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NEUHEIM: Eine positive Überraschung: Gemeinde macht 1,6 Millionen Gewinn

Die Rechnung 2016 schliesst mit einem Plus von 1,64 Millionen Franken ab. Es ist das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte der kleinsten Zuger Gemeinde. Das bringt den Finanzchef Marcel Güttinger in eine schwierige Situation.
Raphael Biermayr
Nie zuvor in ihrer Geschichte hat die Gemeinde Neuheim einen höheren Ertrag ausgewiesen. (Bild: Werner Schelbert (22. Februar 2017))

Nie zuvor in ihrer Geschichte hat die Gemeinde Neuheim einen höheren Ertrag ausgewiesen. (Bild: Werner Schelbert (22. Februar 2017))

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Riesige Abweichungen zum Budget sind in den Rechnungen der Zuger Gemeinden nichts Besonderes, wie die letzten Wochen wieder gezeigt haben. Da nimmt sich dieses Jahr auch die kleinste von ihnen nicht aus (2200 Einwohner): Neuheim schliesst mit einem Plus von 1,64 Millionen Franken ab – der Voranschlag hat ein Defizit von 200000 Franken vorgesehen.

Der Neuheimer Finanzchef Marcel Güttinger (FDP) präsentierte damit das zweitbeste je erreichte Ergebnis der Gemeinde. Der Rekord liegt bei 1,73 Millionen Franken aus dem Jahr 2011. Damals gaben die viel höheren Grundstückgewinnsteuern den Ausschlag, diesmal bilden sie ebenfalls den wichtigsten Einzelfaktor (plus 547000 Franken).

Viele reuige Steuersünder?

Da diese Einnahmen traditionell kaum abzuschätzen sind, ist Güttinger vor allem von den höheren Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen überrascht: Diese liegen im Vergleich zum Budget um 475000 Franken höher und zur Rechnung 2015 gar um 749000 Franken. «Wir können nur vermuten, dass diese Stei­gerung vor allem auch auf den automatischen Informationsaustausch zurückzuführen ist», führt Güttinger aus. Mit anderen Worten: Vermutlich haben einige Steuerhinterzieher sich selbst angezeigt und nachgezahlt. Die vom Gemeinderat vorangetriebenen Sparbemühungen tragen ebenfalls zum positiven Ergebnis bei. Bemerkenswert: Fünf der sechs Abteilungen liegen auf der Aufwandseite unter dem Voranschlag. Nur die Bauabteilung liegt ganz leicht darüber. Die Massnahmen zur Professionalisierung der Sozialabteilung kosten zwar, zeitigen aber Resultate: Die Unterstützungen gemäss Bundesgesetz sind im Vergleich zur Rechnung 2015 fast noch halb so hoch ausgefallen: 165000 Franken im Vergleich zu 322000 Franken. «Dieser Unterschied kommt dank Eigenleistungen und Rückzahlungen von Klienten zu Stande», zeigt Güttinger auf.

Man könne nicht daraus schliessen, dass auch in früheren Jahren nur die Hälfte der Ausgaben nötig gewesen wäre. Dies, weil ein Teil der Rückzahlungen auf einer Veränderung der Lebenssituationen beruht habe – beispielsweise, wenn ein Betroffener wieder eine Arbeitsstelle gefunden hat. Der Gemeinderat schlägt der Gemeindeversammlung vom 17. Mai vor, den Gewinn für Abschreibungen aufzuwenden und den Rest dem freien Eigenkapital zukommen zu lassen.

Steuererhöhung bleibt dennoch Thema

Das Rechnungsergebnis birgt eine Herausforderung für Güttinger. Er dürfte es jetzt schwer haben, den Einwohnern die seit längerem angekündigte Steuererhöhung zu verkaufen. Der Bankfachmann bleibt jedoch seiner Rolle als Mahner treu und warnt davor, sich vom beeindruckenden Resultat blenden zu lassen: «Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling.» Man wolle keine Steuern auf Vorrat erheben, doch mit dem Bau des neuen Schulhauses steige die Verschuldung pro Einwohner weiter, ausser­dem hängt man im Verhältnis wie keine andere Gemeinde vom Zuger Finanzausgleich ab. «Es kann sein, dass die Steuererhöhung hinausgeschoben wird», sagt Güttinger, «aber sie wird ziemlich sicher wieder zum Thema werden.»

Übrigens: Eine Bestmarke hat die Rechnung 2016 aufgestellt. 13 Millionen Franken Ertrag hat die Gemeinde Neuheim noch nie erzielt. Zumindest gilt diese Aussage für die Abschlüsse bis ins Jahr 1979, wie der Abteilungsleiter Markus Steiner gemäss Marcel Güttinger in Erfahrung gebracht hat. Vor 38 Jahren schloss die Rechnung mit Aufwand und Ertrag in der Höhe von rund 2 Millionen Franken. Es ist unwahrscheinlich, dass zuvor mit höheren Zahlen operiert worden war. Schliesslich feierte das Dorf 1979 gerade seinen 1000. Einwohner.

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