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NEUHEIM: Das Riegelhüsli ist weg – und doch gerettet

Das Riegelhüsli hat eine Zukunft. Eine Privatperson hat das Kulturgut auf eigene Rechnung abgebaut und damit vor den Baggern in Sicherheit gebracht. Ob es je wieder aufgebaut wird, ist allerdings unklar.
Raphael Biermayr
Das Skelett des Riegelhüslis während des Abbaus. (Bild: PD)

Das Skelett des Riegelhüslis während des Abbaus. (Bild: PD)

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Das Riegelhüsli steht nicht mehr im Neuheimer Zentrum, sondern ist an einem unbekannten Ort eingelagert. Das Dörrhaus aus dem 19. Jahrhundert wurde in der vergangenen Woche abgebaut – auf Initiative einer Privatperson, die sich für den Erhalt des Kulturguts einsetzt, teilt der Verein Riegelhüsli mit. Der neue Besitzer versuche, das Häuschen auf seinem Grundstück «im Kanton Zug» aufzubauen. Bevor die Baubewilligung nicht erteilt worden ist, will er anonym bleiben.

Damit ist das Riegelhüsli knapp vor dem Auffahren der Bagger auf dem Zehnderhofareal vor der Zerstörung gerettet worden. Dieser Tage ist der Spatenstich für die Überbauung rund um das historische Bauernhaus im Dorfzentrum erfolgt.

Die USA waren keine Option

Monika Keiser Diaz vom Verein Riegelhüsli begrüsst die neueste Wendung, verhehlt aber nicht ihre Enttäuschung darüber, dass das ursprüngliche Ziel nicht erreicht worden ist: Die Mitglieder kämpften darum, das Gebäude im Dorf zu behalten und es einer öffentlichen Nutzung zuzuführen. Für den Abbau und Wiederaufbau sammelte der Verein während der letzten drei Jahre rund 300000 Franken – 450000 Franken wären nötig gewesen. Nach einem drohenden Rechtsstreit im Zusammenhang mit einem Ausweichstandort beim Schulhaus in Neuheim hat der Verein seine Auflösung angekündigt. Das Angebot des ehemaligen Multiforsa-Geschäftsführers Daniel Meyer, das Riegelhüsli unter finanzieller Beteiligung des Vereins in dessen Resort in den USA zu verschiffen (Ausgabe vom 10. März), war keine Option. Das gesammelte Geld ist an Verwendungszweck und Standort gebunden. Der Verein ist in der Auflösung begriffen, das erhaltene Geld wird nach Begleichung der Ausstände an die Unterstützer zurückbezahlt. «Wir sind nicht mehr involviert, was mit dem Riegelhüsli geschieht», stellt Keiser Diaz klar. Sie hat während des Abbaus mitgeholfen, die Ziegel vom Dach zu nehmen, und so gewissermassen Abschied genommen. Die Arbeiten seien problemlos verlaufen, «allerdings war die Qualität des Holzes an manchen Stellen schlechter als erwartet. Bei einem Aufbau muss man wohl das eine oder andere ersetzen», vermutet die Initiantin.

Sie und ihre Mitstreiter würden sich weiterhin für die Zukunft des Häuschens interessieren. Es sei eine Herzensangelegenheit.

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