NEUHEIM/BIEL: Er heizt den Turnern kräftig ein

LeeRoy darf am grössten Turnfest der Schweiz mitmischen. Das ist für den erfahrenen Zuger DJ etwas Besonderes.

Rahel Hug
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Er bringt die Menge zum Tanzen: DJ LeeRoy, hier am Pub Festival in Wetzikon. (Bild: PD)

Er bringt die Menge zum Tanzen: DJ LeeRoy, hier am Pub Festival in Wetzikon. (Bild: PD)

In Biel wird bald fleissig geturnt: Vom 13. bis 23. Juni findet das Eidgenössische Turnfest (ETF) statt. Mit von der Partie ist auch ein 30-jähriger Neuheimer. Alois Gisler wird jedoch nicht sportlich, sondern musikalisch aktiv sein. Er begleitet als DJ LeeRoy die Eröffnungsfeier vom Donnerstag. Die Zuschauer erwartet eine Step-Aerobic-Show mit elektronischer House-Musik – gemischt von DJ LeeRoy alias Alois Gisler.

Turnen mit House-Musik

Die Geschichte hat vor ein paar Jahren mit zwei Mix-CDs angefangen. Gisler hat diese an seine Cousine weitergegeben, die im Kanton Aargau als Trainerin in einem Turnverein aktiv ist. Sie hat dann die Musik in den Trainings abgespielt. «Die Kinder in ihrem Verein haben meine Musik schon vorher gekannt, das hat mich überrascht», sagt Gisler. Und er fügt an: «So machten meine Lieder neben den Clubs auch in den Turnvereinen die Runde.» Im Jahr 2011 dann kam Remo Murer, Leiter der ETF-Eröffnungsfeier, auf Gisler zu und fragte ihn, ob er am nächsten Turnfest dabei sein möchte.

Am Donnerstag ist es nun so weit: Nach einer langen Vorbereitungszeit wird Alois Gisler den Zuschauern und Turnern in der Coop-Arena auf dem Bieler Expo-Areal einheizen. Zu seiner live abgemischten Musik tanzen rund 60 Leute eine Choreografie. «So ein Angebot bekommt man nicht jeden Tag», sagt Gisler nicht ohne Stolz. Es sei eine Ehre für ihn und eine Bestätigung, «dass meine Musik gut ankommt». Das Fest des Schweizerischen Turnverbandes ist ein Riesenanlass: Erwartet werden gemäss Medienmitteilung 100 000 Besucher und 58 000 Teilnehmer.

Seine DJ-Karriere hat Gisler im Jahr 1997 im Alter von 15 Jahren gestartet. Als er in einem Jugi-Raum mit den technischen Geräten herumhantierte, hat ihn die Lust an der DJ-Arbeit gepackt. Kurz darauf hat er in den ersten Clubs aufgelegt: «Mit 15 war ich schon unterwegs, und mit 18 gings dann richtig los, als mein Alter kein Problem für die Clubs mehr war», erinnert sich Gisler. Heute ist der Neuheimer einer der Grossen in der Schweizer House-Szene. Er ist beim selben Management unter Vertrag wie der erfolgreiche DJ Mr. Da-Nos. Seit 2008 hat DJ LeeRoy an der Zürcher Street Parade seinen eigenen Musikwagen, ein sogenanntes Lovemobile. Seine erste Produktion, der Song «Destino», erschien im Jahr 2004. «Ich kann im Moment gut von der Musik leben», sagt Alois Gisler. Dennoch hat sich der Vollblut-DJ ein zweites Standbein – eine eigene Firma im Bereich Webdesign – aufgebaut, denn: «Man weiss ja nie, was kommt.» Die Street Parade in Zürich gehört zu seinen Höhepunkten im Jahr: «Ich mag die Open-Air-Atmosphäre.» Einen Lieblings-Club hat der DJ aber nicht. «Es gibt viele tolle Orte zum Auflegen. Ich muss mich einfach wohlfühlen», so Gisler. An der House-Musik gefalle ihm, dass «jedes Lied seine eigene Harmonie hat».

Ein «bisschen nervös» und gespannt

Alois Gisler hat schon langjährige Erfahrung mit grossen Bühnen und Shows im In- und Ausland. Dennoch ist er jetzt, zwei Tage vor der grossen Show, «ein bisschen» aufgeregt: «Es ist immer ein spezielles Gefühl – ganz egal, ob man vor 10 000 oder vor 100 Leuten auftritt.» Man lerne aber mit der Zeit, mit der Nervosität umzugehen.

Am Donnerstag steht zuerst noch ein Coiffeurtermin an, bevor Gisler am Nachmittag in Richtung Biel losfahren wird. Dann wird DJ LeeRoy seinen Bereich beziehen und das Festgelände inspizieren. Um 21 Uhr geht die Show los, die den grössten Breitensportanlass der Schweiz eröffnet. Alois Gisler: «Ich freue mich und bin gespannt, wie dieses Experiment ankommt.»