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NEUHEIM: Sie bloggen weiter direkt aus dem Stall

Während eines Jahres haben die Ulrichs auf Facebook über ihren Hofalltag berichtet. Das hat ihnen so gut gefallen, dass sie nun damit weitermachen.
Die Familie Ulrich berichtet laufend aus dem Stall. Von links: Jasmin, Fridolin, Monika und Carolin Ulrich. (Archivbild Christof Borner-Keller)

Die Familie Ulrich berichtet laufend aus dem Stall. Von links: Jasmin, Fridolin, Monika und Carolin Ulrich. (Archivbild Christof Borner-Keller)

Rahel Hug

Auf dem Facebook-Profil von Familie Ulrich-Meier aus Neuheim haben Interessierte letztes Jahr Alltägliches und Aussergewöhnliches über das Leben auf dem Bauernhof erfahren. Zum Beispiel, wie die Mostverarbeitung funktioniert, dass auf dem Hof in der Hinterburg Zwillingskälbchen auf die Welt gekommen sind oder wie ein neues Rohr am Silo montiert wird. Im Rahmen des UNO-Jahrs der bäuerlichen Familienbetriebe haben Monika und Fridolin Ulrich online Tagebuch geführt und dabei jeden Tag neue Bilder und Informationen aufs Netz gestellt.

Waren es zu Beginn noch etwas mehr als 100 Personen, die das Profil der Ulrichs mit «Gefällt mir» markierten, sind es aktuell bereits 736. Und es könnten noch mehr werden: Denn auch in diesem Jahr wird die vierköpfige Familie virtuell aus ihrem Alltag berichten: Sie hat sich beim Schweizer Bauernverband verpflichtet, im Rahmen des Projekts «Mein Bauer. Meine Bäuerin» auch 2015 mindestens dreimal pro Woche Beiträge aufzuschalten.

Kindergarten, Fasnacht, Ferien

«Für mich war von Anfang an klar, dass ich das Profil weiterführen will», erklärt Monika Ulrich, die neben ihren Aufgaben als Mutter und Bäuerin auch im Gemeinderat von Neuheim sitzt. Sie habe grosse Freude am Bloggen bekommen obwohl das Führen des Online-Tagebuchs im vergangenen Jahr nicht immer einfach gewesen sei. «Manchmal gingen uns schlicht und einfach die Ideen aus», sagt die 42-Jährige und verdeutlicht: «Im Sommer beispielsweise konnten wir ja nicht jeden Tag nur über die Chriesi berichten.» So hat Monika Ulrich auch Informationen über den ersten Kindergartentag von Tochter Jasmin, die Neuheimer Fasnacht oder die Familienferien im Engadin auf die Facebook-Seite gestellt. «Man wird experimentierfreudig», erzählt sie mit einem Lachen. Auch Quizfragen, Videos oder Links zu anderen Beiträgen entdeckt der interessierte Besucher auf dem Profil (www.facebook.com/familieulrich).

Keine richtige Diskussion

Die bisherigen Rückmeldungen seien fast durchwegs positiv gewesen, erzählt Monika Ulrich. Vor allem bei den Beiträgen über Tiere: «Ist beispielsweise ein Kälbchen auf die Welt gekommen oder eine Kuh gestorben, war die Anteilnahme gross.» Zahlreich waren die Reaktionen auch, als die Ulrichs mit einem Aufruf Namensvorschläge für zwei Kälbchen suchten. Allerdings, stellt die Bäuerin fest, hätten die Besucher der Seite vor allem «Likes» und kurze Bemerkungen auf dem Profil platziert. «Eine richtige Diskussion oder Rückfragen an uns gab es nur sehr selten.»

Die Aktion des Schweizer Bauernverbands hat der Neuheimer Bauernfamilie vor allem «Publicity» gebracht. «Wir werden dadurch in unserer Arbeit bestärkt», sagt Monika Ulrich. Das Online-Tagebuch wirke erklärend und wecke Verständnis für die Landwirtschaft. Nicht zuletzt habe sich das Projekt positiv auf den Hofladen ausgewirkt. «Es war und ist sicher eine gute Werbemassnahme für unsere Produkte.» Allerdings sei der direkte Nutzen einer solchen Aktion nur schwer messbar.

Auch traurige Ereignisse

Die Ulrichs besitzen 50 Kühe und sind im Sommer vor allem mit ihren Kirsch- und Obstbäumen beschäftigt. Das Jahr 2014, das sie über Facebook mit der breiten Bevölkerung geteilt hat, war für die Familie ein ereignisreiches. Ein Highlight für den Betrieb sei der Tag der offenen Stalltüren im Mai ebenfalls ein Event im Rahmen von «Mein Bauer. Meine Bäuerin» – gewesen, blickt Monika Ulrich zurück. Im Sommer hat sie den Hofladen komplett von ihrer Schwiegermutter übernommen und die Produkte später erstmals am Neuheimer Weihnachtsmarkt verkaufen können. Auch traurige Ereignisse haben den Alltag auf dem Neuheimer Bauernhof geprägt. So sind im vergangenen Jahr die beiden Kühe Ende und Tara (beide 17-jährig) gestorben. Die beiden hatten je über 100 000 Kilogramm Milch gegeben. «Ende hat einen Unfall im September nicht überlebt. Solche tragischen Ereignisse gehen einem schon nahe», erzählt Monika Ulrich. Auch die Hofkatze Chilly musste eingeschläfert werden.

Ins Jahr 2015 sind die Ulrichs jedoch gut gestartet. Allein im Januar haben sechs gesunde Kälber das Licht der Welt erblickt. Wer die Bilder dazu sehen will, braucht nur die Facebook-Seite aufzurufen. Dort wird nun noch mindestens bis zum Dezember fleissig weitergebloggt.

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