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NEUHEIM: Eine häufige Unfallstelle – tatsächlich oder vermeintlich?

In einer Kurve von Sihlbrugg in Richtung Zuger Berggemeinden ereignen sich Beobachtern zufolge auch nach deren Entschärfung im Jahr 2016 immer wieder Selbstunfälle. Vom Versuch, eine Wahrnehmung zu beziffern.
Raphael Biermayr
Die gut sichtbaren und orange markierten Reifenspuren abseits der Fahrbahn in der Laubaukurve. (Bild: Stefan Kaiser (Neuheim, 16. Januar 2018))

Die gut sichtbaren und orange markierten Reifenspuren abseits der Fahrbahn in der Laubaukurve. (Bild: Stefan Kaiser (Neuheim, 16. Januar 2018))

«Immer wieder» lautet ein Begriff, der gern verwendet wird in negativem Zusammenhang: Immer wieder ist dieses oder jenes passiert. Immer wieder haben die Behörden oder sonst jemand versagt. Diese vorwurfsvollen Worte gründen oft eher auf subjektiven Wahrnehmungen als auf Tatsachen.

Wie verhält es sich damit in folgendem Fall? Gegenüber unserer Zeitung wurde von verschiedener Seite berichtet, dass sich «immer wieder» Unfälle in der Laubaukurve auf der Sihlbruggstrasse von Sihlbrugg nach Neuheim ereignen würden – insbesondere Selbstunfälle. Zuletzt sei dort am 6. Januar ein Auto gesichtet worden, das von der Fahrbahn abgekommen war. Eine Begehung zeigt: Tatsächlich sind neben der Fahrbahn neuere, markierte Reifenspuren von einem Fahrzeug zu sehen, die bei der Bösch in Richtung Sihl enden.

Keine Leitplanke mehr nach der Sanierung

Die Laubaukurve ist Teil der für über 18 Millionen Franken sanierten und ausgebauten Strasse, die fast während des ganzen Jahrs 2016 gesperrt war. Für die Sicherheit ist einiges getan worden, zum Beispiel sind Hänge gegen Erdrutsche gesichert worden. Solche hatten immer wieder zu Sperrungen und hohen Reparaturkosten geführt. In der Kurve wurden die Strasse verbreitert und der Radius von 27 auf 40 Meter erweitert. Allerdings fehlt seither flussseitig eine Leitplanke. Diese kannte einen Vorteil in Bezug auf die Aufmerksamkeit der Lenker auf die mögliche Gefahr: den Tafelwald mit weissen Pfeilen auf schwarzem Hintergrund.

Warum wurde keine Leitplanke mehr gebaut? Die Frage geht an die zuständige kantonale Baudirektion und bringt eine sehr allgemeine Antwort: «Die Strasse wurde gesetzes- und normkonform gebaut und ausgerüstet», lässt der Kantonsingenieur Urs Lehmann ausrichten. Ergiebiger ist der zugrundeliegende Kantonsratsbeschluss von 2012. In jenem wird die Laubaukurve als «signifikante Unfallstelle» bezeichnet. Dass die Leitplanke ersatzlos abgerissen wird, wird im Papier damit begründet, dass sie «gemäss Norm nicht erforderlich» ist.

Baubehördlich ist anscheinend alles unbedenklich. Und um einen Unfallschwerpunkt handelt es sich bei dieser Kurve nicht, schreibt die Zuger Polizei auf Anfrage. Sie zählte im von ihr gewählten Zeitraum von 2014 bis und mit 2017 gerade einmal sieben Verkehrsunfälle – fünf davon ereigneten sich vor der Strassensanierung. Die «Unfallkarte» des Bundes zählt im Jahr 2012 und 2013 je einen. Und das Archiv unserer Zeitung führt für die Zeitspanne von 1994 bis und mit 2009 zehn Unfallmeldungen. Den meisten Vorfällen liegt überhöhte Geschwindigkeit zugrunde, mitunter während riskanter Überholmanöver.

Selbstunfälle werden nicht immer angezeigt

Allerdings ist es durchaus denkbar, dass nicht jeder unfreiwillige Ausflug in die Botanik der Polizei gemeldet wurde: Einerseits, weil man selbst auf die Strasse zurückfand. Andererseits, weil man mögliche Konsequenzen fürchtete. So ist der Polizei beispielsweise der gegenüber unserer Zeitung erwähnte Vorfall vom 6. Januar nicht bekannt.

Ist die Aussage, es käme «immer wieder» zu Unfällen in der Laubaukurve, zulässig? Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Es hängt von der Sichtweise ab, ob man die obgenannten Unfallzahlen als hoch oder niedrig einstuft. Klar ist nur: Das Fahrverhalten ist den Verhältnissen anzupassen – immer wieder.

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

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