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«Neuheim ist ein lässiges Dorf»

Seit Anfang Jahr präsidiert Daniel Schillig den Neuheimer Gemeinderat. Der Landwirt kann und will sich für seine Gemeinde einsetzen, damit diese für Familien weiterhin attraktiv bleibt.
Charly Keiser
Gemeinde Neuheim: Daniel Schillig ist der neue Gemeindepräsident. Bild: Stefan Kaiser (Neuheim, 10. Januar 2019)

Gemeinde Neuheim: Daniel Schillig ist der neue Gemeindepräsident. Bild: Stefan Kaiser (Neuheim, 10. Januar 2019)

Mit nur gerade vier Stimmen Vorsprung auf den amtierenden Gemeindepräsidenten Roger Bosshart von der FDP ist Daniel Schillig (CVP) im Oktober zum neuen Chef des Gemeinderats gewählt worden.

Selbstverständlich habe er sich über seine Wahl sehr gefreut, bekennt Schillig. «Diese war zwar knapp aber es war ein ganz normaler Prozess, bei dem das Resultat zählt und gilt.» Der 53-Jährige bleibt Chef der Abteilung Bau und Planung und übernimmt zusätzlich die Abteilung Präsidiales. Je 20 Prozent sei das Pensum der Gemeinderäte pro Abteilung und jenes für das Präsidiale betrage zusätzliche 10 Prozent, erklärt Schillig. «Zu Beginn wird mein Pensum wohl etwas höher sein, aber 30 Prozent Aufwand sollten langfristig genügen.» Vorwärts machen wolle er zum Beispiel im Bezug auf die geplanten Spiel- und Begegnungsplätze geben, die im Rahmen des Landschaftsentwicklungskonzeptes (LEK) in Neuheim entstehen sollen. «Ich bin als Bauer in der privilegierten Lage, dass ich mir fast immer Zeit freischaufeln kann, wenn es mich braucht. Ein Vorteil, den ich auch gerne für unsere Gemeinde einsetzen werde.» Natürlich dürfe der Einsatz nicht zu Lasten seiner Familie gehen, die mit vier Kindern auch einiges an Zeit benötige, betont er.

Überschaubare Grösse

Was gefällt Gemeindepräsident Schillig an Neuheim ganz besonders? «Neuheim ist und war schon immer ein lässiges Dorf», antwortet er. Es habe eine überschaubare Grösse und sei «gescheit» gewachsen. «Neuheim liegt mit seiner Nähe zur Autobahn verkehrstechnisch super und das Dorf selbst wird nicht von Durchgangsverkehr belastet. Es lohnt sich, sich für Neuheim einzusetzen.»

Und wie steht Schillig zu ei­ner möglichen Fusion mit Menzingen, das zusammen mit Neuheim einst eine Gemeinde bildete? «Eine Fusion mit Menzingen ist heute kein Thema, sagt Schillig: «Wir pflegen mit Menzingen einen guten Kontakt und einen gesunden Austausch, damit wir einander gut verstehen.»

Die grösste Herausforderung für Neuheim sei die Werterhaltung der gemeindlichen Infrastruktur, sagt Schillig. «Denn wir sind zwar nur ein 2300 Seelendorf, brauchen aber eine situationsgerechte Infrastruktur, damit wir weiterhin ein attraktives Dorf für Familien bleiben. Noch immer sind 1,2 Millionen Franken für den Bau einer Asylunterkunft in Neuheims Budget eingestellt. Was, wenn es gar keine weiteren Unterkünfte braucht? «Der neue Gemeinderat Soziales und Gesundheit wird sich seriös und gründlich einarbeiten.» Er sei froh, bestünde momentan diesbezüglich keine Not, gibt Schillig zu, betont aber: «Wir Neuheimer wollen unseren solidarischen Beitrag absolut leisten. Darum müssen und wollen wir auch aktiv sein.»

Noch keine Neuigkeiten gebe es zur Untersuchung der Arbeitsvergabe des Schulhauses Dorf II, antwortet Schillig auf die entsprechende Frage. Es seien bereits zahlreiche Gespräche geführt worden. «Es läuft. Die offenen Fragen werden geklärt und erledigt.» Was für Ziele hat sich Schillig für die soeben begonnene Legislatur gesetzt? «Ich mache eine pragmatische Sachpolitik und möchte, dass alles nachvollziehbar ist. So bringe ich im Gemeinderat ein, dass die Gemeinderatsbeschlüsse öffentlich gemacht werden, damit die Einwohnerinnen und Einwohner mehr von unserer Arbeit mitbekommen. Wie und in welcher Form die ­Informationen bekanntgegeben werden sollen, müsse noch diskutiert werden.»

Und wie schätzt sich Schillig politisch ein? «Ich bin nicht zu­fällig bei der CVP, antwortet er. Er komme aus einem liberalen Haus, wo viel politisiert worden sei. «Ich bin ein konservativer Politiker mit einem gesundem Augenmass für eine gutbürgerliche Politik.» Wenn sich Schilliger nicht mit seiner Arbeit oder der Gemeinde beschäftigt, steht die Familie an erster Stelle. «Am meisten gehen wir zusammen wandern. Und dies in der Regel in Neuheim oder Menzingen.» Ein paar Tage Wellness stünden oben auf der Wunschliste, was aber nur so alle zwei Jahre möglich sei, ergänzt Schillig. «Und heuer ist es wieder so weit. Die Tage im Berner Oberland sind gebucht.» Hinweis Unsere Zeitung hat mit Politikerinnen und Politikern gesprochen, die 2019 eine neue oder zusätzliche Funktion übernehmen. Dies ist der letzte Teil dieser Serie.

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