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Neues Veloverleihsystem für Zug

Ab Frühling 2019 will die Stadt einen sogenannten «Freefloating»-Veloverleih aufbauen, dem sich auch umliegende Gemeinden anschliessen werden. Der bisherige Gratisverleih in Zug und Cham wird eingestellt.
Andreas Faessler
In Ob-/Nidwalden und Luzern sind bereits zahlreiche Freefloating-Velos wie diejenigen der Firma Nextbike unterwegs. (Bild: PD/Christian Perret, Caritas Luzern)

In Ob-/Nidwalden und Luzern sind bereits zahlreiche Freefloating-Velos wie diejenigen der Firma Nextbike unterwegs. (Bild: PD/Christian Perret, Caritas Luzern)

Mittlerweile fallen sie in fast jeder grösseren Stadt auf, die Miet- und Leihvelos, mit denen Touristen, Einwohner und selbst fein gekleidete Berufsleute bequem und schnell von A nach B fahren. Die Systeme werden immer ausgeklügelter, der Leihvorgang bedarf gerade mal zweier oder dreier Klicks auf einer Handy-App. Die Anbieter solcher Leihvehikel – mit oder ohne E-Motor – erobern allmählich auch die ländlichen Regionen. So ist etwa Nextbike in den Kantonen Ob- und Nidwalden mit dem Ausbau des Angebots beschäftigt. Im Kanton Luzern ist die Firma ebenfalls in mehreren Regionen aktiv und zieht gute Zwischenbilanzen.

Nun will auch die Stadt Zug dieses Konzept einführen und startet ab Frühling 2019 mit einem sogenannten Freefloating-Veloverleih. «Freefloating» heisst, die Fahrräder können an jedem beliebigen Ort abgestellt werden und sind an keinen speziellen, auf sie zugeschnittenen Standplatz gebunden – es fallen demnach keine Investitionen für zusätzliche Infrastruktur an. Der Benutzer kann per GPS einfach das nächste freie Fahrrad orten und umgehend benutzen. Die Stadt Zug tritt dabei jedoch weder als Auftraggeberin noch als Bestellerin in Erscheinung – sie stellt ein Kontingent von insgesamt 500 Stück solcher Freefloating-Velos zur Verfügung, legt klare Rahmenbedingungen für einen geordneten Betrieb des Veloverleihs fest und fungiert als Bewilligungsbehörde.

Die Stadt sucht nun nach Anbietern, die sich um Kontingentanteile bewerben können. Der Freefloating-Verleih wird sich nicht nur auf die Stadt Zug beschränken: Auch die Gemeinden Baar, Cham, Steinhausen, Hünenberg und Risch sind bereit, den Verleihanbietern eine Bewilligung für das jeweilige Gemeindegebiet anzubieten.

Anbieter können sich bewerben

Die Stadt Zug will wohlgemerkt nicht gleich sämtliche Kontingente an die Antragsteller vergeben, sondern sukzessive. «Da wir ja nicht wissen, wie das neue Angebot bei den Leuten ankommt, wollen wir uns langsam herantasten und herausfinden, ob dieses System in Zug ähnlich gut funktioniert wie andernorts. Darum starten wir ‹sanft›», sagt Walter Fassbind, Leiter der Abteilung Umwelt und Energie Stadt Zug. Bis und mit 1. Dezember können sich interessierte Anbieterfirmen in Zug um Kontingente bewerben. «Wir geben allen dieselben Chancen», so Fassbind. «Sie stellen uns ihr Geschäftsmodell vor, ihre Preisgestaltung und die Funktionsweise ihres Verleihsystems. Auch eine kurze Analyse des lokalen Marktes sowie eine Einschätzung des Bedürfnisses sind verlangt.» Anschliessend würden die Modelle evaluiert und es würde über die Vergabe der Kontingente entschieden, sodass im kommenden Frühling die ersten Freefloating-Velos im Kanton Zug unterwegs sein können.

Die Stadt hat auch schon einige potenzielle Betriebspartner gewonnen, die eine Dienstleistung erbringen werden im Zusammenhang mit den Mietvelos. Seien es Reparaturen, das Einsammeln und der Transport der Fahrräder oder ähnliches. «Wir sind gespannt, wer sich bewirbt und auf welche Resonanzen dann das neue Veloverleihangebot in Zug stösst», sagt Walter Fassbind und gibt sich optimistisch.

Ende des bisherigen Gratisangebots in Zug und Cham

Mit dem Projekt will die Stadt Zug einen weiteren Beitrag zur Deckung der steigenden Mobilitätsbedürfnisse leisten und die Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs auf den öffentlichen sowie den Fuss- und Veloverkehr fördern. Der neue Freefloating-Verleih der Stadt knüpft an den bisherigen Gra­tisveloverleih des Vereins für Arbeitsmarktmassnahmen (VAM) an, der nun nach der 24. Saison an den Standorten Zug und Cham eingestellt wird. Dies aufgrund des Nachfragrerückgangs. «Trotz des ausserordentlich schönen Sommers konnte die Zahl der ausgeliehenen Velos nicht erhöht werden», sagt Esther Staub, Leiterin der zum VAM gehörigen Halle 44. Die Zahlen seien in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken; das Angebot entspreche offensichtlich nicht mehr der heutigen Nachfrage. «Zudem sind die Anhänger der Zugerland Verkehrsbetriebe in die Jahre gekommen und müssten mit hohem Kostenaufwand ersetzt werden», so Esther Staub. Dennoch werden die grünen und orangen Leihvelos nicht ganz von der Bildfläche verschwinden – der VAM erarbeitet ein Konzept für den Veloverleih an Gruppen ab der Halle 44 an der Altgasse in Baar.

Zumindest im kommenden Jahr bestehen bleibt hingegen der bisherige Baarer Veloverleih, betrieben von der Gemeinnützigen Gesellschaft Zug (GGZ). Wenn sich die Gemeinde Baar – wie in Aussicht gestellt – auch für das Freefloating-System entscheiden wird, «dann sind wir interessiert, zukünftig als Dienstleister beim neuen Veloverleihsystem mitzuwirken», sagt Carl Utiger, Geschäftsführer GGZ@Work.

Details zur Ausschreibung der Stadt Zug und zum Bewilligungsverfahren sind abrufbar unter www.stadtzug.ch/veloverleih

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