber gemalt hat.

Trend-Streetfood Ramen in Zug

Weg vom Interieur, hin zur Kulinarik: Hier will Taró seine Kundschaft mit einem Klassiker des japanischen Streetfoods überzeugen, nämlich mit Ramen. Die Nudelsuppe liegt seit einiger Zeit in Europa im Trend, so auch in Zug, glaubt Taró, der hofft, auf grosses Interesse zu stossen:

«Zug ist ein Meltingpot, ein Schmelztiegel verschiedener Nationen. Unser Angebot wird bei der internationalen Community hoffentlich gut ankommen, richtet sich aber natürlich auch an die Ur-Zugerinnen und -Zuger.»

Das «Raijin Ramen» befindet sich im hinteren Teil des Grand Cafés Zug, dessen Betreiber von einem Glücksgriff sprechen. Auf Anfrage sagt Pascal Nussbaumer, einer der drei Inhaber, die Zusammenarbeit mit Taró sei ein Glücksgriff. Denn für das Grand Café sei der Balanceakt nicht immer einfach gewesen, tagsüber ein Café, am früheren Abend ein Restaurant und am späteren Abend eine Bar zu führen: «Also haben wir nach jemandem Innovativem für den Foodbereich im GC gesucht. Diesen haben wir mit Taró ganz sicher gefunden», so Nussbaumer, der trotz des neuen, asiatischen Flairs unterstreicht:

«Das GC war und ist bekannt für seine Canapés. Falls jemand befürchtet, wir würden diese mit dem neuen Foodkonzept nicht mehr anbieten, kann ich ihn oder sie beruhigen: Auch in Zukunft wird der Samstag der Canapé-Tag sein.»