NEUHEIM: Verein Riegelhüsli: «Haben die Hoffnung nicht aufgegeben»

Der Verein Riegelhüsli wird sich auflösen, weil ein Rechtsstreit im Zusammenhang mit dem von ihm angestrebten Wiederaufbau des ehemaligen Dörrhauses gedroht hat. Das Fazit des Vorstands fällt nicht nur ernüchtert aus.

Raphael Biermayr
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Für das Riegelhüsli gibt es wohl kein Happy End. (Bild: PD)

Für das Riegelhüsli gibt es wohl kein Happy End. (Bild: PD)

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Hat der Verein Riegelhüsli fast drei Jahre umsonst gekämpft? Ja, nimmt man die Tatsache, dass das Wiedererkennungswert schaffende Kleingebäude mit der Überbauung des historischen Zehnderhof-Areals im April aller Voraussicht nach für immer weichen wird. Doch durch das Engagement des vierköpfigen Vorstands habe dieser viel gelernt: über das Schweizer System, und noch mehr, sagt das Vorstandsmitglied Monika Keiser Diaz.

Frau Keiser Diaz, der Verein Riegelhüsli hat Ende letzter Woche mitgeteilt, nicht mehr weiterkämpfen zu wollen. Ist dem Vorstand dieser Entscheid schwergefallen?

Zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Es war eine sehr umfassende Einsprache gegen unser Baugesuch eingegangen, das Riegelhüsli auf einer Parzelle der Gemeinde wiederaufzubauen, sobald die benötigten 450000 Franken dafür zusammen sind. Nachdem die Einsprache vom Gemeinderat gutgeheissen worden war und eine lange und teure rechtliche Auseinandersetzung gedroht hatte, war für uns der Fall klar.

Hat der Verein das Gespräch mit dem Einsprecher gesucht?

Ja, als wir den Plan entwickelt hatten, das Riegelhüsli auf jener Parzelle wiederaufzubauen. Damals war er dem Projekt und Konzept gegenüber positiv gestimmt. Die Einsprache hat uns deshalb ehrlicherweise sehr enttäuscht. Danach haben wir ihn nicht mehr gesprochen.

Gab es während der drei Jahre andere Momente, in denen der Vorstand aufgeben wollte?

Nein – aber zum Glück haben wir die Hürden, die uns erwarten würden, nicht zum Vornherein gekannt.

Wie blicken Sie auf die fast drei Jahre Engagement zurück?

Es war eine sehr lehrreiche und spannende Zeit. Wir hatten ja keine Ahnung, wie das mit all den Bewilligungen und dergleichen läuft. Darüber hinaus führten wir viele interessante Gespräche mit Institutionen und mit Personen, die uns unterstützen wollen.

Gibt es eigentlich Stimmen gegen das Riegelhüsli an sich?

Natürlich gibt es Leute, die uns sagen, dass es nicht wichtig ist. Aber im Grossen und Ganzen haben wir Unterstützung erfahren und fast 300000 Franken zusammenbekommen. Dieses Vertrauen macht uns schon stolz.

Hat Sie bezüglich der Unterstützenden etwas überrascht?

Ja, sehr positiv; eine nach aussen anonym bleiben wollende Spenderin hat in der Zeitung über uns gelesen, danach den Kontakt gesucht und einen grossen Betrag überwiesen. Sie findet es unterstützenswert, was wir machen und hat kürzlich sogar in Aussicht gestellt, den Betrag zu verdoppeln – und diese Person ist nicht einmal aus Neuheim.

Hat der Verein etwas für den Tag geplant, an dem das Riegelhüsli abgebrochen wird?

Darüber haben wir nicht gesprochen. Für uns geht es jetzt darum, die Schlussrechnung zu machen, den Unterstützern das Geld zurückzuerstatten und den Verein aufzulösen. Davon abgesehen, haben wir die Hoffnung nicht aufgegeben, dass eine Privatperson das Hüsli auf einem eigenen Grundstück wieder aufbaut, wofür die Hürden wohl nicht ganz so hoch sind. Dann wäre unser Ziel, die Rettung des Riegelhüslis, doch noch erreicht.