Neuheimer bauen elektrisches Churer Polizeiauto um

Die Stadtpolizei Chur und «Die Fahrzeugausbauer» aus Neuheim leisten gemeinsam Pionierarbeit: Das Zuger Unternehmen hat für das Polizeikorps einen elektrisch betriebenen Streifenwagen ausgebaut.

Vanessa Varisco
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Der umgerüstete E-Golf der Stadtpolizei Chur. (Bild: PD)

Der umgerüstete E-Golf der Stadtpolizei Chur. (Bild: PD)

Ökologisch, leistungsstark und zu 100 Prozent elektrisch, so beschreiben «Die Fahrzeugausbauer» den E-Golf, welchen sie für die Stadtpolizei Chur ausgebaut und Mitte September ausgeliefert haben. Tagsüber werde das Fahrzeug durch die Verkehrstechnik genutzt, wie es in einer Mitteilung heisst. In der Nacht komme der E-Golf im Patrouillendienst zum Einsatz. «Das Fahrzeug wird somit täglich gegen 20 Stunden gebraucht», rechnet Roland Hemmi, Kommandant der Stadtpolizei Chur, vor. Die begrenzte Reichweite, die für Elektrofahrzeuge üblich ist, stelle für die Stadtpolizei keinen Nachteil dar. «Da wir im urbanen Gebiet operieren, können wir das Fahrzeug jederzeit aufladen oder gegen ein konventionelles Fahrzeug tauschen.»

Fahrbatterien unter Hochspannung

Der komplette Umbau des Elektrofahrzeuges zum Polizeiauto habe rund vier Wochen gedauert, wie Matthias Wipfli, Geschäftsführer von «Die Fahrzeugausbauer» erläutert. Funkanlagen, Steuerungen, Textanzeigen wie «Stopp» oder «Folgen» und natürlich die Sirenen- und Blaulichtsysteme wurden von den Fahrzeugausbauern angebracht.

Der Ausbau des E-Golfs habe einige besondere Herausforderungen beinhaltet. «Die Energieversorgung der Blaulichtanlage ist bei elektrischen Fahrzeugen schwieriger zu bewältigen als bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen», weiss Wipfli. Die Fahrbatterien stünden unter Hochspannung, welche zuerst reduziert werden müsse, damit das Blaulicht betrieben werden könne. «Dies ist elektrotechnisch aufwendiger als bei einem Auto mit Verbrennungsmotor.» Allerdings hätten sie bereits letztes Jahr Anfragen für den Ausbau von elektrischen Streifenwagen erhalten. «Dadurch hatten wir die elektrotechnischen Hausaufgaben bereits gelöst, als der E-Golf dann bei uns in der Werkstatt stand.»

Vorteile des elektrischen Golfs lägen darin, dass es ein umweltfreundliches Fahrzeug sei, welches gar keine Abgase produziere, führt Wipfli aus. Zudem seien die Fahrleistungen durch den elektrischen Antrieb sehr überzeugend, was sich in der Lautstärke beim Fahren und der Beschleunigungskraft zeige. Wichtig sei vor allem, dass die elektrischen Fahrzeuge robust, solide konstruiert und relativ günstig in der Anschaffung seien. Auch die Betriebskosten würden tiefer ausfallen.

«Für die Zukunft ist es absolut vorstellbar, dass die städtischen Polizeikorps bis auf wenige Ausnahmen komplett auf Elek­trofahrzeuge setzen, sofern sie ausreichend Kapazität für die notwendige Ladeinfrastruktur haben», berichtet Wipfli. Der E-Golf könne entweder über das Schnellladegerät oder eine normale Haushaltssteckdose geladen werden. Gerade dieses Fahrzeug sei für den städtischen Bereich sehr gut geeignet – sei es doch sehr kompakt und wendig. Aktuell sei noch ein weiterer Umbau eines elektrischen Streifenwagens in Planung.