Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

NEUHEIM: Es wird eng für das Riegelhüsli

Dass der Gemeinderat die Hausverschiebung unterstützt, kommt nicht überall gut an. Ein Vereinspräsident spricht von unfairer Behandlung.
Hoffen auf eine Erheblicherklärung der Motion: Stefan Wigger und Monika Keiser Diaz vom Verein Riegelhüsli Neuheim. (Bild Stefan Kaiser)

Hoffen auf eine Erheblicherklärung der Motion: Stefan Wigger und Monika Keiser Diaz vom Verein Riegelhüsli Neuheim. (Bild Stefan Kaiser)

Rahel Hug

Noch steht das Riegelhüsli aus dem 19. Jahrhundert mitten im Dorf an der Maiackerstrasse. Dort wird das ehemalige Wasch- und Brennhaus aber nicht mehr lange bleiben können: Es muss der Überbauung Zehnderhof weichen. Geht es nach dem Verein Riegelhüsli Neuheim, soll das schmucke Häuschen aber weiterleben. Die Gruppe plant, den Zeitzeugen neben dem Schulhaus Dorf wieder aufzubauen und es für kulturelle Zwecke zu nutzen. Die Hausverschiebung kostet jedoch eine Stange Geld: Insgesamt muss der Verein 450 000 Franken auftreiben.

Unterstützung vom Gemeinderat

Per Mitte September lag der Spendenstand bei 180 000 Franken. Es fehlt also noch ein grosser Betrag – und die Zeit drängt: Die Finanzierung muss nämlich gesichert sein, bevor der Spatenstich für die neue Überbauung erfolgt. Einen zusätzlichen Zustupf erhoffen sich die Vereinsmitglieder von der Gemeinde: In einer Motion fordern sie, dass diese den Wiederaufbau mit einem einmaligen Betrag von 70 000 Franken unterstützt. Das Geld soll den Rückstellungen für Kulturförderung entnommen werden. Dieser Posten entstand, nachdem im Jahr 2002 der privatrechtlich organisierte Neuheimer Kulturverein aufgelöst wurde. Die Exekutive empfiehlt die Motion als erheblich zu erklären: «Der Gemeinderat schätzt die grossen Bemühungen des Vereins», heisst es in der Vorlage zur Gemeindeversammlung vom 9. Dezember. Doch wie ist die Stimmung im Dorf vor der Versammlung von kommender Woche? Glaubt man einem Leserbrief des Neuheimer SVP-Präsidenten Andreas Bächtold (Ausgabe vom 20. November), kommt das Vorgehen der Initianten und des Gemeinderats bei vielen aktiven Neuheimer Vereinen nicht gut an.

Ein Vereinsvertreter, der sich zum Thema äussert, ist Thomas Bättig. Er ist Präsident sowohl der Theatergruppe als auch der Fasnachtsgesellschaft im Dorf. Von Anfang an sei er dem Projekt kritisch gegenübergestanden, sagt er. «Ich sehe den Nutzen nicht wirklich.» Im Haus gebe es zu wenig Platz, als dass man es für eine Versammlung oder etwas Ähnliches nutzen könne. «Als Verein können wir davon nicht profitieren», sagt er.

Bättig ist ausserdem der Meinung, dass die Initianten die Gelder für die Verschiebung selber auftreiben sollten. «Der Verein besteht noch nicht lange. Er kann deshalb nicht dieses gesamte Kässeli der Kulturförderung für sich beanspruchen.» Die anderen Vereine würden dadurch unfair behandelt: «Wir müssen für unsere Anlässe Mieten zahlen und haben weitere Aufwendungen.» Die 70 000 Franken würde man, so sagt Bättig, besser für Jubiläumsanlässe oder andere grössere Veranstaltungen einsetzen. «Mir leuchtet nicht ein, dass der Verein dieses ‹Geschenk› einfach so erhalten soll.» Er sei nun daran, im Dorf für eine Ablehnung der Motion zu werben. Viele Personen aus seinem Umfeld und aus seinen zwei Vereinen stünden dem Vorhaben negativ gegenüber. «Der Tenor geht in Richtung Ablehnung», sagt er. Sollte die Motion für erheblich erklärt werden, will Bättig auf die Gemeinde zugehen: «Wir werden dann den Hebel bei den Gebühren ansetzen, die wir zu bezahlen haben.»

«Erhalten es für die Allgemeinheit»

Dass das Eis für ihr Vorhaben dünner geworden ist, dem ist sich Monika Keiser Diaz, Präsidentin des Vereins Riegelhüsli Neuheim, bewusst. «Es wird nicht einfach», sagt sie. «Offenbar sehen viele nicht, dass wir dieses Gebäude für die Allgemeinheit erhalten wollen und nicht für uns.» Trotzdem verliert sie die Hoffnung nicht. Der Verein habe kürzlich die Ernst-Göhner-Stiftung als Unterstützer ins Boot holen können. «Das motiviert uns weiter. Wir haben jetzt die Chance, das Riegelhüsli zu retten. Ich hoffe, dass die Bevölkerung von Neuheim erkennt, dass dies ein Beitrag zum Erhalt des Dorfbildes ist und zudem ein Begegnungsort für Jung und Alt entstehen soll.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.